Machen Sie sich stark für Ihre Knochen!

Osteoporose vorbeugen

Stand: 21.04.2017 (21.04.2017)

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Osteoporose ist eine stille Krankheit, der Knochenabbau verläuft zunächst unbemerkt. Doch keine Angst: Diese Stoffwechselerkrankung lässt sich behandeln – und wir können ihr auch frühzeitig vorbeugen.

Unsere Knochen befinden sich ständig im Auf- und Abbau. Befinden sich knochenabbauende und -aufbauende Zellen im Gleichgewicht, ist das feine Gerüst im Knocheninneren stabil. Wird jedoch über Jahre mehr Knochen ab- als aufgebaut, entsteht eine Osteoporose. Der Knochen wird porös und brüchig. In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen unter Knochenschwund. Wir sprachen mit Dr. Martin Adler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren sowie Lehrbeauftragter für Naturheilverfahren an der Universität Münster, über Mythen und Fakten zum Thema Knochenabbau.

Osteoporose ist eine unausweichliche Alterserscheinung

Falsch! „Viele Menschen glauben, der Knochenabbau treffe nur ältere Frauen. Fakt ist: Osteoporose muss nicht jeden treffen. Es können ältere als auch jüngere Menschen daran erkranken, Frauen und auch Männer.“

Die Knochendichtemessung ist eine sinnvolle Vorsorgeuntersuchung

Richtig! „Ja, auf alle Fälle. Eine vorsorgliche Untersuchung des eigenen Knochenstatus – am besten mit einer speziellen Röntgenmethode, der Doppel-Röntgen-Absorptionsmessung – ist sehr sinnvoll. Denn der Knochenabbau beginnt bereits mit 40 Jahren. Häufig wird Osteoporose aber erst dann erkannt, wenn Knochen bereits deutlich porös geworden sind.

Wenn schon Ihre Mutter, Oma oder Ihr Vater früh an Osteoporose erkrankt sind, sollten Sie ruhig schon ab 40 einen Vorsorgecheck machen. Hatte in Ihrer Familie jemand einen Rundrücken? Auch das ist ein Warnsignal. Zudem kann man einen nur mäßigen Knochenschwund haben, den man nicht bemerkt, solange es zu keinem Knochenbruch kommt. Aufhorchen sollten Sie auch immer dann, wenn Sie unter undefinierten, wechselnden Schmerzen in den Knochen, Rippen und an der Wirbelsäule klagen.

Gut zu wissen: Die Knochendichtemessung ist – sofern kein begründeter Verdacht für eine Osteoporose vorliegt – keine gesetzliche Kassenleistung. Man muss mit Kosten zwischen 30 bis 50 Euro rechnen.

Mini-Test: Knochenschwund – Bin ich gefährdet?

Mithilfe unseres Schnelltests* können Sie eine erste Einschätzung vornehmen. Beantworten Sie die Fragen einfach mit Ja oder Nein. Zählen Sie am Ende zusammen, wie oft Sie Ja gesagt haben.

  • Ich bin über 55 Jahre alt
  • Bei Vater oder Mutter wurde Osteoporose festgestellt
  • Ich muss/musste über mehrere Monate Kortison einnehmen
  • Ich gehe selten aus dem Haus/meine Haut ist durch die Bekleidung fast nie der Sonnenstrahlung ausgesetzt
  • Ich esse selten Gemüse, selten oder nie Milchprodukte, nehme aber auch kein Kalzium ein
  • Ich rauche
  • Die Wechseljahre traten bei mit vor dem 45. Lebensjahr ein
  • Ich treibe selten oder gar keinen Sport
  • Ich leide an Diabetes und/oder Polyarthritis
  • Ich hatte bereits nach einem kleinen Sturz einen Knochenbruch

Mehr als 2 x Ja? Dann haben Sie bereits ein erhöhtes Risiko für Knochenschwund. Es bedeutet aber keinesfalls, dass Sie bereits erkrankt sind. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Heilpraktiker oder Hausarzt. Ob bei Ihnen eine Störung der Knochenstruktur vorliegt, kann durch eine Knochendichtemessung festgestellt werden.

* Dieser Test ersetzt keine fachliche Diagnose.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer

Richtig! „Das stimmt, Frauen sind aufgrund ihrer Hormonsituation schlechter gestellt. Daher leiden sie häufiger und früher als Männer an Osteoporose. Die Wechseljahre begünstigen die Erkrankung, da der Körper weniger Östrogene produziert, die den Knochen vor dem Abbau schützen.“

Dazu kommt aber noch eine Vielzahl von weiteren Risikofaktoren, die Mann und Frau gleichermaßen betreffen, wie zum Beispiel Nikotin- und Alkoholkonsum, eine Behandlung mit Kortison, chronisch-entzündliche Erkrankungen, Erkrankungen von Schilddrüse, Nebenniere und viele andere.

