Buchtipp Prof. Dr. Ingo Froböse: „Die Gesundheitsformel der 100-Jährigen. 7 Schlüssel für ein langes Leben“, ZS Verlag, 24,99 Euro

Besser länger leben

Interview mit Prof. Ingo Froböse

Stand: 24.02.2021 (12.03.2021)

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Das Streben nach ewiger Jugend oder zumindest einem möglichst langen Leben: eine Sehnsucht, die so alt ist wie der Mensch selbst. ForscherInnen gehen heute davon aus, dass in einigen Industrieländern in den Geburtsjahrgängen ab dem Jahr 2000 mindestens die Hälfte der Menschen 100 Jahre und älter wird – wären nicht lebensstilbedingte Krankheiten wie Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf dem Vormarsch. Ein hohes Alter ist eben (noch) kein Selbstläufer. Wir haben mit Reformhaus® Experte Prof. Ingo Froböse gesprochen. Er hat besonders lange Lebensläufe genau studiert. In seinem neuen Buch „Die Gesundheitsformel der 100-Jährigen“ (s. re.) entschlüsselt er das Geheimnis des gesunden Alterns auf natürliche Weise. 

Reformhaus® Magazin: Herr Prof. Froböse, schon seit Jahren investieren Unternehmen in der ganzen Welt Milliarden in den potenziellen Markt der künstlichen Lebensverlängerer – auch Immortalisten genannt. Träumen auch Sie schon vom ewigen Leben? 

Prof. Dr. Ingo Froböse: Die Evolution hat durch hormonelle und physiologische Prozesse bestimmte Lebensspannen und -phasen eingerichtet, die unser Leben natürlich begrenzen und das ist auch gut so! Dies aufzubrechen bedeutet gegen die Biologie zu agieren, und das kann auf dem Weg zu einem gesunden Altern sicher nicht der richtige Weg sein.

Es geht also aus ihrer Sicht nicht darum, das Altern in die Länge zu ziehen oder sogar zu stoppen?

Wir müssen unbedingt davon wegkommen, Altern als eine Krankheit oder unangenehme Erscheinung zu betrachten, sondern als einen sinnvollen Prozess. Denn mit dem Älter werden gehen ja auch emotionale Entwicklungen einher, die für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung sind. Und nicht zuletzt das Akzeptieren der Rolle als Großeltern oder erfahrener Ratgeber trägt zu Fitness im Alter bei – genauso wie ein aktiver Lebensstil oder ausgewogene Ernährung!

Sie beschreiben u. a. das Phänomen der sogenannten Blue Zones, also der Regionen in der Welt, wo es besonders viele Hundertjährige gibt. Entscheidet am Ende mein Wohnort über die Chance sehr alt zu werden?

Bei den in den Blue Zones lebenden Menschen haben wir gar nicht so sehr das Erreichen eines bestimmten Alters, sondern vor allem die Lebensqualität während des Alterns analysiert. Ob jemand 98 oder 105 wird, ist ja letztlich zweitrangig. Viel entscheidender sind die 20–30 Jahre vorher, und da lassen sich in der Bevölkerung im Osten Sardiniens oder im japanischen Okinawa tatsächlich einige Faktoren ermitteln, die diese Orte hinsichtlich des gesunden Alterns begünstigt. Da ist der eher ländliche Charakter, der genauso eine geringe Luftverschmutzung wie auch eine regionale, saisonale Ernährung mit sich bringt. Gleichzeitig wurden aber auch weniger Stressbelastung, viel Bewegung an der frischen Luft und eine starke soziale oder familiäre Bindung als wichtige Säulen der Lebensqualität im hohen Alter identifiziert – alles Komponenten, die wir zu größten Teilen selbst in der Hand haben.

Welche Hilfsmittel hat denn unser Körper, ganz ohne Veränderungen des eigenen Genmaterials, Medikamente oder chirurgische Eingriffe?

Es lassen sich insgesamt sieben Schlüssel definieren, mit denen wir das Schloss zum gesunden Altern knacken können. Unsere Gene gehören übrigens nicht dazu! Denn wie alt wir werden, hängt nur zu 7–10 Prozent von unserer familiären Vorgeschichte ab. Stattdessen stecken diese Schlüssel in der Pflege unserer wichtigsten Kreisläufe und physiologischen Prozesse des Körpers: dem Stoffwechsel, der Muskulatur, den Zellen und dem Immunsystem. Kombiniert mit dem genannten aktiven Lebensstil, ausgewogener Ernährung und Regeneration in einem sozialen Umfeld hat jeder von uns zahlreiche Möglichkeiten, um z. B. den Dominoeffekt einer lebensstilbedingten Erkrankung gar nicht erst negativ in unseren Alterungsprozess eingreifen zu lassen.

In der Jugend machen sich die wenigsten Gedanken um ihre Gesundheit mit 75. Können wir auch noch in höherem Alter die Kurve Richtung „Gesundes Altern“ nehmen?

Absolut! Alle beschriebenen Systeme befinden sich im ständigen Auf- und Umbau und das ein Leben lang. So bleibt auch immer die Gelegenheit, mindestens einen dieser Schlüssel ins Schloss zu stecken und diese Prozesse in jedem Alter positiv zu beeinflussen. Es gibt also nicht nur den einen Weg zum gesunden Altern, sondern er kann durch diverse Zufahrtsstraßen und Kreuzungen immer wiedergefunden oder sogar neu entdeckt werden – ob wir die schnellste Route oder einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, liegt aber an dem, der am Steuer sitzt!  

Buchtipp: Die Gesundheitsformel der 100-Jährigen

Prof. Dr. Ingo Froböse:
„Die Gesundheitsformel der 100-Jährigen. 7 Schlüssel für ein langes Leben“
ZS Verlag
24,99 Euro 

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