Jung im Kopf

Im Alter geistig fit bleiben

Stand: 20.05.2017 (20.05.2017)

Empfehlen über:

Geistig fit zu bleiben ist einfacher, als viele denken - hier die fünf wichtigsten Tipps.

Kann ja mal passieren und ist doch peinlich: Wir wollen an der Kasse im Supermarkt zahlen und plötzlich ist uns die ec-Pin entfallen. Wir treffen einen ehemaligen Arbeitskollegen auf der Straße und kennen seinen Namen nicht mehr. Wir gehen in den Keller etwas holen und unten angekommen fragen wir uns, was es war. Prompt sind wir alarmiert: Werden wir schon schusselig? Vergesslich? Oder gar schon dement?

Um es vorwegzunehmen: Kein Grund zur Panik! Gerade Pins und Passwörter vergisst man leicht oder verwechselt die Zahlen, zumal wir uns heute im Online-Zeitalter extrem viele Codes merken sollen. Auch ein entfallener Name ist kein Drama, dafür gibt es einen neuronalen Grund: Wir speichern Namen in einer anderen Gehirnsphäre als emotional behaftete Erinnerungen; deswegen erkennen wir zwar das Gesicht, haben aber den Namen nicht parat. Und so ein kleiner Aussetzer wie im Keller rührt eher daher, dass wir halt müde oder erschöpft waren. Und doch, eines steht fest: Wir alle altern und damit auch unser Gehirn. Besonders deutlich wird das bei Menschen über 80. Auch wenn ihr Geist noch klar ist, reagieren sie doch langsamer als früher und ihr Kurzzeitgedächtnis lässt nach.

Dank der Hirnforschung wissen wir heute, woran das liegt. Und zwar bauen sich Nervenzellen und Synapsen in bestimmten Arealen mit der Zeit allmählich ab. Parallel gibt es aber auch positive Nachrichten: Unser älter werdendes Wunderorgan im Kopf kann solche Mängel auch ausgleichen. Indem es in anderen Arealen, etwa im Hippocampus, der Erfahrungen speichert, wiederum neue Nervenzellen und Verbindungen bildet. Man weiß heute zudem, dass ältere Menschen, anders als junge, vermehrt beide Hirnhälften gleichzeitig benutzen und damit ihren Schatz an Lebenserfahrung als Vorteil anzapfen. Die beste Nachricht aber kommt von einem der renommiertesten Hirnforscher in Deutschland, dem Bremer Neurologen Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth.

„Wir haben es selbst in der Hand, unser Gehirn fit zu halten. Wir müssen es nur genügend fördern“, sagt er – und ist mit seinen 74 Jahren selbst ein leuchtendes Beispiel. Als Unternehmensberater und Buchautor steht er voll im Leben. Auch andere Prominente taugen als Vorbilder: Man denke an Marianne Koch, die Schauspielerin, Ärztin, Autorin und Moderatorin, die 2017 – mit immerhin 85 Jahren – frischer wirkt als manch andere mit 60. Den beiden gemeinsam ist, dass sie beruflich nie in Routine stecken blieben, sich lebenslang ihren Wissendurst bewahrten und Neues wagten.

Und genau das, sagen Neurowissenschaftler, ist die beste Strategie für einen wachen Geist. Wer sich für vieles interessiert und auch mal Neues probiert, senkt sein Risiko für Altersdemenz laut Statistik um die Hälfte. Auch ein Siebzigjähriger könne also noch Chinesisch lernen, meint Gerhard Roth: „Wird unser Kopf beansprucht und fühlen wir uns dabei wohl, schüttet das Gehirn Botenstoffe aus wie Dopamin und Acetylcholin. Und gerade diese fördern die Plastizität des Gedächtnisses.“

Bleiben Sie also unbedingt neugierig auf das Leben! Vermeiden Sie Stagnation. Probieren Sie Neues aus. Damit ist schon viel gewonnen. Und auch weitere Faktoren helfen, jung und fit im Kopf zu bleiben – und zwar:

Pflegen Sie Ihre Kontakte!

