Was wirkt gegen Heuschnupfen?

Experten-Tipps zu Pollenallergie

Stand: 01.07.2016

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Endlich Frühling, durchatmen! Nicht für alle. Fast jeder Fünfte leidet in der Pollensaison unter Heuschnupfen, juckenden Augen oder Niesanfällen. Dagegen können Sie etwas tun! Wir haben bei sechs unserer Experten nachgefragt.

Gesunde Darmflora stärkt Immunfunktion

Pollen schlagen uns auch auf den Magen. So kommt selbst der Magen-Darm-Trakt stark mit Allergenen in Berührung. Daher spielt die intakte Immunfunktion der Darmschleimhaut eine entscheidende Rolle. Regulierenden Einfluss auf diese Immunfunktion hat eine gesunde Darmflora.

Sogenannte Probiotika, das sind darmfreundliche Bakterien, helfen bereits im Kleinkindalter, die Entstehung von Allergien zu verhindern oder abzuschwächen. Diese Darmsanierung ist eine Basistherapie bei allergischen Erkrankungen. Im Reformhaus® erhalten Sie hochwertige Präparate, die Bakterien in ausreichender Anzahl und Stabilität enthalten.

Sagt: Ulrich Jentzen, Ernährungswissenschaftler, Geschäftsführer Akademie Gesundes Leben, www.akademie-gesundes-leben.de

Mit Traditioneller Chinesischer Medizin gegen Heuschnupfen

Die Traditionelle Chinesische Medizin kennt keine Allergien. Unser Heuschnupfen ist dort als „Wei-Qi-Mangel” bekannt. Man versteht darunter, dass Nieren und Milz einen Yang-Mangel zeigen. Folglich muss das Yang dieser Organe gestärkt werden. So lautet die Therapie:

  • kühlende und befeuchtende Lebensmittel (wie Milchprodukte, Tiefkühlkost oder Mikrowellenessen) meiden. Ausnahme: Butter und gekochte Milchprodukte.
  • Ebenso ungünstig: Rohkost, speziell Südfrüchte in der Winterzeit, sowie Weizen und viele Brotarten

Sagt: Dr. med. Florian Ploberger, Allgemeinmediziner mit dem Schwerpunkt Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Wien

Klassische Naturheilverfahren bei Heuschnupfen

Statt zu Medikamenten greift die Naturheilkunde zu Zink, Vitamin B6 und Calcium. Diese Stoffe werden bei den Abwehr- und Immunprozessen reichlich verbraucht. Reichlich steckt davon in Getreidesorten wie Hafer, Hirse, Quinoa und Amaranth. Oder Sie greifen zu entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln.

Auch Akupunktur, chinesische Medizin, Eigenblutbehandlungen, homöopathische Medikamente und Schüßler-Salze lindern die Allergie-Symptome. Je nach individuellem Beschwerdebild lassen sich die entsprechenden Salze leicht selbst herausfinden. Bei einer allergischen Bindehautentzündung helfen einfache Watteauflagen mit abgekühltem Pfefferminztee.

Sagt: Dr. med. Uwe Siedentopp, Ernährungswissenschaftler und Mediziner, klassische Naturheilverfahren, TCM, Diätetik, Kassel

Buchtipp: Drehscheibe für Schüßler-Salze – Eigenschaften und Funktionen der Salze Nr. 1–12 sowie der Ergänzungsmittel Nr.13–27; ISBN: 978-3-9808730-2-4.

