Chancen gegen Krebs?

Im Gespräch mit Martin Rutkowsky

Stand: 04.02.2021 (04.02.2021)

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Welche Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung, um unser Krebs-Risiko zu reduzieren? Was ist bei einer Diagnose hilfreich? Anlässlich des heutigen Weltkrebstags sprachen wir mit Martin Rutkowsky in der Akademie Gesundes Leben an der Stiftung Reformhaus-Fachakademie.

Herr Rutkowsky, Sie leiten als Diplom-Ökotrophologe und Ernährungsberater unter anderem die Seminare "Beratung bei Krebserkrankungen" an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel. Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Entstehung von Krebs?

Hier möchte ich gerne auf den World Cancer Research Fund hinweisen. Eine weltweit einzigartige, großangelegte Metaanalyse von Studien, die die Erkenntnisse zu Krebserkrankungen aus der ganzen Welt zusammenfasst. Dieser Report findet Hinweise, dass 30-40 % der Krebserkrankungen durch den Lebensstil und die Ernährung gelindert, wenn nicht sogar verhindert werden könnten. Die Empfehlungen und Regeln in dem Report müssten nur von allen auch umgesetzt werden...

Die Diagnose: „Krebs“ ist heute zum Glück nicht einem Todesurteil gleichzusetzen. In großen epidemiologischen Studien wird ersichtlich, dass der Lebensstil und speziell auch die Ernährung einen großen Einfluss auf die Entstehung von Krebs und auf die Genesung nach einer Krebsbehandlung haben. Einige Fachgesellschaften, die sich mit Krebserkrankungen, Ernährungsmedizin und Ernährungstherapie beschäftigen, versuchen regelmäßig auf die Bedeutung der Vitalstoffversorgung durch Ernährung während und nach der Krebstherapie hinzuweisen. Ihnen geht es darum, die sogenannte Tumorkachexie in der Schulmedizin zu etablieren.. Dieser starke Gewichtsverlust bei Krebs ist ein großes Problem.

Wo wir gerade beim Thema Gewicht sind: Steigert Übergewicht eigentlich das Krebsrisiko?

Aus dem World Cancer Research Fund 2018 geht hervor, dass ein gesundes Körpergewicht eine wichtige Rolle - auch an der Krebsentstehung - spielt. Die körperliche Aktivität, idealerweise die Bewegung an frischer Luft, ist ebenfalls bedeutend. Es geht dabei nicht um Marathonlaufen, sondern es gibt viele verschiedene Möglichkeiten sich im Alltag zu bewegen: mit dem Rad zur Arbeit oder mit dem Hund in den Wald. Yoga, Pilates und ähnliche Freizeitsportangebote tun den Körper ebenfalls gut. Auch Youtube Videos können zum schwungvollen Mitmachen inspirieren,  zum Beispiel die von Reformhaus® activate your life.

Empfohlen sind wöchentlich mindestens dreimal Sport und Bewegung á 30 Minuten. Beginnen Sie in kleinen Schritten, aber dafür regelmäßig. Steigern Sie Zeit und Intensität von Woche zu Woche. Sobald die Umstände es wieder zulassen, suchen Sie Gleichgesinnte, im Verein oder im Fitnessstudio, im Freundeskreis oder in der Familie. Zusammen macht es gleich noch mehr Spaß und es fällt leichter, dranzubleiben!

Welche Superfoods oder welche Ernährungsweise empfehlen Sie, was hält uns gesund?

Ein offenes Geheimnis ist, dass viele pflanzliche Lebensmittel in der vegan/vegetarischen Ernährung sehr viele Inhaltsstoffe enthalten, die die Gesundheit fördern. Sie unterstützen den Stoffwechsel und verbessern die körperliche Befindlichkeit. Eine ganz wichtige Empfehlung ist es täglich mindestens 25 g Faserstoffe im Speiseplan zu haben. Durch eine vegan/vegetarische Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten kann das gelingen. Das Dickdarmkrebsrisiko ist mit 20-30 g Ballaststoffen am Tag um bis zu 40 % reduzierbar.

