Durstlöscher für die Haut

Natürliche Feuchtigkeitsspeicher und Pflege

Stand: 02.07.2021 (02.07.2021)

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Wasser ist Leben – und ein Jungbrunnen für unsere Haut. Im Sommer können wir von dem kühlen Nass gar nicht genug bekommen, auch unsere Haut braucht Feuchtigkeit, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann. Welche Feuchthaltemechanismen die Haut hat und welche Feuchtigkeitsspender die besten für sie sind? Einfach weiterlesen...

Unser Körper besteht bis zu 70 Prozent aus Wasser. Dieser Wert variiert je nach Alter, Neugeborene kommen sogar auf etwa 80 Prozent Wasseranteil, 85-jährige Menschen auf nur noch ca. 50 Prozent. Wasser ist lebenswichtig für unseren Stoffwechsel. Und wir brauchen jeden Tag ausreichend Nachschub. 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die erst etwas trinken, wenn sie Durst verspüren? Dann wird Ihr Wasservorrat bereits knapp, besser ist es, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken. Kommt es zu einem Wassermangel, werden die Hautzellen trocken und im Stratum Corneum, in der Hornschicht, bilden sich raue, schuppige Stellen. Die Haut wird rissig und verliert an Elastizität. Da kann auch die beste Creme nicht viel helfen! Wir müssen erst mal Wasser trinken, um den Speicher wieder aufzufüllen. Aber was genau bewirkt die Flüssigkeitszufuhr? Kann sie uns wirklich zu schönerer Haut verhelfen? Auf jeden Fall! Die Durchblutung der Haut wird angeregt, Schlacken können besser abtransportiert werden, die Haut wirkt rosiger. Wer viel trinkt, kann sogar Unreinheiten, Cellulite und Krampfadern vorbeugen.

Der natürliche Feuchtigkeitsspeicher der Haut

In der Hornschicht unserer Haut finden wir einen Mix aus Wirkstoffen, der als Natural Moisturizing Factor (NMF) bekannt ist, also die natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut. Diese wasserlöslichen Stoffe, wie Aminosäuren, Glycerin, Mineralsalze und Harnstoff produziert der Körper selbst oder nimmt sie mit der Nahrung auf. Sie wirken wie kleine Wassermagnete, die Feuchtigkeit in der Hornschicht binden. Auch Hyaluronsäure ist ein natürlicher Stoff im menschlichen Körper und wichtiger Teil des Bindegewebes.

Hyaluronsäure kann sehr große Mengen Wasser binden, wie ein Schwamm, der sich vollsaugt, und die Elastizität der Haut erhalten. Damit dieser „Schwamm“ nicht gleich wieder austrocknet, wird die Feuchtigkeit zusätzlich durch die Hautbarriere gesichert. Sie schützt uns nicht nur vor Keimen und Bakterien von außen, sondern sie beugt auch dem übermäßigen Wasserverlust der Haut vor. Das heißt: Verfügt die Haut über genügend eigene Feuchthaltefaktoren und eine intakte Hautbarriere, ist sie gut durchfeuchtet.

Mit zunehmendem Alter nimmt aber leider der Gehalt an Hyaluronsäure, Kollagen und Aminosäuren in der Haut ab. Reifer Haut fehlt es also an Feuchtigkeit und Elastizität. Außerdem können eine genetische Veranlagung, Hitze, Flüssigkeitsmangel und zu gründliche Waschungen eine trockene Haut begünstigen.

Die richtige Pflege

Um durstige Haut zu löschen, gibt es viele verschiedene Produkte: z. B. Toner, Gesichtswasser, Seren, Lotionen, Essenzen oder Feuchtigkeits-Booster. Gesichtssprays sorgen mit ihrem feinen Sprühnebel für einen besonders schnellen Frische-Kick, perfekt nach kurzen Nächten oder als Erfrischung zwischendurch.

Tipp: Der Effekt kann noch verstärkt werden, wenn das Spray im Kühlschrank aufbewahrt wird. Eine Pflege mit hygroskopischen Stoffen wie z. B. Hyaluron oder Glycerin, die wie ein Magnet Wasser anziehen und auch binden können, hydriert unsere Haut nicht nur, sondern erweitert quasi auch den Feuchtigkeitsspeicher. Das Ergebnis: eine praller erscheinende Haut.

Je kleiner die Hyaluron-Moleküle sind, desto tiefere Schichten der Haut können sie durchdringen. In vielen Kosmetikprodukten kommen deswegen unterschiedliche Hyaluron-Arten zum Einsatz: Die hochmolekularen Hyaluron-Arten sollen für einen sofortigen Glättungseffekt der Hautoberfläche sorgen, während die niedermolekularen tiefer in die Haut gehen, dort die Feuchtigkeitsdepots wieder auffüllen und aufpolsternd wirken sollen. Extrakte der südafrikanischen Auferstehungspflanze und der skandinavischen Rotalge sollen die Wirkung noch verstärken und der Haut helfen, aus eigener Kraft wieder mehr Hyaluron zu bilden (z. B. Alsiroyal® Hyauron X-Effekt Gel).

Aloe vera spendet Feuchtigkeit

Bei sonnengereizter Haut hat sich Aloe vera bewährt. Die Wüstenpflanze ist ein optimaler Feuchtigkeitslieferant, kühlt die Haut angenehm, beruhigt und unterstützt bei der Regeneration. Am besten tragen Sie das feuchtigkeitsspendende Produkt (z. B. ARYA LAYA , Santaverde) direkt nach der Reinigung auf. So wird die Haut mit einer Extraportion Feuchtigkeit versorgt, wie ein großes Glas Mineralwasser, und perfekt auf den nächsten Pflegeschritt vorbereitet. Wer eher fettende Haut hat, kann eine nachfolgende Creme an heißen Sommertagen auch mal weglassen. Aber: Nur Feuchtigkeit ohne Fett trocknet die Haut auf Dauer aus.

Und wie sieht es mit einem Öl aus? Ein Öl wirkt zwar feuchtigkeitsbewahrend, aber nicht feuchtigkeitsspendend! Trockene Haut braucht immer eine Kombination aus Fett und Feuchtigkeit! Am besten mischen Sie z. B. ein Aloe-vera-Gel mit einem Hautöl und tragen es auf Gesicht oder Körper auf. Das macht die Haut schön geschmeidig und zart. Vergessen Sie nicht, die zarte Haut von Hals und Dekolleté mit einzucremen! 

Gut zu wissen:

Den Beauty-Booster Hyaluronsäure für eine prallere Haut gibt es übrigens auch zum Trinken (z. B. Dr. Niedermaier Regulatpro ® Hyaluron) oder als Kapseln zum Einnehmen (z. B. Bakanasan Hyaluron Kapseln).

Die Rolle einer intakten Hautbarriere

Haben Sie schon mal etwas vom Transepidermalen Wasserverlust gehört? Der TEWL (Abkürzung für die englische Bezeichnung Transepidermal Water Loss) ist die Messgröße für die Diffusionsrate von Wasserdampf durch die Dermis von Menschen, Tieren oder Pflanzen. Einfacher gesagt: wie viel körpereigenes Wasser eine bestimmte Fläche der Haut in einem bestimmten Zeitraum abgibt. In gewissem Maß ist der Vorgang ganz normal. Unsere Haut gibt jeden Tag Feuchtigkeit an die Umwelt ab, nicht nur beim Schwitzen. Wir verdunsten täglich unbemerkt ein großes Glas Wasser! Ist die Hautbarriere beschädigt, wird allerdings mehr Wasser abgegeben, der TEWL erhöht sich. Je kleiner der TEWL, desto besser ist die Schutzfunktion der Haut. 

„Knitterfältchen sind ein guter Indikator für Feuchtigkeitsmangel“


Reformhaus® Magazin: Was passiert mit der Haut, wenn ihr Feuchtigkeit fehlt?

Claudia Taron: Bei einem Feuchtigkeitsmangel spannt die Haut, wirkt fahl und verliert an Ausstrahlung. Manchmal juckt sie auch, die Hautbarriere wird rissig. Außerdem zeigen sich vermehrt Knitterfältchen, sie sind ein guter Indikator für Feuchtigkeitsmangel. Machen Sie den Hautfaltentest, um zu sehen, ob Sie gut hydriert sind. Dazu ziehen Sie die Haut am Handrücken kurz hoch und lassen nach ein paar Sekunden wieder los. Zieht sich die Haut sofort zurück, ist Ihr Wasserhaushalt ausgeglichen. Falls nicht: Unbedingt ausreichend trinken!

Braucht meine Haut im Sommer mehr Feuchtigkeit als sonst und wenn ja, warum?

Die Sonne entzieht der Haut Feuchtigkeit, genau wie starker Wind, Klimaanlagen und z. B. vermehrtes Schwitzen, wenn ich nicht genug Flüssigkeit aufnehme. Oft wird die Trinkmenge unterschätzt. Als Faustregel gilt: Trinken Sie täglich mindestens 30–40 ml pro kg Körpergewicht. Trinken ist die erste Maßnahme, erst dann kommen die Kosmetikprodukte. Mein Tipp: Setzen Sie wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten auf den Speiseplan, z. B. Gurken und Melonen. Sie enthalten viel Wasser und wenig Kalorien, sind also nebenbei auch noch gut für die Figur. Wassermelonen haben einen Wassergehalt von über 90 Prozent und sind an heißen Sommertagen der perfekte Durstlöscher. Außerdem enthalten sie wichtige Mineralien und Vitamine, wie z. B. Beta-Carotin und Lycopin, zwei tolle Radikalfänger, die die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen können. Je reifer die Wassermelone ist, desto mehr Lycopin ist enthalten!

Was sind die besten Durstlöscher und für welchen Hauttyp eignen sie sich?

Aloe vera, Hyaluron und Glycerin sind effektive Feuchtigkeitsspender. Sie eignen sich für jedes Hautbild, egal ob jung, reif, empfindlich oder fettig. Sie sind das A und O, denn jede Haut braucht ausreichend Feuchtigkeit!

Besteht die Gefahr, dass ich meiner Haut zu viel Feuchtigkeit gebe? Woran würde ich es merken?

Ein Fehler wäre, die Haut über einen langen Zeitraum nur mit Feuchtigkeit zu versorgen, das würde sie langfristig austrocknen. Es muss immer ein bisschen Fett enthalten sein, um die Feuchtigkeit in der Haut zu versiegeln und zu speichern. Wenn die Haut spannt oder eine periorale Dermatitis  entwickelt, kann dies ein Hinweis sein. Die Haut quillt auf, verliert dadurch Feuchtigkeit, es entstehen Rötungen. Merke: Die Haut freut sich über ganz viel Feuchtigkeit, aber sie braucht auch immer etwas Fett, um sie speichern zu können. 

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