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Was sind eigentlich… Bioflavonoide?

Pflanzenstoffe

Stand: 16.11.2016

Bioflavonoide, auch Flavonoide genannt, sind sekundäre Pflanzenstoffe, die wir vor allem über unsere tägliche Nahrung aufnehmen. Ihnen werden viele gesundheitliche Vorteile zugesprochen, besonders ihre antioxidative Wirkung wird positiv eingeschätzt.

Bioflavonoide sind Wachstumsregulatoren und Farbstoffe verschiedener Pflanzen und kommen in etwa 8000 chemischen Strukturen vor. Die Stoffe bieten den Pflanzen Schutz vor äußeren schädlichen Einflüssen und befinden sich deshalb hauptsächlich in deren Randschichten und den äußeren Blättern. Deshalb sollten beispielsweise Äpfel nach Möglichkeit nicht geschält und Tomaten nicht enthäutet werden.

Sie beeinflussen das Immunsystem

Flavonoide sind besonders für ihre antioxidative Wirkung bekannt. Sie sollen freie Radikale auffangen, die zum Beispiel bei Stoffwechselvorgängen oder durch Umweltbelastungen und Zigarettenrauch entstehen und fürs Altern oder Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Probleme mitverantwortlich gemacht werden.

Antioxidantien können die schädliche Wirkung der freien Radikale neutralisieren. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beeinflussen Flavonoide auch das Immunsystem und können das Wachstum von Viren, Bakterien und Pilzen hemmen. Manche dieser Stoffe wirken nur in Kombination mit anderen Flavonoiden oder aber ihre Wirkung wird durch andere verstärkt beziehungsweise ergänzt. Daher sollten möglichst viele verschiedene flavonoidhaltige Lebensmittel gegessen werden. Denn nur die Mischung bringt auch den gesundheitlichen Nutzen.

Gut erforscht: Quercetin

Besonders gut erforscht ist das Quercetin, das beispielsweise positive Effekte auf die Blutgerinnung zeigt. „Es steckt vor allem in Zwiebeln und Grünkohl, aber auch in Äpfeln und Brokkoli“, berichtet Bernhard Watzl, Direktor des Instituts für Physiologie und Biochemie der Ernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe. Auch die Flavonoide in Cranberries sind mittlerweile gut untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders Frauen weniger Harnwegsinfekte entwickeln, wenn sie Cranberrysaft regelmäßig trinken.

Wo stecken Flavonoide überall drin?

Besonders viele der Stoffe stecken in Äpfeln, Birnen, hellen und dunklen Trauben, Kirschen, Beerenobst, Zwiebeln, grünem Gemüse wie Grünkohl und Brokkoli, rotem Gemüse wie Auberginen, Tomaten und Rotkohl sowie schwarzem und grünem Tee und dunkler Schokolade. Je abwechslungsreicher die Kost ist, desto mehr unterschiedliche Flavonoide werden also aufgenommen.

Nach der Ernte ist der Flavonoidgehalt am höchsten

Die Menge der im Lebensmittel enthaltenen Flavonoide hängt von einigen Faktoren ab: So wirkt sich allein schon die Jahreszeit auf den Flavonoidgehalt aus, da die Synthese in den Pflanzen lichtabhängig ist. Endivien zum Beispiel enthalten fünfmal mehr Flavonoide, wenn sie im August geerntet werden anstatt im Frühjahr. Außerdem ist der Flavonoidgehalt direkt nach der Ernte am höchsten und wird durch lange Lagerung – außer bei Äpfeln – und starke Verarbeitung reduziert.

Beim Kochen kann man zudem beobachten, dass einige Gemüse- und Obstsorten wie Rotkohl, Rote Bete oder Beerenobst das Kochwasser färben und ihre Flavonoide dadurch an das Wasser abgeben. Damit die wertvollen Pflanzenstoffe nicht verloren gehen, sollte dieses deshalb nicht weggeschüttet, sondern möglichst mitverwendet werden.

Frisches Obst und Gemüse

Mittlerweile gibt es auch Flavonoide in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, von denen Bernhard Watzl aber abrät: „Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass die isolierten Stoffe im menschlichen Organismus den gleichen Nutzen haben wie flavonoidreiche Lebensmittel. Eine gesunde Ernährung mit fünf Portionen Obst und Gemüse ist auf jeden Fall zu empfehlen, um die vielfältigen Flavonoide in natürlicher Form aufzunehmen und den gesundheitlichen Nutzen daraus zu ziehen.“            

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