Älteres Pärchen spaziert am Strand

Seeluft gegen Asthma und Co.

Atemwegserkrankungen

Stand: 18.11.2016 (18.05.2011)

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Die Heilkraft der salzhaltigen Luft ist unbestritten: Menschen, die unter chronischen Atemwegserkrankungen leiden, fahren zur Kur ans Meer. Und sogar im Binnenland kann man von salzhaltiger Luft profitieren.

Schon früh haben Heilkundige entdeckt, dass das Inhalieren salzhaltiger Luft besonders bei Beschwerden in den Atemwegen eine wohltuende Wirkung hat.

Aus diesem Grund zieht es in der Ferienzeit viele junge Familien nach Norddeutschland: Die angegriffenen Bronchien des Nachwuchses sollen sich beim Sandburgenbauen erholen. Zur gezielten Behandlung von Atemwegserkrankungen stehen jungen und erwachsenen Kranken entsprechende Kurhäuser und Kliniken zur Verfügung.

Auf der Nordseeinsel Norderney etwa betreibt die Deutsche Rentenversicherung Westfalen die Klinik Norderney.

„Die Meeresluft hat den Vorteil, dass sie schadstoff- und allergenfrei ist. Eine Erholung für die Atemwege, insbesondere, wenn sie überempfindlich sind, wie dies beim Asthma bronchiale der Fall ist”, erklärt Prof. Dr. Jürgen Fischer, ärztlicher Direktor der Klinik.

Menschen mit Atemwegserkrankungen profitieren nachhaltig von einem längeren Aufenthalt am Meer: Die Funktion der Bronchialschleimhaut wird normalisiert, die Infektanfälligkeit nimmt ab. „Das Seeklima wirkt sich ebenfalls günstig bei chronischer Entzündung der Atemwege aus, zum Beispiel bei der chronischen Bronchitis oder bei der bereits mit eingeschränkter Lungenfunktion einhergehenden chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD)”, ergänzt der Lungenfacharzt.

Wie muss man sich die Auswirkungen des Seeklimas genau vorstellen?

„Die Salzpartikel aus der Luft werden eingeatmet und führen in den Atemwegen dazu, dass sich zähes und dickflüssiges Sekret verflüssigt und leichter abhusten lässt.” Besonders beim Spaziergang in der Brandungszone kann man von der Seeluft profitieren: „Im Bereich der ostfriesischen Inseln enthält sie etwa 3,2 Prozent Salz”, weiß Fischer.

Meeresbrise im Salinental

Allerdings: Nur Einheimischen ist es vergönnt, die gute Luft tagtäglich zu schnuppern. Aber immerhin gibt es auch in einer Reihe von Kurstädten innerhalb Deutschlands die Möglichkeit, sich an salzhaltiger Luft zu erholen. Im Salinental am Stadtrand von Bad Kreuznach an der Nahe zum Beispiel. Dort soll sich das größte Freiluft-Inhalatorium Europas befinden. Auf einer Länge von 1,1 Kilometern laden imposante Gradierwerke zum Flanieren ein.

Der angenehme Nebeneffekt: In unmittelbarer Umgebung der mit Schwarzdornreisig gefüllten Holzgerüste, an denen die salzhaltige Sole herunterrieselt, herrscht ein ähnlich gutes Klima wie an der Küste. Dass die ursprünglich zur Salzgewinnung genutzten Gradierwerke („gradieren” = den Salzgehalt in der Sole steigern) heute noch in Betrieb sind, ist dem Arzt Johann Erhard Prieger zu verdanken. Er entdeckte den gesundheitlichen Wert der Salzquellen Anfang des 19. Jahrhunderts, verordnete mit Erfolg Inhalations- und Badekuren. Das Nahestädtchen Bad Kreuznach wurde zum staatlich anerkannten Heilbad.

Kuren am Küchentisch

Ob Gymnastik, Entspannungsübungen oder andere Gesundheitstipps – regelmäßig durchgeführt bringen sie am meisten. Wer die Zeit zwischen Seeaufenthalt und Sonntagsspaziergang im Salinenpark überbrücken möchte, kann in den eigenen vier Wänden Meeresluft atmen. Ein Meeresluft-Inhalator für den privaten Gebrauch beschert insbesondere Allergikern und Asthmapatienten Erleichterung und sorgt für einen Reinigungsprozess der Luftwege.

Das Wirkprinzip ist hierbei ähnlich wie am Meer. Einziger Unterschied: In das kleine Glasgerät kommt reines Kristallsalz in Spezial-Körnung (Feingranulat).

Die Anwendung des Inhalators ist einfach: Gerät an den Mund halten und einatmen, anschließend durch die Nase ausatmen. Es empfiehlt sich, mindestens einmal täglich für ca. 20 Minuten zu inhalieren. Eine gute Ergänzung sowohl in Erkältungszeiten als auch bei Allergien ist die Nasendusche. Auch daheim kann man also tief durchatmen und die frische „Meeresbrise” genießen.

Erkältet?

Das kann helfen:

Propolis: Das Kittharz aus dem Bienenstock wirkt antimikrobiell, und soll Bakterien, Pilze und Viren ausbremsen. Als Tinktur zum Gurgeln, Pastillen zum Lutschen und Kapseln zur Stärkung der Abwehrkräfte. 

Tannenblut: Der Bronchial-Sirup mit ätherischen Ölen junger Nadelbaumtriebe und Auszügen aus Kräutern kann bei der Schleimlösung unterstützend wirken, soll die Selbstreinigung der Atmungsorgane fördern und kann Reizungen der Atemwege verhindern helfen.

Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber „Erkältungskrankheiten”

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