Vorsicht, Blutsauger

Schutz vor Zecken

Stand: 01.06.2016

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Ein Picknick auf der Wiese genießen, ausgedehnte Wanderungen durch die Wälder machen, barfuß durchs hohe Gras streifen – solche Aktivitäten machen einen Sommer erst perfekt. Doch Vorsicht: Im Grünen lauern Mini-Vampire. Zecken verursachen so viele Erkrankungen wie kein anderes Tier in Deutschland. Aber wer sich richtig schützt, muss wenig befürchten.

Der beste Schutz vor Zecken

Vorbeugend am besten ein Zeckenschutzmittel verwenden. Sie sollten es idealerweise nicht auf der Kleidung, sondern direkt auf der Haut an den von Zecken bevorzugten Stichstellen verteilen. Das sind vor allem dünne, warme Hautbereiche wie Kniekehle, Achselhöhle, Brustbereich, Bein-Innenseiten und der Nacken.

  • Ein natürliches Abwehrmittel ist Teebaumöl. Es kann eine abschreckende Wirkung auf Blutsauger erzielen. Achtung: Nicht jeder verträgt pures Teebaumöl auf der Haut, testen Sie es daher erst einmal mit einem Tropfen in der Ellenbogenbeuge.
  • Natürliche Zeckenschutz-Sprays setzen ebenfalls auf ätherische Öle, beispielsweise auf einen Extrakt aus Zitronen-Eukalyptus. Der für Menschen angenehm-frische Duft schreckt die Minivampire ab.
  • Auch Kokosöl gilt seit Jahrzehnten als natürliches Mittel gegen Zecken, und das sowohl bei Menschen als auch bei Haustieren. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Kokosöl mit seinen Inhaltsstoffen und seinem Geruch Zecken wirkungsvoll daran hindert, sich in der Haut des Wirtes zu verbeißen. Einer der wichtigsten Bestandteile des Kokosöls ist die sogenannte Laurinsäure, auf die Zecken extrem stark reagieren. Nahezu alle Hautpartien, die in Tests mit einer Laurinsäure-Lösung behandelt wurden, wurden von Zecken gemieden.
  • Innerlich kann man mit Cistus incanus eine gewisse Zeckenabwehr erreichen. Positiver Nebeneffekt einer Cistusgabe ist ein stabiles Immunsystem, was auch das Risiko für Borreliose- und FSME-Erkrankungen senkt. Allerdings sollte Cistus auf keinen Fall dauerhaft eingesetzt werden, um den Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Starten Sie damit also erst kurz vor der Zeckensaison!

Auch das ist hilfreich, um Zecken zu meiden:

  • Möglichst nicht abseits der Wege durchs Gehölz oder hohe Gras streifen.
  • Bei Naturaktivitäten feste Schuhe, lange Hosen und langärmelige Shirts tragen, Socken über die Hosenbeine ziehen.
  • Hell kleiden: Zecken lassen sich darauf besser erkennen. Rechtzeitig bemerkt, kann man die Tierchen entfernen, bevor sie zustechen.

Gut zu wissen:

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie bevorzugen ein feuchtwarmes Klima bis 1.000 Meter Höhe und werden bei Temperaturen ab circa zehn Grad aktiv. Zecken ernähren sich von Blut. Mögliche „Opfer“ sind neben Wild- und Haustieren Menschen. Nach einer Blutmahlzeit, die bis zu 14 Tage andauern kann, können sie auf das 200-Fache ihrer Größe anschwellen. Nur wenn Zecken selbst bereits mit Krankheitserregern infiziert sind, kann ein harmloser Zeckenstich zur Gefahr für den Menschen werden.

Zecken entfernen – so geht’s

Nach einem Aufenthalt in der Natur die Haut immer gründlich nach Zecken absuchen. Zecken übertragen mögliche Borreliose-Erreger erst nach zwölf bis 24 Stunden Saugzeit. Hat sich ein Spinnentierchen festgesaugt, sollte man es schnell entfernen. Besonders einfach geht das mit einer Zeckenzange oder -karte. Schieben Sie die Zange oder Karte dicht an der Haut unter die Zecke, sodass sie mit der V-förmigen Auslassung fixiert wird. Sie kann dann mit einer Bewegung nach vorne und oben entfernt werden.

Wer lieber eine Pinzette nehmen möchte, sollte diese so ansetzen, dass die Zecke unterhalb des Körpers dicht über der Bissstelle gepackt wird. Mit leichtem Ruck nach oben herausziehen und dabei den Zeckenkörper nicht zusammendrücken. Und keine Sorge, wenn das Beißwerkzeug der Zecke in der Haut stecken bleibt: Desinfizieren genügt – beispielsweise mit natürlichem Bio-Teebaumöl. Etwas vom dem ätherischen Öl auf ein Wattestäbchen geben und die Bissstelle damit abtupfen. Nach ein paar Tagen fällt der Zeckenrest von alleine heraus.

Lauern Zecken in Ihrem Garten?

Machen Sie den Tuch-Test: Ihre Kinder tollen gerne auf der Wiese in Ihrem Garten herum? Checken Sie, ob er stark von Zecken bewohnt ist. Spannen Sie dazu ein weißes Tuch wie eine Fahne an einen Stock. Ziehen Sie das Tuch in höchstens eineinhalb Meter Höhe über Sträucher – aber auch über Gräser und Bodendecker. Falls Zecken auf den Pflanzen sitzen, werden sie sich am Stoff festkrallen. Dann genau hinschauen: Auf dem weißen Untergrund sind Zecken und ihre Larven leicht zu erkennen. Fällt der Test positiv aus, können Sie es den kleinen Parasiten ungemütlich machen: Zecken lieben feuchte Rückzugsorte. Mähen Sie daher das Gras kurz und halten Sie es trocken und entfernen Sie Laub und Moos im Gebüsch.

Gut zu wissen:

Auch Schwarzkümmel-Öl (zum Beispiel von Hübner) hilft, Zecken zu vertreiben. Oral eingenommen, verursacht es einen Geruch, der Zecken effektiv abschreckt.

Borreliose + FSME

Borreliose gilt mit rund 30.000 Neuerkrankungen in Deutschland als die häufigste von Parasiten auf Menschen übertragene Krankheit. Früh entdeckt kann man sie gut behandeln und heilen. Entwickeln sich allerdings nach einem Zeckenbiss Rötungen rund um die Bissstelle oder entdecken Sie Wochen später eine Wanderröte auf der Haut, sollten Sie sofort Ihren Heilpraktiker oder Hausarzt aufsuchen.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ist weitaus seltener, aber auch deutlich gefährlicher: Überträger der Viren sind befallene Zecken. Durch den Zeckenstich gelangen die Viren die menschliche Blutbahn. Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Ansteckung. 2014 wurden in Deutschland 229 Fälle gemeldet. Die FSME kann schwere Hirn- oder Hirnhautentzündungen auslösen. Es gibt eine vorbeugende Schutzimpfung. Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt oder in ein solches reist, sollte mit seinem Heilpraktiker oder Hausarzt sprechen, ob eine Schutzimpfung sinnvoll ist.

Einen Überblick über die aktuellen FSME-Risikogebiete gibt die jährlich aktualisierte Karte des Robert Koch Instituts: www.rki.de

Zecken-Mythen

  • Zecken fallen von den Bäumen

Falsch. Die Holzböcke krabbeln in hohem Gras oder im Unterholz herum, häufig nur zwischen zehn und 50 Zentimeter über dem Boden.

  • Zecken mit Öl, Alkohol oder Klebstoff entfernen

Falsch. Der Einsatz solcher „Hilfsmittel“ führt dazu, dass die Zecke vermehrt Speichel bildet und damit erst recht potenziell gefährliche Stoffe auf den Menschen überträgt.

  • Zecken gibt es nur im Wald

Falsch. Sie fühlen sich überall dort wohl, wo es Halbschatten, hohe Gräser, Laub, Sträucher oder Büsche gibt. Sie wurden sogar auf begrünten Verkehrsinseln mitten in der Stadt entdeckt.

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