Wir können dem Knochenschwund vorbeugen

Richtig! „Der eigene Lebensstil hat sehr viel damit zu tun. Denn das persönliche Risiko, eine Osteoporose zu bekommen, hängt nicht nur von Alter und Geschlecht ab. Ein wichtiger zu beeinflussender Risikofaktor ist der persönliche Lebenswandel. Es ist sinnvoll, von Kindheit an durchgängig bis ins hohe Alter Sport zu treiben. Neben Bewegung und Muskelaufbau ist auch eine ausgewogene Ernährung entscheidend: Achten Sie auf eine kalziumbetonte ausgewogene Kost.“

Tipp:

Grünes Gemüse enthält besonders viel Kalzium, das für den Knochenaufbau unerlässlich ist. Bauen Sie auch Hartkäse, Milch und Joghurt in ihren täglichen Speiseplan mit ein, um eine gute Calciumversorgung sicherzustellen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Vitamin D: Das „Sonnenvitamin“ ist wichtig für starke Knochen. Um über die Haut Vitamin D bilden zu können, sollten Sie regelmäßig Sonne an die Haut lassen.

Die Diagnose Osteoporose stellt das Leben auf den Kopf

Ja und Nein! „Natürlich ist das zunächst eine Frage, in welchem Stadium des Knochenschwunds Sie sich befinden. Ich kann Ihnen Mut machen: Man kann in jedem Alter noch etwas für sich tun. Rauchverzicht ist ein wesentlicher Punkt. Nährstoffergänzungen können sinnvoll und gesundheitsfördernd sein. So lässt etwa mit zunehmendem Alter die Fähigkeit der Haut nach, bei Sonneneinstrahlung Vitamin D zu produzieren. Auch der aus Hautschutzgründen ratsame Gebrauch von Lichtschutzfiltern behindert die Vitamin D-Produktion.

Mit dem Alter nehmen die Dünndarmzellen über die Nahrung oftmals schlechter Kalzium auf. Zudem begünstigen die Wechseljahre einen Knochenabbau. Und wer wegen einer Milchunterverträglichkeit, einseitiger Ernärung oder mangelndem Appetit zu wenig calciumreiche Kost zu sich nimmt, muss ebenfalls für Ausgleich sorgen.

Speziell zur Osteoporose-Vorsorge und -Behandlung im Alter gibt es Kombipräparate mit Calcium und Vitamin D3. Die Kombination ist sinnvoll, da der Knochen Vitamin D benötigt, um Calcium zu verwerten. Sehr sinnvoll sind auch siliciumhaltige Lebensmittel wie Braunhirse oder Nahrungsergänzungsmittel mit Silicea.“

Bewegen trotz Osteoporose

Richtig! Aus Angst vor Stürzen und damit verbundenen Knochenbrüchen, aber auch weil sie bereits Schmerzen haben, schränken viele an Osteoporose Erkrankte ihre Bewegung ein. „Das ist leider falsch und begünstigt ein Fortschreiten des Knochenabbaus. Denn mithilfe der Muskeln kann man seine Knochenstabilität in jedem Alter verbessern. Aber natürlich sollte man bei einer fortgeschrittenen Osteoporose auf intensive Sportarten mit einem großen Verletzungsrisiko verzichten.“

Tipp:

  • Gehen Sie Schwimmen, machen sie lange Spaziergänge und Gymnastik, auch durch Walken und Yoga werden Sie fitter und belastbarer.
  • Trainieren Sie zusätzlich auch Ihren Gleichgewichtsinn. Er wird umso wichtiger, je älter wir werden. Das kann das eigene Körpergefühl verbessern und vor Stürzen bewahren, die vor allem für Menschen mit Osteoporose gefährlich sein können.
  • Leichte Gleichgewichtsübungen lassen sich gut in den Alltag integrieren. Versuchen Sie zum Beispiel auf einem Bein zu balancieren. Gehen Sie rückwärts. Machen Sie Übungen auf dem Mini-Trampolin oder mit einem Wackelbrett oder einen Kurs in Tai-Chi. „Es ist nie zu spät, etwas für sich zu tun!“

Wussten Sie

  • ... dass der Mensch mit 30 seine maximale Knochenmasse aufgebaut hat?
  • ... dass einer der wichtigsten Knochenbausteine Calcium ist?
  • ... dass sich allein in Deutschland pro Jahr bis zu 40.000 Knochenbrüche verhindern ließen, wenn Menschen mit Osteoporose und entsprechendem Knochenbruchrisiko eine ausreichende Behandlung erhielten?
  • ... dass Erwachsene weniger Knochen haben als Neugeborene?
  • ... dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Osteoporose zu den zehn bedeutsamsten Krankheiten zählt?
  • ... dass sich die Knochenmasse ständig erneuert? Etwa alle zehn Jahre hat sich das gesamte Skelett einer Erneuerung unterzogen.
  • ... dass wir über 200 Knochen im Körper tragen, diese aber nur etwa 12 Prozent unseres Gewichts ausmachen?
  • ... dass Osteoporose-Forschung sogar im All auf der Raumstation ISS betrieben wird?

Hilfreiche Adressen + Infos:

Hilfe zur Selbsthilfe: Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. (BfO) www.osteoporose-deutschland.de | Dachverband Osteologie www.dv-osteologie.org/patienteninfo | Der Reformhaus® Ratgeber zum Thema Osteoporose

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