Vitamin D

Warum wir Vitamin D brauchen

Das Sonnenvitamin für ein starkes Immunsystem

Stand: 30.10.2020 (30.10.2020)

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Es ist unverzichtbar für stabile Knochen, ein starkes Immunsystem und gute Muskelkoordination, auch der Schutz vor Krebs und positive Effekte auf unser Gehirn und unser Nervensystem werden ihm zugeschrieben: Das Sonnen-Vitamin D entpuppt sich immer mehr zum Tausendsassa. Doch in der dunklen Jahreszeit sind unglaubliche 80 Prozent der Deutschen mit Vitamin D unterversorgt

Übertrieben? Von wegen! Immer wieder bestätigen Studien die Unterversorgung mit Vitamin D. So wertete das Robert-Koch-Institut Daten von circa 10.000 Kindern zwischen einem und 17 Jahren aus. Ergebnis: 87 Prozent der untersuchten Kinder war nicht optimal mit Vitamin D versorgt. Gar nicht gut, denn genau in dieser Altersgruppe braucht der Körper Vitamin D für das Knochenwachstum und die Ausbildung der Organe. Eine Studie der Universität zu Lübeck über die Vitaminversorgung in Norddeutschland zeigte, dass von 99.000 Untersuchten 80 Prozent nicht optimal mit Vitamin D versorgt waren, 30 Prozent wiesen sogar einen schweren Mangel auf. Das hat Gründe: 

  1. Deutschland ist wegen seiner geographischen Lage Mangelgebiet. Nur von März bis September führt die Sonneneinstrahlung zu einer nennenswerten Vitamin- D-Bildung über die Haut.
  2. Sonnencreme, notwendiger und sinnvoller Schutz vor Hautkrebs, reduziert ab Lichtschutzfaktor LSF 15 die Bildung von Vitamin D um 80 bis 90 Prozent.
  3. Unser Lebensstil: Wir arbeiten drinnen hinter Glas, das die für die Bildung von Vitamin D entscheidenden UVB-Strahlen herausfiltert.

Warum brauchen wir Vitamin D?

Vitamin D ist als wichtiger Botenstoff an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Bekannt ist vor allem sein Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Vitamin D sorgt dafür, dass der Körper Kalzium aufnehmen und in die Knochen einbauen kann. Ein Mangel kann zu Osteoporose führen. Und bei Kindern kann ein schwerer Vitamin-D-Mangel eine Rachitis zur Folge haben – die Krankheit, bei der die Knochen weich bleiben und sich verformen.

Damit nicht genug. Gerade jetzt während der Grippe- und Erkältungszeit sind ausreichend gefüllte Vitamin-D-Speicher wichtig. Denn nur dann funktioniert auch die Infektabwehr unseres Immunsystems effektiv. Denn Vitamin D aktiviert unter anderem Makrophagen (Fresszellen) und T-Helfer-Zellen, die bei der Bekämpfung von Viren eine Hauptrolle spielen.

Vitamin D beeinflusst den Verlauf verschiedener chronischer Erkrankungen. So zeigt die Krebsforschung einen Zusammenhang von Vitamin D und Krebsabwehr. Bekannt ist auch, dass ein Vitamin-D-Mangel eine Insulinresistenz hervorrufen kann, die quasi die Rampe zum Diabetes ist. Ein Vitamin-D-Mangel wird ebenfalls mit Multipler Sklerose in Verbindung gebracht. Man weiß außerdem, dass die Häufigkeit von Multipler Sklerose erhöht ist, je niedriger der Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung ist. Allerdings sind Ursache und Wirkung hier noch nicht vollständig geklärt.

Ganz aktuell macht eine Meta-Studie* der Uni Hohenheim darauf aufmerksam, das neben Grunderkrankungen wie Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck ein Vitamin-D-Defizit das Risiko eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Infektion steigern kann. 

Wo steckt viel Vitamin D drin.

Um es vorweg zu sagen, mit der Ernährung können wir unseren Vitamin-D-Spiegel nicht füllen. Es gibt nur wenige Lebensmittel, meist tierischer Herkunft, die größere Mengen an Vitamin D enthalten. So müssten wir schon 24 Liter Milch trinken, 16 Eier oder ein Pfund Hering vertilgen, um den Bedarf zu decken. Unmöglich! Besonders für VegetarierInnen und VeganerInnen, aber auch für MischköstlerInnen. Denn nennenswerte natürliche Vitamin-D-Lieferanten sind fette Fische. Möchten Sie jeden Tag ein Pfund Hering essen? Eben! Vitamin D bildet sich in der Haut – allerdings nur, wenn die Sonne in einem bestimmten Winkel scheint zwischen März und September. Das reicht meist nicht.

Wer braucht wie viel?

Grundsätzlich kann man sich an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) orientieren, wonach wir 800 Einheiten täglich erreichen sollten, empfiehlt Dr. med. Anne Fleck (siehe Seite 33). Prof. Dr. med. Florian Barvencik von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf stimmt dem zu und ergänzt: „Auch bei 1.000 Einheiten macht man sicher nichts verkehrt. Für Patienten beispielsweise mit Nieren- oder Lebererkrankungen oder mit Osteoporose ist das Messen des Vitamin-D-Spiegels sinnvoll, um dann zu entscheiden.“

Vor allem im Winter empfiehlt es sich, Vitamin D zu ergänzen, da wir keine Chance haben, über die Sonne Vitamin D zu bilden. In diesem Fall müssen wir auch keine Angst vor dem Schlucken von Tabletten haben. Prof. Barvencik: „Meiner Ansicht nach gibt es auch für den Organismus keine Unterschiede, ob das Vitamin D durch die Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet oder über die Nahrung beziehungsweise mit einer Tablette eingenommen wird.“

Kein Vitamin D einnehmen sollten Patienten mit einem zu hohen Calciumspiegel im Blut, z. B. bei Nebenschilddrüsen-Störungen und Patienten mit einer eher seltenen Erkrankung, der Sarkoidose.

Wichtig ist insbesondere im Alter den Vitamin-D-Spiegel im Auge zu behalten, denn die Hautkapazität zur Bildung von Vitamin D lässt im Alter nach.

Woran erkennen wir einen Mangel?

Gar nicht so einfach. Denn ein Vitamin-D-Mangel tut erst einmal nicht weh und fällt deshalb nicht sofort auf. Anzeichen können neben Stimmungsschwankungen ,Müdigkeit und Konzentrationsproblemen auch Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen sein. Auch der sogenannte Winterblues, besser gesagt die Lichtmangeldepression, hängt mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel zusammen. Deshalb empfiehlt es sich, einen Bluttest zu machen, um den individuellen Ausgangswert herauszufinden.

Was müssen wir beachten?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und sollte mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, z. B. einem kleinen Löffel Leinöl. Das verbessert die Aufnahme im Darm. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte mit dem Arzt / der Ärztin klären, ob diese den Vitamin-D-Spiegel beeinflussen. So forcieren z. B. Antiepileptika den Abbau von Vitamin D. Und Nein: Im Sonnenstudio findet keine Vitamin-D-Bildung statt. Der Körper braucht UV-B-Licht. Sonnenbänke geben überwiegend UV-A ab.

„Nach aktuellem Stand der Forschung ist es sinnvoll, eine Vitamin-D-Nahrungsergänzung, nicht nur in den bevorstehenden Wintermonaten zu nutzen. Denn selbst bei strahlen dem Sonnenschein reicht die UV-Strahlung zwischen September und März in unseren Breitengraden nicht, um Vitamin D3 über die Haut zu tanken. Leider ist auch in den Sommermonaten bei starkbewölktem Himmel und unzureichendem Aufenthalt im Freien ein eklatanter Vitamin-D-Mangel, vor allem bei Kindern und Jugendlichen keine Rarität. Traurig aber wahr, denn Osteoporose im Alter ist verhinderbar.

Außerdem lindert Vitamin D das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Allergien, Krebs und Lichtmangeldepression. Ich persönlich substituiere als Erhaltungstherapie täglich 800 internationale Einheiten Vitamin D gemeinsam mit Algenöl, d.h. Leinöl mit DHA/EPA-Zusatz und Weizenkeimöl und halte damit einen guten Spiegel. Wichtig ist: Die individuelle Aufnahme ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, die meisten brauchen mehr. Deswegen ist es wirklich sinnvoll, einmal den Wert im Labormessen zu lassen.

Die dringende Empfehlung einer ganzjährigen Ergänzung und Labordiagnostik gilt auch für Kinder und Jugendliche. Gerade junge Menschen stecken noch mitten in der Knochen entwicklung, und Osteoporose vorbeugen beginnt in der Kindheit bis zum 30.Lebensjahr. Für Kinder vom vierten bis zum zwölften Lebensjahr empfehle ich 400–500 IE täglich, ab dem zwölften Lebensjahr 800 Einheiten pro Tag, dann individuell nach persönlichem Spiegel, kann die Einnahme gesteigert werden.“

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