neuform Qualität

neuform Qualität: Über die Bio-Verordnung hinaus

Das neuform® Qualitätszeichen

Stand: 22.07.2021 (07.08.2021)

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"Unsere Ansprüche gehen über die der Bio-Verordnung hinaus"


Dr. Viola Hörner-Wetzel ist die wissenschaftliche Leiterin des neuform® Qualitätsinstituts, das für Reformhaus® Produkte das neuform® Qualitätszeichen vergibt: Produkte mit dieser Auszeichung werden streng kontrolliert.

Reformhaus® Magazin: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher möchten durch bewusste Ernährung den Kontakt mit Umweltgiften vermindern: Können Bio-Produkte helfen, weniger Schadstoffe aufzunehmen?

Dr. Hörner-Wetzel: Produkte aus Bio-Anbau enthalten in der Regel weniger Schadstoffe als Lebensmittel aus konventionellem Anbau, da chemische Pflanzenschutzmittel grundsätzlich verboten sind. Bei konventionellen Nahrungsmitteln, die außerhalb der EU angebaut wurden, sind die Belastungen oft sogar noch höher, weil dort noch Pestizide verwendet werden, die in der Europäischen Union nicht mehr erlaubt sind.

Wodurch unterscheiden sich Bio-Lebensmittel mit dem neuform® Qualitätszeichen von gewöhnlichen Bio-Produkten?

Wenn wir ein Lebensmittel zertifizieren, dann gehen unsere Ansprüche über die Bio-Verordnung der EU hinaus: Die Hersteller müssen zusätzlich Nachweise über die Schadstoffbelastungen erbringen und unsere Grenzwerte liegen z. B. bei dem Thema Gentechnik noch unter denen der Europäischen Union. Hinzu kommt bei uns etwas, das wir risiko-orientiertes Monitoring nennen: Auch bei Waren, die wir schon zertifiziert haben und die aktuell am Markt sind, nehmen wir regelmäßig Stichproben, um zu schauen, ob wirklich alle Kriterien erfüllt sind.

Produkte, die Ihr Siegel erhalten, müssen „naturbelassen“ sein: Was bedeutet das?

Jedes Lebensmittel, das nicht roh ist, wurde verarbeitet, aber es gibt unterschiedliche Arten der Verarbeitung: Bei uns sind nur Methoden erlaubt, die auch in der Natur vorkommen – dazu gehört das Mahlen, Vergären und Fermentieren von Zutaten. Auch das Erhitzen ist möglich, aber dort gibt es Obergrenzen wie bei den Ölen: Sie dürfen nur bis maximal 40 Grad erhitzt werden, damit die wertvollen ungesättigten Fettsäuren erhalten bleiben und sich keine giftigen Stoffe bilden. Bleichen ist erlaubt, aber nicht mit Chlor, sondern mit Wasserdampf. In der konventionellen Lebensmittelherstellung werden Produkte häufig radioaktiv bestrahlt, damit sie länger haltbar sind, das geht bei uns natürlich nicht.

Warum werden in neuform® Produkten keine Stoffe vom toten Tier zugelassen?

Das Reformhaus® geht zurück auf die Lebensreform-Bewegung, die im 19. Jahrhundert entstanden ist: Sie verstand sich als Gegenentwurf zum Materialismus der Industrialisierung und wollte den Menschen zurückführen zu einem natürlicheren Lebensstil. Dazu gehörte es auch, die Massentierhaltung und die Verarbeitung von toten Tieren abzulehnen – das war in erster Linie eine ethische Entscheidung mit dem Ziel, alle lebenden Wesen wertzuschätzen und zu bewahren. Die Produkte, die wir zertifizieren, können durchaus Zutaten von lebenden Tieren enthalten, also Ei- und Milchprodukte. Allerdings nimmt der Anteil an veganen Lebensmitteln fortlaufend zu; sie werden mit unserem Siegel vegan neuform® ausgezeichnet.

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