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und menschliche Gemeinschaft - in der Familie, unter Freunden, im Verein - spornt auch den Geist an. Wir erzählen, lachen, hören zu, schulen unser Einfühlungsvermögen. Dabei wird, so Hirnforscher Gerhard Roth, das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet mit seiner "heilsamen Wirkung aufs Denkorgan. Es senkt den Stress, erhöht das Wohlgefühl und die Motivation."

Besonders inspirierend ist übrigens der Umgang mit Kindern. Wenn Opa und Oma ihre Enkel betreuen, müssen sie agil und kreativ sein. Kinder wollen Zuwendung und stellen tausend Fragen: Warum werden Blätter im Herbst gelb? Warum fliegen Flugzeuge? Woher kommt die Zeit? Da muss man selber erst mal wieder nach klugen Antworten forschen und diese auch noch kindgerecht formulieren - Futter für die grauen Zellen.

Gut zu wissen: Was bringen Denksportaufgaben und Rätsel?

Dazu gibt es einige Studien – mit teilweise ernüchternden Ergebnissen: Wer bei Denksportaufgaben gut abschneidet, erinnert sich nicht zwingend im Alltag besser. Vieles lässt sich nämlich automatisiert lösen mit der Zeit, etwa Kreuzworträtsel oder Sudoku. Aber auch hier gilt: Gemeinschaft macht den Unterschied, denn soziales Miteinander und gemeinsames Tüfteln fördert den Ausstoß bestimmter Botenstoffe und Hormone. Experten raten übrigens gern zu Computerspielen, die am besten mit Bewegung gekoppelt sind. Sie kombinieren Spaß und Spiel.

Begeistern Sie sich für ein Hobby!

Haben Sie früher mal Gitarre gespielt, gemalt, geschneidert, Modellboote gebaut oder getanzt? Diese Hobbies lassen sich leicht wieder beleben. Und möglichst sollte es ein Tun abseits der vertrauten Komfortzone sein, raten Experten. Ein Büromensch sollte also lieber tanzen als am Computer spielen. Wer Spaß an einem Hobby hat, profitiert von der sogenannten "Intrinsischen Motivation". Sie stimuliert die Kommunikation zwischen dem Belohnungs- und dem Erinnerungszentrum im Kopf. Wenn Sie ein Klavierstück wieder spielen können, das Sie als junger Mensch geliebt haben, schütten Sie jede Menge Glückshormone aus. Apropos: Musizieren hält besonders fit. Es fordert Augen und Gehör, Präzision, Timing, die Koordination kleinster Bewegungen. Das erklärt, warum viele Blues- oder Jazzgrößen noch mit weit über 80 auf der Bühne standen oder stehen.EXTRA TIPP: Auch im Alter können Sie noch ein Instrument erlernen. Spezielle Areale im Gehirn passen sich den neuen Herausforderungen an. Die Neurone leiten die Signale an vorhandene Synapsen, dort bilden sich Zellvorsätze und neue Verbindungen aus. Die graue Substanz nimmt zu und auch die weiße Substanz wird gestärkt.

Kommen Sie in Bewegung – und auch zur Ruhe!

Viele wissen es noch aus der Schulzeit: Wenn man beim Vokabeln pauken hin und her ging, blieben die Worte besser haften. Dank Gehirnscans und Langzeitstudien kann man heute genau verfolgen, was Bewegung und Sport im Hirn bewirken. So verbessert sich durch Sauerstoffzufuhr die Durchblutung und Versorgung der Zellen, etwa in den motorischen Zentren und auch in den nebenan liegenden Bereichen für Sprache und Aufmerksamkeit. Das erklärt das „Vokabelphänomen“. Außerdem setzen die aktivierten Muskeln Botenstoffe frei, die über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen. Dort regen sie die Nervenzellen dazu an, neue Verknüpfungen und sogar neue Zellen zu bilden. BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) nennen Forscher den wunderbaren Vorgang.