Dickdarmkrebs ist auch im Darmkrebsmonat März ein Fokusthema im Reformhaus®. Hier geht es darum, weniger tierische Lebensmittel zu essen und keinen oder wenig Alkohol zu trinken sowie nicht zu rauchen. In den weltweiten Studien sind die Menschen gesünder die vegetarisch oder flexitarisch Leben, sich regelmäßig bewegen und nicht rauchen.

Es ist doch schön zu wissen, dass man sein Wohlbefinden und sogar Gesundheit wenigstens einen Stück weit in der eigenen Hand hat. Haben Sie zum Schluss noch einen Tipp, wenn es trotz allem zur befürchteten Diagnose kommt?

Da es keinen absoluten Schutz gegen oder vor Krebs gibt, ist es wichtig, nach der Diagnose auch eine psychoonkologische Betreuung zu nutzen. Die Krebsdiagnose ist eine Belastung und dieser psychisch-soziale Stress kann auch das Immunsystem – und damit die Genesung - schwächen. Wenn Sorgen und Ängste aber aus- und angesprochen werden, ergeben sich Optionen zur Linderung.

Im Seminar an der Stiftung Reformhaus Fachakademie geht es mir darum Beratern Optionen aufzuzeigen, wie ihre Beratung bei Krebserkrankung individuell an die Situation des Betroffenen angepasst wird.

Empfehlungen aus der Beratung von Martin Rutkowsky: wichtige Vitalstoffe

Sekundäre Pflanzeninhaltstoffe (SPS) sind antioxidativ und antikanzerogen. Diese sind in allen pflanzlichen Lebensmitteln mit kräftigem Geschmack (Sellerie, Zwiebel, Lauch, Ingwer, Senf) oder mit kräftiger Farbe (Rote Bete, Aronia, Sanddorn) enthalten.

Selen ist ein unverzichtbares Spurenelement.  Es wirkt auch auf das Immunsystem und ist in Paranüssen und Kohl (z. B. Brokkoli, Weißkohl) und Zwiebelgemüse (z. B. Knoblauch, Zwiebeln) sowie in Pilzen und Hülsenfrüchten wie Linsen enthalten. Deutschland ist durch die selenarmen Böden ein Mangelgebiet, hier kann der Bedarf nur schwer über Lebensmittel gedeckt werden. Daher sind Nahrungsergänzungsmittel vorsichtig dosiert empfehlenswert.

Vitamin D wirkt in allen Organsystemen unterstützend. Es wird im Sommer in der Haut gebildet. Auf unseren Breitengraden reicht die Sonnenstrahlung im Winter nicht aus, daher sollte Vitamin D in der kalten Jahreszeit unbedingt als Nahrungsergänzungsmittel genommen werden.

Omega-3-Fettsäuren sind als Bausteine der Zellmembranen für einen guten Stoffwechsel unerlässlich und sie wirken auch antientzündlich. In Leinöl, Mandel, Walnuss und Hanf findet sich viel alpha Linolensäure. Die EPA und DHA sind gut mit Algenöl zuzuführen.

Vitamin C enthält gute wasserlösliche Antioxidantien mit vielfältigen Aufgaben, besonders auch im Immunsystem. Es kommt in Zitrusfrüchten und Sanddorn vor. Auch Acerola und Camu Camu sind gute Lieferanten.

Unser Seminartipp

Beratung bei Krebserkrankungen

Krebs im Beratungsschwerpunkt: Ernährung, Naturheilkunde und Nahrungsergänzung

Die Anzahl der Krebspatienten nimmt in Deutschland stetig zu. Nicht selten fühlen sich die Betroffenen oder Angehörige mit der Diagnose allein gelassen. Erweitern Sie in einem 3-Tage-Seminar Ihre Beratungskompetenz. Eine Fortbildung für Fachkräfte aus der Ernährungs- und Gesundheitsberatung.

Mehr Informationen unter www.akademie-gesundes-leben.de oder telefonisch: 06172 / 300 98 22

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