Volksleiden Arthrose

Das läuft wie geschmiert...

Stand: 30.09.2016

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Das Knie schmerzt beim Aufstehen, es zwickt in den Fingergelenken, beim Gehen meldet sich die Hüfte: Arthrose macht fünf Millionen Deutschen das Leben beschwerlich. Das können Sie tun, um beweglich zu bleiben.

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Arthrose spielt Bewegungsmangel. Denn der Knorpel wird über die im Gelenk vorhandene Flüssigkeit ernährt. Diese wird durch Druck, der bei Bewegung entsteht, in den Knorpel gepumpt. Fehlt die Bewegung, kann der Knorpel austrocknen. Deshalb sollte man aktiv bleiben. Als besonders gelenkschonend gelten Aquagymnastik, Schwimmen, Radfahren, Gymnastik, Spaziergänge, Tai Chi.

Tipp: Verabreden Sie sich mit FreundInnen zum Schwimmen, treten Sie einem Sportverein bei. Gemeinsam macht Aktivität mehr Spaß.

Eine große Akupunkturstudie zeigte, dass die Nadeltherapie bei chronischen Gelenkschmerzen der Schulmedizin überlegen ist. Viele PatientInnen konnten die Dosis ihrer Schmerzmedikamente senken oder ganz absetzen.

Vitamine

Vor allem die Vitamine C und E gelten als Gelenkschutz-Vitamine. Wer viel frisches Obst und Gemüse auftischt, Salate mit hochwertigen Ölen anmacht, tankt genug davon. Ein positiver Nebeneffekt: Obst und Gemüse sind sehr kalorienarm, unterstützen Sie daher ganz nebenbei beim Abspecken. Bevorzugen Sie saisonale, regionale Produkte, da durch lange Lagerung und Transportwege Vitamine verloren gehen.

Tipp: Wer wenig Zeit oder Möglichkeiten für den Einkauf hat, kann auch mal auf unverarbeitetes Tiefkühlgemüse und -obst als Vitalstoffgeber zurückgreifen.

Gesunde Fette

Essen Sie basisch, verzichten Sie auf tierische Fette und bevorzugen Sie dafür gesunde Fette, wie die mehrfach ungesättigte pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) aus Leinöl und GLA (Gamma-Linolensäure) aus Borretschöl. Sie helfen, chronische Entzündungsprozesse im Körper zu hemmen. Das kommt dem gesunden Knorpel zugute. Bei der Arthrose handelt es sich um die Zerstörung der Gelenke mit Entzündungsfolge. Regelmäßiger Verzehr von Lein- und Borretschöl kann dazu beitragen, die Entzündungen einzudämmen.

Tipp: Geben Sie je einen Eßlöffel Leinöl und Borretschöl zum Quark und servieren Sie diesen zu Pellkartoffeln. Eine leckere, gelenkgesunde Mahlzeit!

Gewicht reduzieren

Jedes Pfund zu viel, das wir auf den Rippen tragen, kann einen Verschleiß von Knie- und Hüftgelenk vorantreiben. Deshalb sollten alle, die Übergewicht haben, abspecken. Doch bitte keine radikale Hungerkur machen, sondern sich einfach langsam – aber dafür dauerhaft – auf eine gesündere, kalorienärmere Ernährung umstellen und zusätzlich mehr Bewegung in den Alltag bringen.

Tipp: Schwergewichten fällt Bewegung oft schwer. Versuchen Sie es mit Wassergymnastik. Im Wasser fühlen wir uns leichter.

Schuhwechsel

Hohe Pumps – für viele Frauen das schönste Modeaccessoire. Damit die Gelenke das nicht übel nehmen, sollte man sie nicht ausschließlich tragen. Zum Ausgleich häufig bequeme, flache Schuhe wählen und auch barfuß laufen. Falls Sie zu Fußfehlstellungen wie Senk- oder Spreizfuß neigen, sollten Sie mit einem / r OrthopädIin sprechen, ob Schuheinlagen für Sie sinnvoll wären – denn auch das kann Arthrosen vorbeugen.

Achtung: Wenn Sie an einer Großzehengelenkarthrose leiden, sollten Sie nicht barfuß laufen, sondern auf Schuhwerk mit einer weichen, gut gedämpften Sohle setzen.

Schmerzlindernde Wärme

Ganz gleich, welches Gelenk betroffen ist – bei Schmerzen tut Wärme meist gut. Denn in warmen, gut durchbluteten Gelenken findet ein nachweisbar besserer Stoffwechsel statt, Nährstoffe gelangen leichter an ihren Zielort. Zudem wirkt Wärme entspannend, was ebenfalls Schmerzen lindern hilft. Legen Sie sich wahlweise eine heiß befüllte Wärmflasche auf oder greifen Sie zu Kirsch- oder Dinkelkissen, die man gut in der Mikrowelle aufheizen kann.

Achtung: Ist das Gelenk akut entzündet, ist Kälte ratsam. In diesem Fall ein Eispack auflegen oder einen kühlen Quarkumschlag machen.

Lasten vermeiden

Vorsicht, wenn Sie schwere Kisten, Möbelstücke oder Blumenkästen heben, Sie riskieren damit Gelenkschäden. In der Rückenschule wird gelehrt, beim Kistenanheben in die Knie zu gehen, um das Gewicht vom Rücken auf die Beine zu verlagern. Wer einen gesunden Rücken, aber dafür eine Kniearthrose hat, sollte sich besser rückenungünstig nach vorne beugen. Noch besser: Schweres Gesunden überlassen.

Tipp: Nutzen Sie Hilfsmittel, wie Bretter mit Rollen, um damit Möbel oder große Blumenkübel zu verschieben.

Finger-Gymnastik

Halten Sie Ihre Hände beweglich, denn sie sind unser wichtigstes „Werkzeug“ im Alltag. Kleine Übungen kann man überall machen: In der Luft mit den Fingern Klavierspielen, alle Finger zu einer Faust ballen, dann wieder von sich strecken. Wichtig: Hände vor dem Üben aufwärmen, beispielsweise indem Sie etwas lauwarmes Sesamöl gründlich einmassieren.

Tipp: Entlasten Sie den Knorpel in den Fingern, indem Sie jeden Finger mit Daumen, Mittel- und Zeigefinger der anderen Hand umfassen und mit leicht schüttelnden Bewegungen sanft „lang“ ziehen.

Arthrose: Was ist das eigentlich?

Das zentrale Problem bei Arthrose ist der langsame Knorpelabbau. Hier spielt das zunehmende Alter eine Rolle, aber es ist nicht die einzige Ursache für den Verschleiß. Ein Knorpelschaden kann auch die Folge eines Unfalls oder einer Sportverletzung sein. Auch Fehlbelastungen, zum Beispiel durch X- und O-Beine, eine Schiefstellung des Beckens können das Gelenk beeinträchtigen.

Im gesunden Zustand überzieht Knorpel die Gelenkinnenflächen und dient als Puffer zwischen den Knochen. Seine „Nahrung“ bezieht der Knorpel durch die im Gelenk vorhandene Flüssigkeit. Deren Nährstoffe werden durch Druck, der bei Bewegung entsteht, einmassiert. Allerdings verliert der Knorpel über die Jahre an Widerstandskraft. Da er sich nicht von allein erneuern kann, kommt es zum Knorpelverlust, der zur Arthrose führt. Im Endstadium ist kein Knorpel mehr vorhanden, die Knochen im Gelenk liegen aufeinander. Und das kann dann höllisch schmerzen.

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