Zehn praktische Tipps vom Ernährungs- und Sportwissenschaftler

  1. Besorgen Sie sich einen Pollenflugkalender. So wissen Sie, zu welchen Zeiten Vorsicht geboten ist!
  2. Gönnen Sie sich einen Urlaub am Meer oder im Hochgebirge. So entfliehen sie den Pollen, weil dort die Pollenbelastung sehr gering ist.
  3. Die Alternative für den kleinen Geldbeutel: ein Besuch in Hallenbad oder Sauna. Das bringt kurzzeitige Entlastung und ist für die geplagten Schleimhäute eine Wohltat.
  4. Lüften Sie Ihre Wohnung nach Regengüssen und morgens zwischen 6:00 und 8:00 Uhr. Dann sind in der Regel wenig Pollen unterwegs.
  5. Häufiges feuchtes Durchwischen der Wohnung vermindert ebenfalls die Pollenbelastung.
  6. Achten Sie beim Staubsauger auf einen Spezialfilter. Den gibt’s im Fachgeschäft.
  7. Ein Auto mit Klimaanlage sollte ebenfalls einen Pollenfilter haben. Tauschen Sie diesen regelmäßig aus!
  8. Duschen und waschen Sie Ihre Haare vor dem Zubettgehen. Das entfernt die tagsüber „aufgesammelten” Pollen.
  9. Bewahren Sie Kleider, die tagsüber getragen wurden, nicht im Schlafzimmer auf.
  10. Einige Vitamine und Mineralstoffe vermindern teilweise allergische Reaktionen. Dazu zählen Vitamin B6, Vitamin C und Zink.

Sagt: Bernd Küllenberg, Ernährungs- und Sportwissenschaftler, Dozent an der Akademie Gesundes Leben

Entspannt mit einem ganzheitlichen Ansatz gegen die Pollenallergie

Heuschnupfen hat auch mit Stress zu tun – mit hausgemachtem Stress. Lernen Sie zu relaxen, beispielsweise mit einer Entspannungsmethode. Auch eine Aromatherapie mit einem naturreinen Rosenöl kann lindernd wirken: Den Rosenduft in eine Duftlampe geben oder in Rosenölwasser getränkte Kompressen auflegen.

Dann gibt es eine Reihe alternativer Möglichkeiten und Mittel, die sanft und nachhaltig wirken. Hilfreich sind zum Beispiel regelmäßige Nasenspülungen mit Salz, eine Kur mit Schwarzkümmelöl, die ausreichende Aufnahme von Magnesium und Vitamin C sowie Akupunktur. Oder wie wäre es mit einem Heuschnupfenspray mit Zitrus- und Quittenextrakten? Das wirkt zusammenziehend und stoppt den Fließschnupfen.

Eine Pollenallergie verschwindet nicht auf Knopfdruck. Denn wie bei allen chronischen Beschwerden stellt sich der Behandlungserfolg nur langsam ein. Damit sich das Befinden grundlegend verbessert, muss man sich immer wieder fragen: An welchem Schräubchen im körperlichen und psychosomatischen Geschehen kann erfolgreich gedreht werden?

Sagt: Dr. med. Isabel Bloss, Praktische Ärztin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Naturheilverfahren, Psychosomatik, www.praxis-dr-bloss.de

Gewappnet mit Hyposensibilisierung und Pollenflugkalender in die Heuschnupfenzeit

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren beginnt der Pollenflug heute nicht nur früher, sondern dauert auch länger. Ergänzt mit aktuellen Infos, hilft der Pollenflugkalender beim Orientieren: Treiben Sie an Tagen mit starkem Pollenflug lieber keinen Outdoor-Sport und planen Sie Ihren Urlaub je nach Flugzeit der Hauptpollen. Fahren Sie lieber in der kritischen Zeit in eine pollenarme oder -freie Gegend.

Um das Risiko eines allergischen Asthmas zu minimieren, empfiehlt der DAAB eine Hyposensibilisierung. Die klassische Behandlung dauert drei Jahre. Für den Erfolg ist eine genaue Allergiediagnostik Voraussetzung – und die Mitarbeit des Patienten! Danach sollten die meisten Beschwerden gelindert oder ganz verschwunden sein. Manchmal muss eine Behandlung nach acht bis zehn Jahren aufgefrischt werden. Neben der Spritzentherapie gibt es inzwischen auch Präparate in Form von Tropfen oder Tabletten – vorerst aber nur für Gräserpollenallergiker.

Sagt: Anja Schwalfenberg, Dipl.-Biologin, Patientenberatung Allergien und Atemwege beim Deutschen Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach; www.daab.de

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber „Einkaufsführer für Allergiker” (PDF-Download)

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