Zu dünn ist auch nicht gut

Untergewicht

Stand: 03.06.2016 (23.05.2011)

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Die meisten Deutschen bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Doch ungefähr jeder zwanzigste hat – oft ungewollt – das gegenteilige Problem: Er ist zu dünn. Besonders ältere Menschen sind betroffen. Sigrid Siebert, Ernährungswissenschaftlerin und Diätassistentin, gibt Tipps zum Zunehmen.

Viele machen sich Gedanken um Pölsterchen und überzählige Pfunde. Aus gutem Grund: Übergewicht ist ein gesellschaftliches Thema geworden. Besonders Kinder und Jugendliche sind oft zu schwer. Die Ursachen: zu viel Zucker, zu viel Fett, zu wenig Bewegung. Dabei wird aus den Augen verloren, dass es auch Untergewicht ein Problem sein kann: Hierzulande wiegen ungefähr fünf Prozent der Bevölkerung zu wenig. Als Richtwert für Untergewicht gilt ein BMI (Body-Mass-Index) von unter 18,5 (Body-Mass-Index-Rechner).

Ursachen für Untergewicht können sein:

  • chronische Krankheiten
  • Magersucht
  • Gewichtsabnahme aus Altersschwäche
  • schwierige Lebensumstände (z. B. Einsamkeit oder Sorge um einen Angehörigen)
  • Überforderung

Daneben gibt es viele rundum gesunde Menschen, die ungewollt dünn sind. Denn das Körpergewicht ist so individuell wie die Menschen selbst. Ein schlanker Körperbau kann vererbt werden. Als „schlechte Futterverwerter” leiden die Betroffenen vor allem psychisch unter dem zu geringen Gewicht, da sie zum Beispiel bei leichter Bekleidung durch ihre dünnen Arme und Beine auffallen.

Lässt man den optischen Effekt einmal außen vor, ist es vor allem wichtig, dass die Versorgung mit allen lebensnotwendigen Vitalstoffen sichergestellt ist. Vor allem ältere Menschen holen Gewichtsverluste nicht mehr so schnell auf wie jüngere und sind dadurch anfälliger für Krankheiten. Sie sollten ihr Gewicht regelmäßig überprüfen.

Bei Senioren, die ohne es zu wollen in wenigen Monaten mehr als drei bis vier Kilogramm Gewicht verlieren, ist das ein Alarmsignal und ein Arzt sollte zu Rate gezogen werden!

Was hilft?

Als Betroffener sollten Sie energiedichte, nichtvoluminöse Mahlzeiten bevorzugen, die nicht so schnell satt machen.

Folgende Lebensmittel sind gut geeignet:

  • pflanzliche Öle
  • Nüsse und Saaten
  • Kokosflocken
  • Erdnussbutter
  • Nussmuse
  • Sahne
  • Butter
  • Crème fraîche

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 Halten Sie zusätzlich einige Regeln ein, sollten Sie bald wieder mehr auf die Waage bringen:

  • Häufige, appetitanregende, kleine Mahlzeiten
  • Nach einem ausgiebigen Frühstück empfehlen sich bis zum Mittagessen ein bis zwei Zwischenmahlzeiten
  • Zum Mittag dürfen es gerne mehrere Gänge sein, wobei die Hauptspeise aus verschiedenen Komponenten bestehen sollte, mit einem Dessert zum Abschluss
  • Am Nachmittag bietet sich eine weitere kleine Mahlzeit, z. B. ein Kuchenstück, an
  • Insbesondere eine späte, gehaltvolle Abendmahlzeit wie ein Milchshake, Sahnejoghurt oder eine kleine Käseplatte mit Oliven und Nüssen ist sinnvoll
  • Steigern Sie gezielt Ihren Appetit und die Verträglichkeit von Speisen mit frischen Kräutern und Gewürzen
  • Essen Sie in Gesellschaft
  • Bewegen Sie sich, und gehen Sie an die frische Luft

Bei Kau- und Schluckbeschwerden Tricks anwenden, die das Essen erleichtern: pürieren, klein schneiden, fein reiben oder raspeln.

Kinder und Jugendliche

Gerade Kleinkinder haben ein natürliches Gefühl für Hunger, und ihr Appetit kann stark schwanken. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn sie vorübergehend wenig essen und ansonsten gesund sind. Kritisch wird es, wenn der Zustand über mehrere Wochen andauert und zudem Müdigkeit, Lustlosigkeit oder häufige Krankheiten auftreten.

Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer Essstörung in der Jugend. Nicht zuletzt Promis in Fernsehen und Zeitschriften geben vor, wie Jugendliche auszusehen haben –  und das hat mit der Realität meist nichts zu tun. Bei extremem Untergewicht oder wenn nach Fressanfällen absichtlich erbrochen wird, ist professionelle Hilfe ratsam. 

Eher Störung als Krankheit

Und denken Sie immer daran: Untergewicht an sich ist keine Krankheit. Wer sich trotz weniger Kilos wohl und leistungsfähig fühlt, muss sich nicht zwingend um die Gesundheit sorgen. Ein zu niedriges Körpergewicht wird dann zu einem Problem, wenn das Fettgewebe, die stoffwechselaktiven Zellen oder die Muskulatur auf weniger als ein Drittel der Norm zurückgegangen sind. Erst dann ist der Körper unter anderem anfälliger für Infektions- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Weitere, gebündelte Infos bietet Ihnen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.bzga.de

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