Refluxerkrankung

Das Feuer natürlich löschen

Stand: 16.01.2018 (16.01.2018)

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Der Griff zum Säureblocker war für meine Patientin schon Routine - denn es verging kaum ein Tag, an dem sie nicht von saurem Aufstoßen gequält wurde. Auch nachts störte das Sodbrennen den Schlaf. Neben den freiverkäuflichen Antazida nahm sie noch unregelmäßig sogenannte Protonenpumpen hemmer, die sie vom Hausarzt verschrieben bekommen hatte. Doch die Mittel linderten immer nur kurzfristig das Brennen.

Ich bin der Meinung, dass es besser ist, immer der Ursache auf den Grund zu gehen und nicht nur die Symptome zu lindern. Außerdem sind die Medikamente bei der Refluxkrankheit keinesfalls eine Dauerlösung. Sie haben bei dauerhafter Einnahme über Jahre Nebenwirkungen - wie eine erhöhte Brüchigkeit der Knochen.

Das stoppt Sodbrennen

Vorab wichtig: eine Magenspiegelung, um den Befund exakt einzuschätzen. Es zeigte sich, dass bei meiner Patientin die Speiseröhrenschleimhaut schon angegriffen war. Folgende Maßnahmen stoppen aus meiner Praxiserfahrung die Verätzung der Speiseröhre: Beim Reflux geht es darum, den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zu verhindern. Dafür muss ein spezieller Muskel am Mageneingang, der "Türsteher", gestärkt werden. Deshalb alle Lebensmittel vom Speiseplan streichen, die Säurebildung fördern, zum Beispiel Kaffee, Zitrusfrüchte. Außerdem bei jeder Mahlzeit eiweißhaltige Lebensmittel zusätzlich zu sich nehmen, da sie die Magenschleimhaut stimulieren, Gastrin auszuschütten. Diese Substanz signalisiert dem Türsteher am Mageneingang: „dicht machen“. Dem Türsteher nicht zu viel auf einmal zumuten, lieber fünf bis sechs kleine Mahlzeiten als drei große, um die Tür dauerhaft geschlossen zu halten.

„Reflux – wenn die Magensäure immer wieder aufsteigt, hilft eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten"

Dr. Anne Fleck, Ernährungsmedizinerin

Diese Gewohnheiten ändern

Ganz weglassen sollte man für eine Zeit Alkohol, Süßigkeiten und scharfe Gewürze. Zucker sollten Betroffene nur sehr wenig zu sich nehmen. Da ist oft Detektivarbeit gefragt, denn hohe Mengen an Zucker verstecken sich in Fruchtsäften und Fertiggerichten. Allen, die gewohnt sind, viel Süßes zu essen, hilft mein Tipp: Geben Sie drei, vier Tropfen Bitterstoffe auf den Handrücken und lecken Sie sie ab, das stoppt den Heißhunger sofort. Zu jeder der fünf Mahlzeiten mindestens eine Handvoll eiweißhaltige Lebensmittel (Käse, Ei, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse, Mandeln und Samen) einplanen.

Ideale Ergänzungen sind ballaststoffreiche, und eher fettarme Lebensmittel, mit möglichst wenig Zusatzstoffen. In der Kantine zu Gemüse greifen und Soßen weglassen. Meine Patientin hat sich an die Ratschläge gehalten und konnte nach ein paar Monaten der Umstellung die Säureblocker ganz weglassen.

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