Bitte ohne Milchzucker

Laktose-Unverträglichkeit

Stand: 23.09.2016

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Wenn Milchprodukte dem Bauch Probleme machen, ist häufig der darin enthaltene Milchzucker der Übeltäter. Dann liegt möglicherweise eine Laktoseintoleranz vor. Deren typische Symptome sind heftiges Bauchweh, Krämpfe, Blähungen und Durchfall. Ein Facharzt kann mit einem Test für Klarheit sorgen.

Ausmaß selbst austeste

Es ist ganz normal, dass viele Erwachsene Milchprodukte, genauer die darin enthaltene Laktose, schlechter verdauen können als in ihrer Jugend. Denn die körpereigene Produktion der Laktase, ein Milchzucker spaltendes Enzym, nimmt im Laufe des Lebens ab. Neben diesem genetisch angelegten relativen Laktasemangel ist ein sogenannter sekundärer Mangel möglich. Er entwickelt sich nach Krankheiten wie etwa der Zöliakie oder Infektionen mit dem Rotavirus.

Erreicht der Milchzucker den Dickdarm unverdaut, bauen ihn dort Bakterien zu Gasen und Säuren ab. Zusätzlich zieht er Wasser aus dem Gewebe, was heftige Durchfälle auslösen kann. Doch nicht immer muss es so weit kommen. In weniger schweren Fällen können bestimmte laktoseärmere Käsesorten und Sauermilchprodukte vertragen werden. Dies muss jeder selbst austesten.

Laktosefrei genießen

Inzwischen gibt es ein großes Sortiment an speziellen laktosefreien Produkten, angefangen von haltbarer Milch und Kakao über Joghurt, Quark und Käse bis hin zu Butter und Kaffeesahne. Für das Reformhaus® wird als Ausgangsprodukt Milch aus kontrolliert biologischer Erzeugung verwendet; durch den Zusatz von Laktase in der Molkerei wird der Milchzucker enzymatisch in Glukose und Galaktose gespalten. So liegt der Höchstgehalt an Laktose bei der haltbaren Bio-Milch unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,1 Prozent. Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe bleiben jedoch erhalten.

Hilfe zur Selbsthilfe

Äußerst hilfreich ist die Zufuhr der verdauungsfördernden Laktase von außen. Eingerührt in eine Quarkspeise oder cremige Sahnesuppe, erweitert das Enzym das Spektrum an Getränken und Speisen, die verzehrt werden können. Besonders praktisch für unterwegs ist Laktase im Portionsstick. Zu Beginn der Mahlzeit Tütchen mit dem Enzympulver einfach aufreißen, direkt auf die Zunge geben und mit dem ersten Schluck oder Bissen aufnehmen. Dem unbeschwerten Genuss steht dann nichts mehr im Wege.

Vegetarische Alternativen

Menschen, die das Eiweiß der Kuhmilch nicht vertragen, können eventuell auf Produkte mit Schafs- oder Ziegenmilch ausweichen. Das funktioniert bei der Milchzucker-Unverträglichkeit jedoch nicht, denn jede Tiermilch enthält Milchzucker. Eine bekömmliche Alternative sind dagegen Sojaprodukte. Nicht nur Vegetarier und andere gesundheitsbewusste Zeitgenossen schätzen die vielfältigen Erzeugnisse aus der Sojabohne, auch bei Laktoseintoleranz sind sie – ob als Drink, Joghurt, Dessert oder sahneähnliche Creme – eine Bereicherung. Selbst aus Tofu, dem Sojaquark, lassen sich süße und pikante Speisen zaubern. An Rezeptanleitungen mangelt es in den einschlägigen Koch- und Backbüchern nicht.

Wahlweise mit Banane

Neben dem Einsatz von Soja-„Milch” können Kokosmilch und Kokoswasser, Reis-, Mandel- oder Haferdrink beim Kochen und Backen als verträgliche Zutat Verwendung finden. Dienen sie als Getränk, lassen sie sich nach Wunsch geschmacklich verfeinern. Mit etwas Obst, beispielsweise einer pürierten Banane oder einigen Esslöffeln Vollfrucht, schmecken die Drinks besonders lecker.
Für Mandelmilch zum Beispiel 100 ml lauwarmes Wasser, 1 EL Mandelmus und 2 EL Mango-Vollfrucht mit dem Handrührgerät oder einem Pürierstab verrühren.

Die Versorgung mit dem wichtigen Knochenmineral komplettieren Soja-Drinks mit einem Zusatz an Calcium. Außerdem steuern calciumreiche Mineralwässer (mehr als 150 mg/l) und Lebensmittel wie Brokkoli, Grünkohl, Amaranth, Mandeln oder Sesam Calcium bei. Nahrungsergänzungsmittel tragen ebenso zur Bedarfsdeckung bei.

Laktose (Lactose)

Zu Deutsch Milchzucker. Er besteht aus den beiden Zuckereinheiten Glukose und Galaktose. Nur wenn die Laktose in ihre Einzelbestandteile aufgespalten wird, kann sie problemlos verdaut werden.

Laktase (Lactase)

Nicht zu verwechseln mit Laktose. Hierbei handelt es sich um das Enzym (zu erkennen an der Endung „-ase”), das den Milchzucker in seine beiden Bestandteile spaltet.

Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber „Milch-/eifreie Ernährung – plus Tipps bei Laktoseintoleranz” oder im Sonderheft "gesund & schön - Nahrungsmittelunverträglichkeiten", erhältlich in Ihrem Reformhaus®.

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