Gleichwohl: Gerade ältere Menschen sollten öfters Pausen einlegen und bewusst zur Ruhe kommen. Einfach mal gar nichts tun. Atmen. Nur da sein. Eine Studie der USA hat gezeigt, dass durch regelmäßiges Meditieren ein Areal im Kopf wächst, das für Erinnerung und Lernen zuständig ist.

Extra Tipp: Wie viel Bewegung ist richtig? Grundsätzlich gilt: Je abwechslungsreicher eine Bewegungsart, desto stärker wird die Aufmerksamkeit und damit das Gehirn gefördert, etwa bei Tanzen, Tennis, Turnen. Für ältere Menschen empfehlen sich Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Walken. Dreimal pro Woche eine halbe Stunde – perfekt! Oder wie wäre es mit unkomplizierten Übungen aus dem „Reformhaus® activate your life“-Programm für den Alltag?

Ernähren Sie sich gesund!

Alles beeinflusst sich gegenseitig – Körper, Seele, Geist. Immer mehr erforschen Wissenschaftler daher die Bedeutung der Ernährung für das Gehirn. Eigentlich logisch: Wenn wir uns gesund ernähren, fühlen wir uns im Lot, und das wirkt sich aufs Denkorgan aus. Als echtes „Superfood“ gelten Öle oder andere Quellen mit Omega-3-Fettsäuren. Auch mit Milchsäure-Bakterien vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut und Joghurt sowie andere fermentierte Produkte wie gekeimte Samen wirken positiv. Als optimal gilt die klassische mediterrane Ernährung. Sie besteht aus Gemüse, Obst, Getreide, Olivenöl, Nüssen und enthält kaum Zucker. Studien in Frankreich und Australien konnten beweisen, dass der Hippocampus sehr betagter Menschen langsamer und weniger schrumpft, wenn sie sich ihr Leben lang mediterran ernährten.

Bitte merken

Im Reformhaus® finden Sie viele Produkte, die Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen können. Lassen Sie sich dort beraten!

Ginseng

Ginseng wird in China seit mehr als 5.000 Jahren arzneilich verwendet. Die Wurzel soll Müdigkeit und Schwäche vertreiben. Sie enthält viele Mineralstoffe und Botenstoffe sowie Spurenelemente. Ginseng regt den Stoffwechsel an und unterstützt das Immunsystem.

Unsere Produkt-Tipps:

Ginko

Der Gingko-Baum wird vor allem in China und Japan als Heilpflanze geschätzt. Der Extrakt aus den Blättern fördert die Durchblutung und beugt Vergesslichkeit vor.

Leinöl

Der hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren schützt vor Arterio-

sklerose.

Unsere Produkt-Tipps:

Heidelbeeren

Die blauen Beeren sind für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt, scheinen aber auch die Signalübertragungen der Gehirnnerven positiv zu stärken.

Unsere Produkt-Tipps:

Kakao-Flavanole

Bestimmte Inhaltsstoffe der Kakao-Bohne, die Flavanole, gelten als gesund für Blutdruck und Herz. Nach neuesten Studien aus den USA scheinen sie auch Gedächtnisverlust vorzubeugen.

Unsere Produkt-Tipps:

Walnüsse

Bei wissenschaftlichen Versuchen stellte sich heraus, dass der Verzehr von Walnüssen das Risiko für Alzheimer senkt. Der Beginn der Krankheit wurde verzögert und das Fortschreiten verlangsamt.

Unser Produkt-Tipp:

Cholin

Cholin ist ein wichtiger Bestandteil von Lecithin und am Aufbau der Zellmembranen von Gehirn- und Nervenzellen beteiligt.

Unser Produkt-Tipp:

Seminartipp: Hildegard von Bingen

Ernährung und Naturheilkunde

Ernährung und Naturheilkunde nach Hildegard von Bingen lernen Sie in diesem Wochenendseminar kennen. Sie kochen in unserer modernen Lehrküche mit speziellen Lebensmitteln und Gewürzen. Sie erfahren alles Wissenswerte über die anregenden und unterstützenden Wirkungen der Hildegard-Apotheke.

Mehr Informationen unter www.akademie-gesundes-leben.de oder telefonisch: 06172/300 98 22.

Empfehlen über: