Peinliche Probleme?

Schluss mit Tabu-Themen

Stand: 28.04.2016

Empfehlen über:

Bei Schnupfen oder Kopfweh tauschen wir uns unbefangen über Hausmittel aus. Doch es gibt Beschwerden, die uns so unangenehm sind, dass wir lieber schweigend leiden. Schluss damit! Wir holen die peinlichen Probleme aus der Tabu-Ecke.

Blasenschwäche

Der unwillkürliche, unfreiwillige Urinabgang ist eine häufige Erkrankung, die circa 50 Prozent aller über 50-jährigen Frauen betrifft. Beim Lachen oder Husten, aber auch, wenn sie beispielsweise die schwere Einkaufstasche auf den Küchentisch heben, gehen unkontrolliert ein paar Tröpfchen ab, bei einigen aber auch größere Urinmengen. Andere leiden unter einer Reizblase, verspüren einen ständigen Harndrang – ohne dann wirklich zu müssen. Belastend sind beide Formen der Blasenschwäche.

Daran kann es liegen: Natürlich gibt es körperliche Ursachen: Durch die Hormonumstellung während der Wechseljahre werden die Schleimhäute der Scheide schlechter durchblutet und die Festigkeit der Muskulatur von Scheide und Harntrakt nimmt ab. Auch jahrelanges starkes Übergewicht oder eine Schwangerschaft können die Beckenbodenmuskulatur überlasten, der Schließmuskel der Blase wird geschwächt. Aber auch psychische Belastungen und Dauerstress können zu einer Reizblase mit ständigem Harndrang führen.

Das können Sie tun: Alle Muskeln kann man trainieren – auch die des Beckenbodens und der Blase. Machen Sie daher täglich einfache Übungen, um Ihren Beckenboden zu stärken. Halten Sie beim Urinlassen den Strahl zwischendurch immer wieder mal kurz an, ehe sie ihn wieder bewusst laufen lassen. Ziehen Sie im Sitzen die Muskeln der Scheide und des Beckenbodens an, einige Sekunden halten, wieder lockern. Viele hilfreiche Übungsanleitungen finden Sie hier.

Bei einer Reizblase helfen Entspannungsübungen. Geben Sie nicht sofort jedem Harndrang nach, verbessern Sie die Kontrolle über Ihre Blase, indem Sie die Abstände zwischen den Toilettengängen schrittweise verlängern. Um Ihnen in dieser Situation mehr Sicherheit im Alltag zu geben, sollten Sie ruhig sogenannte Inkontinenzeinlagen tragen. Wenn die Blase scheinbar drückt, machen Sie eine kleine entspannende Atemübung: Locker hinsetzen. Atmen Sie durch die Nase ein und dann durch den Mund etwa doppelt solange aus wie ein.Wenn Sie beispielsweise etwa fünf Sekunden lang einatmen, versuchen Sie dann, Ihre Ausatmung zehn Sekunden in die Länge zu ziehen. Das entspannt ungemein.

Als unterstützende Maßnahme bei einer hyperaktiven Blase empfiehlt sich zudem, täglich Kürbiskerne zu knabbern – oder eine Kur mit konzentrierten Kürbiskern-Kapseln zu machen. Traditionell werden Kürbiskerne erfolgreich zur Stärkung oder Kräftigung der Blasenfunktion eingesetzt. Denn sie liefern viel Kalium, Kalzium und Magnesium. Diese drei Mineralstoffe sorgen für eine reibungslose Zusammenarbeitvon Nerven und Muskeln – das kann zu starke Reize am Blasenmuskel regulieren. Kürbiskerne liefern zudem spezielle Pflanzenhormone, sogenannte Lignane. Sie stärken die Blase gegen Entzündungen, hemmen ständigen Harndrang und kräftigen die Blasenmuskulatur.

Ganz wichtig: Viele Frauen trinken aus Angst vor dem Urindrang zu wenig. Gutgemeint aber völlig falsch: Denn Flüssigkeitsmangel kann viele körperliche Probleme begünstigen – und selbst die Blase braucht den Wassernachschub als Training.

Übrigens: Probleme beim Wasserlassen haben mit zunehmendem Alter auch viele Männer. Ursache ist meist eine leicht vergrößerten Prostata. Auch hier wirken Kürbiskerne vorbeugend und lindernd.

Wann zum Heilpraktiker / Arzt? Wenn Selbsthilfemaßnahmen keine Wirkung zeigen, bei Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Erektile Dysfunktion / Erektionsstörung

Flaute im Bett – nicht nur eine Frage des Alters. Stress und psychische Belastungen können die Lust erheblich beeinträchtigen. Hinzu können auch körperliche Ursachen kommen.

Das können Sie selbst tun: Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner über Ihr Problem, statt sich verschämt von ihm abzuwenden, das gehört zu einer guten Partnerschaft dazu und nimmt Ihnen etwas den Druck. Versuchen Sie, mehr Zeit für gemeinsame Entspannung zu finden, unternehmen sie gemeinsam etwas Schönes, gehen Sie ins Theater, romantisch essen oder verbringen Sie einen Relax-Tag in einer Therme. Sind Sie entspannter, kann es Sie auch Ihrem Partner wieder näherbringen.

Für ihre natürliche, positive Wirkung auf die Potenz wird in Asien seit Jahrhunderten die Ginseng-Wurzel geschätzt. Als natürliche Heilpflanze steigert Ginseng durch Ginsenoside die allgemeine Vitalität und Ausdauer. Davon kann auch die Manneskraft profitieren.

Wann zum Heilpraktiker / Arzt? Sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrem Heilpraktiker oder Arzt. Eine gründliche Untersuchung sollte ausschließen, dass nicht andere körperliche Ursachen für Ihr Problem verantwortlich sind.

Blähungen

Gase gehören zu jeder Verdauung dazu. Sie entstehen im Dickdarm und verlassen – bis zu 20 Mal täglich – meist unbemerkt den Körper. Erst wenn zu viel „Luft“ entsteht und es im Bauch rumort, werden daraus lästige Blähungen, die sogar heftige Schmerzen und Krämpfe verursachen können. Und wer beispielsweise mitten in einer wichtigen Besprechung versehentlich laut „pupst“, möchte sich am liebsten unsichtbar machen.

Daran kann es liegen: Wer zu schnell und hastig isst, „verschluckt“ meist auch zu viel Luft. Deshalb in Ruhe jeden Bissen gut kauen, langsam essen. Es gibt viele Lebensmittel, die Blähungen begünstigen: Wer zu Blähungen neigt, sollte seinem Darm Kohl und Hülsenfrüchte nur in Maßen zumuten und Gemüse statt als Rohkost lieber blanchiert oder gedünstet verspeisen. Auch zu Fettes, zu Süßes oder zu Scharfes gehört bei empfindlicher Verdauung nicht auf den Teller.

Das können Sie selbst tun: Ein altes Hausmittel gegen Blähungen sind Fenchelsamen, Anis und Kümmel. Als Tee aufgegossen wirken sie entkrampfend. Bei Blähungen am besten drei Tassen täglich trinken.

Als angenehm empfinden viele auch eine Bauchmassage: Einige Tropfen ätherisches Bio-Kümmelöl in etwa 50 Milliliter Bio-Pflanzenöl (zum Beispiel Oliven- oder Mandelöl) auflösen und auf dem nackten Bauch verstreichen. Im Uhrzeigersinn mit den Fingerkuppen in sanften, immer größer werdenden Kreisbewegungen um den Bauchnabel streichen, bis der größte Kreis vom unteren Schambein bis zum Rippenbogen reicht. Die Bewegungen wieder kleiner werden lassen und von vorne beginnen. So oft wiederholen, wie es angenehm ist.

