Strahlend weiße und gesunde Zähne ©Kurhan - stock.adobe.com

Gesunde und schöne Zähne

Was wir für unsere Zahngesundheit tun können

Stand: 20.01.2022 (24.02.2022)

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Was wir – ganz natürlich – tun können, um Parodontose & Co. in Schach zu halten und was ganzheitlich arbeitende Zahnärzte empfehlen.

Ein strahlendes Lächeln, kraftvolles und schmerzfreies Kauen bis ins hohe Alter – das wünschen wir uns für unser Gebiss. Doch die Realität sieht ein wenig anders aus. Karies und Kreidezähne schon im Kindesalter schädigen die Zähne, und im Erwachsenenalter kommen für viele Probleme mit dem Zahnfleisch hinzu. „Schon jede/r Zweite im Alter zwischen 35 und 44 Jahren leidet unter einer beginnenden Parodontitis,“ erläutert Dr. Maximilian Gärtner. Das ist auch deswegen beachtenswert früh, weil ein Motto unter ZahnärztInnen lautet: einmal Parodontitis-PatientIn, immer Parodontitis-PatientIn. Mit anderen Worten, wer einmal mit einer bakteriellen Entzündung des Zahnhalsbettes zu kämpfen hatte, wird sie auch nicht wieder los, oder sie taucht immer wieder auf. Dabei ist Parodontitis ein Alarmsignal, Bakterien gelangen von der Mundhöhle in den ganzen Körper und können dort Gefäße und Organe wie das Herz schädigen, auch ein Zusammenhang zu Frühgeburten konnte festgestellt werden.

Gesundheit beginnt im Mund

„Die Bakterien, die in der Mundhöhle zu finden sind, lösen auch im restlichen Körper Entzündungen aus,“ so Dr. Gärtner. „Interessant wäre, wenn wir schon bei den jungen PatientInnen mit Parodontitis schauen würden, ob es womöglich auch woanders im Körper schon Entzündungen gibt.“ Bekannt ist nämlich, dass dieselben Faktoren, die zu Zahnfleischentzündungen führen, auch Übergewicht und Diabetes begünstigen. „Es sind dann überall Entzündungsmediatoren zu finden, die sich später auch gegenseitig befeuern.“ Vorausgesetzt, man steuert nicht aktiv dagegen an. Doch was kann man tun?

Dafür ist die richtige Mundhygiene wichtig. Denn wer richtig und regelmäßig die Zähne putzt, kann durchaus einen ungünstigen Biofilm im Mund verhindern. Dazu gehört auch eine professionelle Zahnreinigung alle zwei bis sechs Monate, das Reinigen der Zahnzwischenräume mit passenden Bürstchen und/oder Zahnseide und die richtige Putztechnik. Doch nur wenigen gelingt es, das regelmäßig und gründlich zu tun, weiß Dr. Gärtner: „Hierbei kann es helfen, wenn der Zahnarzt über zwei Jahre nach einer behandelten Parodontitis immer wieder im Dialog bleibt und über das Anfärben sichtbar macht, wo es Defizite bei der Putztechnik gibt.“ Diese Anleitung zum sogenannten Biofilm-Management soll jetzt auch von den Krankenkassen übernommen werden.

Ganzheitlicher Behandlungsansatz

Für Dr. Gärtner ist allerdings ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der nicht an den Symptomen ansetzt, noch wichtiger. „Denn eine mangelnde Mundhygiene ist nicht die Ursache für kaputte Zähne und Zahnfleischentzündungen. Diese Ursachen führen zu Belastungen des gesamten Körpers und lösen chronische und akute Krankheiten aus. Doch die Gefäße kann man nicht putzen.“ Eine der wesentlichen Ursachen liegt in unserem Lebensstil mit einer ungünstigen Ernährung. So ist bekannt, dass Zucker Karies fördert und die westliche Ernährungsweise zu mehr Parodontitis führt. Doch kann man diesen Effekt auch wieder umdrehen? Wie stark lassen sich Entzündungen wieder heilen, wenn man die Ernährung umstellt?

In einer wissenschaftlichen Arbeit hat sich der Zahnarzt diese Fragen gestellt. In der Studie verglich er zwei Gruppen: die eine ernährte sich typisch westlich und die andere auf Grundlage der Erkenntnisse der modernen Ernährungsmedizin. Also vor allem pflanzlich basiert und mit Verzicht auf einfache Kohlenhydrate. Untersucht wurde die Auswirkung auf die Gingivitis, also die oberflächliche Zahnfleischentzündung. Das Erstaunliche: Nach sechs Wochen Ernährungsumstellung hatte die Gruppe mit der gesunden Ernährungsweise eine Verbesserung des Biofilms um 40 Prozent erreicht. Es lohnt sich also, bei einer akuten Zahnfleischentzündung auch den Speiseplan genauer anzusehen.

Ganzheitliche Zahnmedizin

Als Experte der internationalen Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin (gzm) bezieht Dr. Gärtner auch andere Lebensstilfaktoren in seine Behandlung mit ein. Dazu gehören Stress, Schlafstörungen und Bewegungsmangel. Denn im Mund zeigt sich besonders offensichtlich, was den ganzen Körper belastet. Und er betont: „So können orale Erkrankungen letztlich eine präventive Chance darstellen, seinen Lebensstil, der zu vielen chronischen Erkrankungen führen kann, zu hinterfragen.“ Ein weiterer Grund, sich frühzeitig um die Zahngesundheit zu kümmern ist, dass Zahnersatz und Füllungen nicht wirklich optimal sind. Viele Umweltzahnmediziner gehen davon aus, dass Unverträglichkeitsreaktionen auf Dentalmaterialien (Amalgam und Metalle) allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Allergien oder chronische Abwehrschwächen verursachen können. So wird vermutlich über unsere heutigen Materialien wie Kleber und Kunststofffüllungen in wenigen Jahrzehnten ebenso diskutiert werden. Dr. Gärtner wünscht sich auch deswegen eine entsprechende Prophylaxe, denn: „Nichts ist so gut wie die eigenen Zähne.“ 

Tipp: Mit dieser Ernährung bleibt das Zahnfleisch gesund

  • Ausreichend Obst, Gemüse sowie Vollkornprodukte, die Ballaststoffe sollten dabei 30g am Tag ausmachen. Für ausreichend Antioxidantien sorgen Beeren und grüner Tee. Dr. Gärtner empfiehlt für Omega-3-Fettsäuren Algenöl.
  • Backwaren, Nudeln, Reis mit einfachen Kohlenhydraten sollten dagegen tabu sein.
  • Als Nahrungsergänzung ist neben dem Algenöl auch Vitamin D sinnvoll. Bei akuten Entzündungen sind außerdem Probiotika (z. B. in Sauerkraut) hilfreich.

Gut zu wissen: Ganzheitliche Zahnmedizin – hier finden Sie Zahnärzte

  • In der internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. haben sich Zahnärzte im Kompetenz- Netzwerk für Orale Medizin zusammengeschlossen, um über die Erkenntnisse der Schulmedizin hinaus für Ihre Gesundheit zu sorgen. Auf der Web-Seite im Internet können Sie über eine Suchmaske einen Zahnarzt finden, der seine Behandlung mit ganzheitlichen Methoden ergänzt: www.gzm.org 
  • Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V.
    Kloppenheimer Straße 10
    68239 Mannheim
    Telefon: +49 621 4824300
    E-Mail: info@gzm-org.de
    Internet: www.gzm.org 

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