Unkontrolliertes Hungergefühl

Versuchungen widerstehen

Stand: 14.09.2018 (14.09.2018)

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Zuerst eine Frage an Sie: Wann hatten Sie das letzte Mal Hunger, mit Magenknurren und dem Gefühl, Sie hätten ein Loch im Bauch? Schon länger her? Nicht ungewöhnlich, denn immer häufiger essen wir, bevor wir richtigen, körperlichen Hunger haben. Snacks verlocken zu Zwischenmahlzeiten – ohne dass es eigentlich von der Energiebilanz her nötig wäre, wieder zu essen. Aber echter Magenhunger kann auch entstehen, weil die Nahrung selbst zu wenig wichtige Nährstoffe enthält, dann signalisiert das Gehirn Appetit. Das ist purer Selbstschutz des Körpers, schließlich möchte er mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sein. Wird dann wieder gesnackt, hält auch das nicht lange vor. Übergewicht wird gefördert. Auch Schlanke können auf diese Weise ungünstige Fettdepots anlegen.

Der Magen ist ein Tank

Ist der Magen voll, gibt er ein Sättigungssignal an den Körper. Doch unser Magen ist anpassungsfähig: Bekommt er häufig große Mahlzeiten, wächst er. Je größer der Tank, umso mehr muss getankt werden, um die sättigende Füllung zu erreichen. Diese Menge muss erst mal „abgearbeitet“ werden. Unsere Essgewohnheiten prägen also das Magenvolumen. Das birgt aber die Chance, das Volumen wie der kleiner zu trainieren – durch bewusstes Essen und eingeschränkte Nahrungszufuhr. Deshalb ist Intervall-Fasten so wirkungsvoll.

"Wissen Sie, was Sie hungrig macht? Denn dann können Sie gezielt Ihr Hungergefühl beeinflussen, um gesund zu leben."

Dr. Anne Fleck, Ernährungsmedizinerin

Die Sinne lieben Verführung

Bilder von gedeckten Tischen mit liebevoll angerichteten Speisen – wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen… Unser Blick wird gefesselt von dieser Reizkost, von der wir durch die Werbung täglich umgeben sind. Nicht nur Farben und Formen stimulieren diesen Augenhunger, auch die Größe der Mahlzeiten ist entscheidend.

Studien zeigten, dass Menschen umso mehr essen, je größer die Portion ist. Wir neigen eben dazu, den Teller leer zu essen. Ein Trick ist es, Geschirr mit kleinem Fassungsvermögen zu wählen. Auch der Geruch von Nahrungsmitteln spricht uns stark an. Etwa der Duft von frischen Brötchen. Glücklicherweise vergeht dieser Nasen- und Mundhunger schnell wieder, wenn neue Gerüche kommen – etwa frischer Zitronengeruch.

Komplexer ist da der Herzenshunger. Essen verschafft uns durch die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn Wohlbefinden und Abstand zu Problemen, Kummer oder auch Langeweile. Fragen Sie sich, wann es Ihnen das letzte Mal so ergangen ist. Wie fühlten Sie sich nach dieser Ess-Attacke? Und was könnten Sie in Zukunft stattdessen tun?

Unsere Kolumne "Doc Fleck hilft" von Dr. Anne Fleck, kurz Doc Fleck. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin, Rheumatologie, Präventiv- und Ernährungsmedizin mit Expertise auf dem Gebiet der Naturheilkunde und alternativen Heilmethoden. Seit Jahren ist sie als Expertin auf dem Gebiet der innovativen Ernährungs- und Präventionsmedizin tätig. 

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