Vor jeder Mahlzeit ein Glas zimmerwarmes Wasser trinken, dem zwei Esslöffel Apfelessig und zwei Teelöffel Fenchelhonig zugegeben sind. Der Essig wirkt positiv auf die Darmflora
und unterstützt die normale Verdauung, der Fenchelhonig entkrampft.

Wann zum Heilpraktiker / Arzt: Wenn die Schmerzen unerträglich werden, man nach jeder Mahlzeit mit einemBlähbauch zu kämpfen hat.

Mundgeruch

Ein schlechter Atem kann einsam machen. Wer aus dem Mund müffelt, wird meist von seinen Mitmenschen gemieden, sie verzichten lieber auf ein direktes Gespräch. Eher harmlose Auslöser sind der Genuss von Knoblauch und Zwiebeln.

Sehr oft liegt es an Speiseresten, die zwischen den Zähnen verbleiben und von Bakterien zu Schwefelverbindungen zersetzt werden. Sie fallen dann durch üblen Geruch auf. Auch eine akute – oder chronische – Entzündung des Zahnfleischs führt zu schlechtem Atem. Nur sehr selten sind Magenprobleme der Grund für den Dunst.

Das können Sie selbst tun: Putzen Sie Ihre Zähne am besten nach jeder Mahlzeit und entfernen Sie Speisereste auch gründlich zwischen den Zähnen – mit Zahnseide oder einer Munddusche.

Tägliches Gurgeln mit Mundwasser, das durch ätherische Öle und Mineralien die natürliche Mundflora stärkt und Fäulnisprozesse im Mund hemmt, verbessert den Atem und stärkt nebenbei auch das Zahnfleisch. So kann man Entzündungen und Zahnfleischbluten vorbeugen.

Wann zum Heilpraktiker / Arzt: Karies oder Entzündungen im Mundbereich gehören in die Hände von Experten. Liegt die Ursache eine Etage tiefer, im Magen-Darm-Bereich, sollte ebenfalls vom Heilpraktiker oder Arzt abgeklärt werden, wie man das Problem am besten behandelt.

Körpergeruch

Schwitzen ist eine ganz normale Sache, es hilft bei der Regulierung unserer Körpertemperatur. Schwitzen kann auch eine Körperreaktion auf Stress und innere Anspannung sein. Der Schweiß an sich ist dabei geruchlos – erst durch Bakterien auf der Haut wird er zersetzt. Dabei entstehen Duftstoffe, die man als mehr oder weniger angenehm empfindet. Übergewicht, eine Überfunktion der Schilddrüse, oder Hormonstörungen sowie einige Medikamente können zu Hitzewallungen und verstärktem Schwitzen führen.

Das können Sie selbst tun: Deodorants – achten Sie auf Deo ohne Aluminium – sind das einfachste Mittel, um Achsel- aber auch Fußgeruch vorzubeugen. Doch manche Menschen schwitzen stärker als andere, da gerät ein Deodorant oftmals an seine Grenzen.

Tragen Sie luftige, feuchtigkeitsaufsaugende, atmungsaktive Kleidung. Und meiden Sie schweißtreibende Getränke wie Kaffee und Alkohol und scharfe Gewürze. Salbei ist für seine schweißhemmende Wirkung bekannt. Machen Sie eine Kur mit Salbeitee oder -saft. Leiden Sie unter Hitzewallungen infolge der Wechseljahre, können Phytoöstrogene ausgleichend wirken.

Wann zum Heilpraktiker / Arzt: Schwitzen Sie extrem stark – auch wenn es eigentlich kalt ist und Sie sich nicht anstrengen, sind Sie mehrmals pro Woche schweißgebadet, leiden Sie unter ständig feuchten Händen, sollte ein Experte die möglichen Ursachen abklären.

Verstopfung / Durchfall

Zu oft oder zu selten – gerät der Stuhlgang aus seinem gewohnten Takt, kann das ganz schön belastend sein.

Wichtig: Jeder Mensch hat bei der Verdauung seinen ganz individuellen, eigenen Rhythmus. Normal ist alles zwischen dreimal täglich bis zu zweimal die Woche. Erst wenn der Toilettengang völlig vom Gewohnten abweicht, sollte man darauf reagieren. Klappt es tagelang nicht mit dem Müssen, ist der Stuhlgang ungewöhnlich fest und muss man stark pressen oder hat das Gefühl, sich nicht vollständig zu entleeren, spricht man von Verstopfung.

Das können Sie selbst tun: Machen Sie nach jeder Mahlzeit einen kleinen Verdauungsspaziergang. Essen Sie täglich Lein- oder indischen Flohsamen. Sie haben aufgrund ihres hohen Gehaltes an Ballaststoffen ein besonders gutes Quellvermögen, das bei Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit zu einer Ausdehnung des Stuhlvolumens führt. Der dadurch entstehende Druck auf die Darmwand regt die natürliche Bewegung des Darms an und aktiviert die Verdauung.

Ebenfalls positiv: Trockenobst, das Sie gut eingeweicht morgens in Ihr Müsli geben. Naturjogurt, aber auch Sauerkrautsaft können die natürliche Darmflora verbessern.

Durchfall ist nicht weniger unangenehm und kann einen regelrecht schwächen. Ein möglicher Auslöser kann Stress sein. Vielen Menschenschlägt die innere Anspannung sofort auf den Magen. Bei anderen kann ein dünnflüssiger, oft von Krämpfen begleiteter Stuhlgang ein Anzeichen für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Viele kennen auch den sogenannten „Reisedurchfall“, ausgelöst durch unbekannte Speisen, aber auch durch Keime.

Das können Sie selbst tun: Um die Diarrhö zu stoppen, ist die „Möhrensuppe nach Moro“ ein Klassiker. So geht’s: 500 Gramm Karotten in Stücke schneiden und in einem Liter Wasser eine Stunde lang köcheln. Alles pürieren, den Brei mit kochendem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen und einen ahlben Esslöffel Salz zugeben. Mehrmals täglich eine Tasse davon löffeln. Ebenfalls wichtig: Viel trinken, denn durch den Durchfall verliert der Körper massiv an Flüssigkeit und Mineralstoffen.

Bevorzugen Sie mineralhaltiges, stilles Wasser und Kräutertees, zum Beispiel Fenchel-Anis-Kümmel-Tee. Eine Wärmflasche kann Bauchkrämpfe dämpfen. Auch Heilerde ist ein bewährtes Hausmittel. Sie fängt überschüssige Säure ab, bindet Gifte und hemmt Keime, die im Magen nichts zu suchen haben. Ein bis zwei Teelöffel Heilerde in etwas Kamillentee auflösen und die Mischung zweimal täglich trinken. Suchen Sie nach Auslösern für Ihren rebellischen Darm. Ist es Stress, sollten Sie ausgleichende Entspannungsübungen erlernen. Einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kann man am besten mit Hilfeseines Heilpraktikers auf die Spur kommen.

Wann zum Heilpraktiker / Arzt? Sind die Darmprobleme von Erbrechen oder Fieber begleitet, ist Blut im Stuhl – und immer, wenn kleine Kinder betroffen sind – sollte man seinen Heilpraktiker oder Hausarzt zu Rate ziehen.

Seminartipp: Gesundheitsberater / in (IHK)

Fünfteilige Weiterbildung mit IHK-Zertifikat

In dieser Seminarreihe mit IHK-Zertifikat machen Sie sich fit für Ernährungsberatung, Naturheilkunde und ganzheitliche Gesundheit. Psychosomatik, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und andere Gesundheitsstörungen werden naturheilkundlich beraten.

Mehr Informationen unter www.akademie-gesundes-leben.de oder telefonisch: 06172 / 300 98 22.

Empfehlen über: