Peinliche Feuchtgebiete?

Schwitzen ist gesund

Stand: 18.08.2017 (18.08.2017)

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Lange Zeit war es bäh, jetzt wird es chic:Politiker lassen sich beim schweißtreibenden Sport interviewen, Dating-Portale bieten Treffen beim Sport an. Gesund war es aber schon immer: Schwitzen ist eine wichtige Körperfunktion. Nur unangenehm müffeln möchte man deshalb nicht ...

Wir schwitzen fast immer und merken es kaum: Schweiß abzusondern ist ein natürlicher, lebensnotwendiger Prozess. Denn damit reguliert unser Organismus seine Körpertemperatur. Die natürlich abgesonderte Körperflüssigkeit kühlt durch Verdunstung die Haut. Verantwortlich dafür sind zwei bis vier Millionen sogenannte ekkrine Schweißdrüsen, die mit wenigen Ausnahmen auf dem gesamten Körper verteilt sind.

In der Regel bemerken wir den Schweiß daher erst, wenn er im Übermaß gebildet wird und nicht schnell genug verdunstet, wie im Sommer bei hohen Außentemperaturen oder wenn wir uns beim Sport oder anderen körperlichen Anstrengungen verausgaben. Dann bilden sich Schweißperlen auf der Haut. Auch Übergewicht, eine Überfunktion der Schilddrüse, Hormonstörungen sowie einige Medikamente können zu Hitzewallungen und verstärktem Schwitzen führen .

"Normaler" Schweiß aus ekkrinen Drüsen besteht überwiegend aus Wasser und Salz, enthält aber auch Harnstoff. Das ist super für unsere Haut und hält sie geschmeidig. Mit einem leicht sauren pH-Wert überzieht ekkriner Schweiß die Haut mit einem feinen Schutzfilm, der unerwünschte Mikroorganismen abtötet und für ein gesundes Hautklima sorgt.

Ekkriner Schweiß ist geruchsneutral, führt also per se nicht zu peinlichem "Müffeln". Aber wenn man übermäßig stark schwitzt, Schweiß nicht verdunstet, sondern länger auf der Haut verbleibt, verursacht er feuchte Achseln, nasse Hände, sichtbare Tropfen auf der Stirn oder glitschige Füße ...

Für die intensiveren "Duftmarken" verantwortlich ist eine zweite Form von Drüsen, die zusätzlich Schweiß absondern: die sogenannten aprokrinen Schweißdrüsen, die besonders in den Achselhöhlen, im Bereich der Brustwarzen und im Genitalbereich zu finden sind. Sie sondern ein dickflüssigeres Sekret ab. Es enthält neben Eiweißen und Fetten auch Lockstoffe, Pheromone, die jedem Menschen seinen für ihn typischen Geruch verleihen. Erst wenn Bakterien die Eiweiß- und Lipidkomponenten im Sekret zersetzen, entsteht der unangenehme Geruch.

Apokrine Schweißdrüsen werden erst während der Pubertät gebildet - daher duften Babys und Kleinkinder nie nach Schweiß. Emotionale Reize wie sexuelle Erregung, Schmerz, Wut, Trauer, Angst, Hektik und Nervosität regt die apokrinen Drüsen an.

Diese "Duftdrüsen" erfüllen von Natur aus einen Zweck: Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen unverwechselbaren Duft. Nicht nur Hunde wittern ihn, auch Babys erkennen ihre Mütter an ihrem Körpergeruch. Unser "natürliches Parfüm" kann zudem darüber entscheiden, ob wir unser Gegenüber gut "riechen" können oder wir uns desinteressiert abwenden.

Angstschweiß hingegen sollte andere vor Gefahrenwarnen. Das war im Steinzeitalter sicher berechtigt. Doch heute mag niemand mehr solche duftenden Signale aussenden. Beim Vorstellungsgespräch durch feuchte Achseln und eine stechende Duftmarke zu signalisieren, dass man nervös ist ,ist so gar nicht cool. Doch zum Glück kann man sich mit Entspannungstechniken, Körperhygiene und Deos vor solch peinlichen Momenten schützen.

Schwitz-Training

Schwitzen kann auch trainiert werden. Dabei "lernen" die Schweißdrüsen, genauso viel Wasser abzugeben, wie auch verdunstet werden kann. Unser Körper ist nämlich von Natur aus darauf getrimmt, unnötigen Wasserverlust zu vermeiden.Das hilft:

  • Trainieren Sie regelmäßig die Ausdauer, etwa durch Laufen oder Radfahren. Auf diese Weise lernt der Körper, mit Belastungen besser fertig zu werden und reagiert nicht schon bei kleinen Anstrengungen mit einem Schweißausbruch.
  • Gehen Sie regelmäßig in die Sauna, achten Sie hier auch auf das ausreichende "Nachschwitzen" und reiben Sie den Körper zwischen den Saunagängen mit einen Luffaschwamm ab, um die Poren und Drüsen zu reinigen.

Übrigens: Mit zunehmendem Alter schwitzen wir weniger, da die Aktivität der Schweißdrüsen abnimmt.Um nicht zu überhitzen, wird es, je älter wir werden, immer wichtiger, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten (s. auch Kolumne von Doc Fleck).

Trinken ist zudem wichtig, um unserem Körper die Flüssigkeit, die wir über den Schweiß verlieren, wieder zurückzugeben. Passen Sie Ihr Trinkverhalten deshalb an die Außentemperaturen und Ihrem Schwitzverhalten an - von zwei Liter täglich kann der Bedarf schnell auf vier bis fünf Liter steigen. Ausnahme: Herz- und Nierenkranke sollten ihre Flüssigkeitsanpassung mit ihrem Heilpraktiker oder Hausarzt absprechen.

Übermäßiges Schwitzen: das hilft

  • Meiden Sie Koffeinund Alkohol.
  • Verzichten Sie auf zustark gewürzte Speisen.
  • Bauen Sie Übergewicht ab. Jedes Kilogramm zu viel belastet Herz und Kreislauf, kann damit übermäßiges Schwitzen auslösen.
  • Vermeiden Sie Stress,indem Sie Entspannungsübungen wie Autogenes Training erlernen.

Wann zum Arzt oder Heilpraktiker?

Schwitzen an sich ist eine gesunde Sache - doch kann es auch ein Hinweis für eine Erkrankung sein.Wenden Sie sich an ihren Hausarzt oder Heilpraktiker wenn ...

  • ... Sie übermäßiges Schwitzen als belastend empfinden, es Ihre Lebensqualität einschränkt.
  • ... Sie ohne ersichtlichen Grund oder veränderte Umgebungsbedingungen (wie Urlaub im Süden) plötzlich viel stärker als gewohnt oder gar nicht mehr schwitzen.
  • ... Sie nachts besonders stark transpirieren, dazu eventuell noch Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit oder Antriebslosigkeit kommen.
  • ... das Schwitzen von Fieber oder Schmerzen begleitet wird.
  • ... Ihr Schweiß seinen "Duft" ändert.

So wirken Deos aus dem Naturkosmetik-Regal

Sie stoppen die Bakterien, die aus dem an sich geruchlosen Schweiß erst eine müffelnde Angelegenheit machen, verengen ganz leicht die Schweißdrüsen und überdecken zum Teil durcheinen Zusatz an natürlichen Parfüms eventuell entstehende Gerüche.

Als hilfreiche natürliche Bakterien-Widersachergelten Alkohol, Farnesol aber auch Pflanzenextrakte von Sauerampfer, Steinklee und Hopfen, die die Schweißbakterien reduzieren. Hamamelis, aber auch grüner Tee oder Lindenblüten wirken in Natur-Deos leicht adstringierend, das heißt, sie helfen dabei, die Schweißkanäle zusammenzuziehen, ohne sie aber zu verstopfen. Positiver Effekt: Es fließt etwas weniger Schweiß.

Auch geruchsbindende Stoffe, wie der Mineralstoff Zinkoxid, kommen in Deos zertifizierter Naturkosmetik zum Einsatz. Natürliche Düfte - je nach gewünschter Duftrichtung frisch, blumig oder markant herb - unterstützenden positiven Wohlfühleffekt. Die natürliche Alternative für alle, die weder natürliche Duftstoffe oder Alkohol auf ihrer Haut wünschen oder vertragen, bietet dann noch der Alaun-Stein. Das schwefelhaltige Doppelsalz wird aus Kalium- oder Aluminiumsulfat gewonnen und wirkt auf sanfte Weise verengend auf Poren und Schweißkanäle.

Der kleine Unterschied

Männer und Frauen unterscheiden sich auch beim Schwitzen: Männer haben mehr Schweißdrüsen als Frauen, weshalb sie auch stärker schwitzen. Zudem riecht Männerschweiß anders, eher stechend scharf, bei Frauen wird Schweiß mehr als leicht säuerlich wahrgenommen. Auch Schweißfüße sind häufiger ein Männerproblem. An keiner Stelle des Körpers befinden sich so viele Schweißdrüsen wie am Fuß. An heißen Tagen kann so bis zu 250 Milliliter Fußschweiß entstehen.

Das rät die Expertin

Claudia Taron, Seminarleiterin Naturkosmetik an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel

"An heißen Tagen und in Stresssituationen kann man schnell ins Schwitzen kommen. Um sich sicherer zu fühlen, können Sie Körperstellen, die besonders stark zum Schwitzen neigen, mit einem Puder bereits morgens trockenlegen.

Verwenden Sie nachdem Duschen zunächst auf der trockenen, sauberen Haut ein zertifiziertes Naturkosmetik-Deo ohne Aluminium und pudern Sie die entsprechenden Körperpartien wie Achseln, den Bereich unter der Brust oder die Füße zum Beispiel .mit einem Reispuder ab. Wer dazu neigt, sehr stark zu schwitzen, sollte zudem jeden Tag lauwarmen Salbeitee trinken. Damit können Sie auch Fußbäder machen.

Und achten Sie auf angemessene Kleidung. Tragen Sie am besten Naturstoffe aus Baumwolle und Leinen, die luftdurchlässig sind und nicht zu körpernah geschnitten. Kunstfasern sind weniger geeignet, sie führen oft zu einem unerwünschten Wärmestau."

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In dieser Ausbildung lernen Sie eine angemessene Stressbewältigung für sich selbst kennen und werden in die Lage versetzt, anderen Menschen Wege aus der Stressfalle aufzuzeigen. Sie begleiten Klienten in Form von Einzelcoachings auf dem Weg zu mehr innerer Freiheit.

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