Resilienz ist wichtig - auch in der Schwangerschaft

Wie wichtig ist Resilienz für werdende Mütter?

Interview mit Dr. Claudia Leidenfrost

Stand: 26.01.2021

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Dieser Frage ist Dr. Claudia Leidenfrost in ihrer Dissertation „Kohärenzgefühl, Resilienz und Stimmungslage in der Schwangerschaft“ (Friedrich-Schiller-Universität Jena) nachgegangen. Wir haben mit ihr gesprochen.

Reformhaus® Magazin: Wie haben Sie die Studie aufgebaut?

DR. CLAUDIA LEIDENFROST: Um den Einfluss verschiedener psychischer Faktoren, wie z. B. der Resilienz auf den Schwangerschaftsverlauf und das Geburtsoutcome zu untersuchen, wurden 241 Schwangere zu drei Zeitpunkten während und nach der Schwangerschaft mithilfe von Fragebögen, standardisierten psychologischen Tests und einer Kurzform der Resilienz-Skala befragt. In den statistischen Analysen wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Resilienz der Probandinnen und dem Auftreten von Schwangerschaftskomplikationen untersucht. Des Weiteren wurde analysiert, wie sich die Resilienz während der Schwangerschaft und nach der Geburt verändert.

Welche Ergebnisse konnten Sie daraus schöpfen?

Es konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Resilienz und schwangerschaftsassoziierten Komplikationen nachgewiesen werden. Je niedriger die Resilienz der befragten Frauen ausgeprägt war, umso häufiger kam es zu Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft. Besonders deutlich zeigte sich ein Zusammenhang bei niedriger Resilienz und dem Auftreten von Krämpfen, Unterleibsbeschwerden und vorzeitiger Wehentätigkeit. Interessanterweise ließ sich aber auch nachweisen, dass die Resilienz im Verlauf der Schwangerschaft zunimmt und nach der Geburt am stärksten ausgeprägt war.

Welche Erklärung könnte es dafür geben?

Neben vielen positiven Erfahrungen, die während dieser Zeit gemacht werden, stehen Frauen einer Reihe von neuen Anforderungen gegenüber, die sie vor allem während der Geburt an die Grenze ihrer körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit bringen können. Das Gefühl des „Es-Geschafft-Habens“ und der positiven Bewältigung dieses so bedeutungsvollen Lebensabschnitts scheint die psychische Widerstandsfähigkeit der Frau insgesamt bedeutend zu erhöhen. Offen blieb die Frage, ob die Erhöhung der Resilienz von Dauer ist und ob sich die Resilienz eventuell durch die neuen Ansprüche und Anforderungen des Mutterseins sogar noch weiter erhöht.

Welche Rolle spielt die Resilienz in der Behandlung werdender Mütter?

Die derzeitige Schwangerschaftsvorsorge ist traditionell eher als eine gerätebezogene Diagnostik ausgelegt, auf die psychosozialen Veränderungen und Probleme während der Schwangerschaft wird häufig nicht eingegangen. Die in der Studie verwendeten Selbstbeurteilungsinstrumente stellen eine einfach anwendbare Möglichkeit dar, gefährdete Schwangere zu identifizieren, um ihnen eventuell eine weiterführende, zusätzliche Unterstützung anzubieten.

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