Heilpflanzen-Heroes

Heilpflanzen-Hero: Ginseng

Wie Ginseng gegen Stress wirkt

Stand: 28.09.2021

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Wir stellen Ihnen jeden Monat unsere Heilpflanzen-Lieblinge vor. Erfahren Sie, wie Ginseng gegen Stress wirkt, warum es Manūka-Honig in mehreren Stärken gibt oder was das Besondere an Curcuma, Salbei und Zistrose ist …

Seit Hunderten, teilweise sogar Tausenden von Jahren nutzen Menschen die Heilkräfte der Pflanzen. Die Erfahrungen wurden meist mündlich in den Familien oder Dorfgemeinschaften weitergegeben, später oft von den Mönchen und Nonnen in den Klöstern aufgeschrieben und verwahrt. Für jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen, lautet daher eine bekannte Volksweisheit.

Sanfte Mittel aus der Natur

Heute interessieren sich besonders viele junge Menschen, denen Fitness und gesunde Ernährung wichtig sind, für den Erfahrungsschatz der Ahnen. Sie entdecken das alte Wissen neu und finden es spannend, es praktisch anzuwenden. Sie kochen sich etwa lieber einen Tee, statt zur Tablette zu greifen. Sie ziehen die sanften Mittel aus der Natur denen der Pharma-Industrie vor. Ein Trend, der anhält – aus guten Gründen. Denn längst wissen wir ja um die immer häufiger sich bildenden Resistenzen von Bakterien und Viren gegen Antibiotika. Wissen auch, dass der regelmäßige Gebrauch von Medikamenten zur Abhängigkeit führen oder uns negativ auf den Magen oder die Nieren schlagen kann. Warum also – zumindest bei Alltagszipperlein wie einer Erkältung, Blasenreizung oder Magenverstimmung – nicht lieber auf sanfte Mittel zurückgreifen, wenn diese genauso gut helfen?

Und noch etwas spricht für die Phytotherapie: Durch die Globalisierung stehen uns heute auch Pflanzen oder Produkte aus entfernten Regionen der Erde zur Verfügung, die unsere Großeltern noch gar nicht kannten. Ginseng aus China oder Korea, Curcuma aus Indien oder Manūka Honig aus Neuseeland gehören heute zu den gefragtesten Mitteln, um nicht nur Beschwerden zu behandeln, sondern unser gesamtes körperliches und mentales Wohlbefinden auch vorbeugend zu stärken. Gerade diese drei Trendsetter unterstützen nachweislich unser Immunsystem und unsere Selbstheilungskräfte. Aber auch die bei uns in Gärten und auf Balkonen wachsenden Kräuter wie etwa der Salbei werden neu entdeckt. Und in der Corona-Krise kam die gute alte Zistrose als Virusblocker zu neuen Ehren.

Erkenntnisse der Pflanzenheilkunde

Diesen wunderbaren Heilpflanzen wollen wir unsere neue Serie widmen: Heilpflanzen-Heroes. In der jetzigen Ausgabe starten wir mit einem Porträt der Powerwurzel Ginseng. Sie erfahren alles über seine wertvollen Inhaltsstoffe und die möglichen Anwendungsgebiete. Das Gute ist: Auch die Schulmedizin und vor allem die medizinische Forschung haben die Erkenntnisse der Pflanzenheilkunde längst wieder auf dem Zettel. In vielen wissenschaftlichen Studien und im Labor wurde und wird weiterhin erforscht, wie ganz genau und warum die Heilpflanzen so positiv auf den menschlichen Organismus wirken.

Und längst steht fest: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Das A und O ist immer das Zusammenspiel sämtlicher in einer Pflanze oder Wurzel vorhandener Inhaltsstoffe.

„Der echte Ginseng ist unangefochtener Spitzenreiter unter den Pflanzen mit adaptogener Wirkung und besitzt den stärksten ‚Antistresseffekt‘.“

Bernd Küllenberg, Dipl. Ökotrophologe / Seminarleiter an der Akademie Gesundes Leben


Beim Ginseng sind es neben den Ginsenosiden auch die Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme, die in der Wurzel stecken. Bei Gartenkräutern wie dem Salbei sind die ätherischen Öle wichtig, ebenso Bitter- und Gerbstoffe sowie gleichfalls Mineralien und Vitamine. Je mehr man in die Materie einsteigt, desto mehr erfährt man, was da alles auf so geniale Weise zusammen wirkt. Vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, mit denen die Pflanze sich selber an ihrem Standort im Freien vor Fressfeinden, Hitze und Krankheiten schützt, können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Fast alle der Farb- und Duft-, Gerb- und Bitterstoffe wirken schon einzeln entzündungshemmend und antioxidativ. Aber erst im Zusammenspiel entfalten sie ihre gesamte geballte Power.

Eines allerdings sollten wir bei aller Bewunderung für die heilsamen Kräfte aus der Natur nicht vergessen: Auch die Schulmedizin hat ihre Berechtigung, bei bestimmten schweren Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt dürfen wir froh und dankbar sein, dass wir sie haben. Am besten fahren wir also, wenn wir beide Richtungen kennen, schätzen und je nach Bedarf für uns nutzen. Und nun: Viel Freude mit unseren Heilpflanzen-Heroes!

Ginseng - woher kommt er?

Ginseng wächst in China, Japan, Korea und der sibirischen Taiga. Und schon vor 5.000 Jahren wusste man hier um seine heilsamen Kräfte. „Die Menschenähnliche“ – chinesisch von ‚jen’ Mensch und ‚shen’ ähnlich – bedeutet der Name, denn die verzweigte Wurzel erinnert optisch an eine Miniaturausgabe des Menschen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt sie als Naturschatz zur Stärkung der körperlichen und mentalen Gesundheit. Ihre einzigartigen Wirkstoffe, die mehr als 30 Ginsenoside, verbinden sich mit Vitaminen, Mineralien, Enzymen und Spurenelementen zu einem echten Kraftpaket. Freilich erfordert der Anbau von den Bauern Geduld: Sechs Jahre Zeit braucht die Wurzel, bis sie geerntet werden kann, erst dann hat sie der Erde alle Nährstoffe entzogen und ihr Wirkpotenzial voll entwickelt.

Was das Besondere an Ginseng ist

Ginseng fördert die Bildung von Antioxidantien. Sie sind die Schutztruppe unseres Körpers, die schädliche freie Radikale abwehrt. Antioxidantien müssen wir über unsere Nahrung aufnehmen, Ginseng mit einem sehr hohen sogenannten ORAC-Wert ist dafür ideal. ORAC ist das Kürzel für „Oxygen Radical Absorp on Capacity“, also für die antioxidative Kapazität eines Produkts. Bei einem Wert über 100.000 μmol TE/100 g gelten Produkte als „Super-Antioxidantien“. Mit einem ORAC-Wert von über 300.000 (gemessen für die Trockenextrakt-Kapsel, siehe Spalte rechts) ist der Rote Koreanische Ginseng top.

Wie er hilft

Ginseng zählt zu den Adaptogenen, also jenen Heilpflanzen, die eine anregende und eine beruhigende Wirkung haben. Der Begriff kommt aus dem Englischen (to adapt) und bedeutet: angepasst, ausgleichend. Ginseng kann also Körper, Seele und Geist bei Bedarf stärken und dabei gleichzeitig entspannen und beruhigen. Dies liegt an den schon genannten Wirkstoffen, den Ginsenosiden. Einige regen an, unterstützen Herz, Kreislauf und Leistungsvermögen, die anderen beruhigen – eine kongeniale Kombination gegen alle Arten von Stress. Es werden weniger Stresshormone gebildet und bereits vorhandene schneller abgebaut, das Immunsystem gestärkt und die vorhandenen Energien optimal genutzt.

Wer ihn braucht

Ginseng gehört zu den gut erforschten Naturarzneien. Studien belegen positive Effekte bei Gicht, Rheuma, Multipler Sklerose und Diabetes, Antriebsschwäche und Erschöpfung. Ginseng fördert die Bildung von Antikörpern, welche Viren und Bakterien bekämpfen. Er unterstützt eine gesunde Darmflora und senkt schädliche Entzündungswerte, die durch Stress, Umweltgifte, falsche Ernährung und den Alterungsprozess entstehen und ernste Folgekrankheiten (wie etwa MS) nach sich ziehen können. In der palliativen Krebstherapie kann Ginseng die Begleiterscheinungen von einer Chemotherapie mildern, im Alter Hilfe leisten bei nachlassender Gedächtnisleistung. Dabei gilt: besser vorbeugen als nachbessern.

Wo es ihn gibt

Wird die Wurzel nur gewaschen und getrocknet, bleibt sie weiß. Für die Rotfärbung wird sie schonend gedämpft und entwickelt dabei weitere wertvolle Ginsenoside. Das Familienunternehmen KGV vertreibt Roten Korea Ginseng seit 1980 in Deutschland, aufbereitet und geprüft nach Vorgabe der Arzneimittelgesetze. Im Reformhaus® gibt es ihn hochdosiert als Trockenextrakt-Kapsel, geringer dosiert als Wurzelpulver-Extrakt Kapsel oder -Tablette, Instant-Tee oder Wurzelscheiben zum Kauen. Auch Alsiroyal® bietet Roten Ginseng als Kapseln und Extraktpulver Bio an. Einnahme nach Packungsvorgaben.

 

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