Diabetes mellitus Typ2

Lebensstilbedingte Einflüsse

Stand: 23.10.2017 (23.10.2017)

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Ja, ich muss es in aller Deutlichkeit sagen – der Weg zur Insulinresistenz, der Vorstufe einer Diabetes Typ 2, ist in den meisten Fällen hausgemacht. Denn im Gegensatz zur Diabetes Typ 1, einer Autoimmunerkrankung, wird Typ-2-Diabetes durch eine falsche Lebensführung begünstigt. Nannte man früher diesen Typus „Alterszucker“, ist das inzwischen längst nicht mehr korrekt. Denn heute leiden immer mehr junge Menschen, sogar Kinder und Jugendliche, an Diabetes Typ 2. Der Grund: zu wenig Bewegung, zu viel Junkfood mit vielen schlechten Kohlenhydraten. Hinzu kommt starkes Übergewicht als der Schrittmacher des Typ-2-Diabetes.

Der Zuckerstoffwechsel des Körpers ist sensibel

All dies stört den sensiblen Zuckerstoffwechsel des Körpers. Wenn wir essen, werden Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln oder Obst in Glukose, also Blutzucker, umgewandelt. Damit er in die Zellen geschleust werden kann, in denen er gebraucht wird, produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin. Der Effekt: Der Zuckerspiegel im Blut sinkt. Bei einer Diabetes Typ 2 ist die Insulinproduktion gestört – und die Zuckerkonzentration im Blut steigt. In schweren Fällen muss dann Insulin gespritzt werden – ein Teufelskreis beginnt. Denn Insulin ist ein Fett aufbauendes Hormon, das dick macht. Doch so weit muss es gar nicht kommen.

„90 Prozent aller Diabetiker und Diabetikerinnen leiden aufgrund ihres Lebensstils an Typ-2-Diabetes “

Dr. Anne Fleck, Ernährungsmedizinerin

Vorbeugen mit Bewegung und dem richtigen Essen

Um die Zuckerverwertung des Körper zu verbessern, hilft es schon abzunehmen und sich zu bewegen. Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für die Insulinresistenz der Muskelzellen. Arbeiten die Muskeln, holen sie sich Glukose als Brennstoff aus ihren eigenen Zellen. Sind die leer, beziehen sie den Nachschub aus dem Blut – der Blutzuckerspiegel sinkt. Jede Bewegung zählt – dem Stoffwechsel ist es egal, womit Sie Energie verbrauchen!

Warum abnehmen? Ganz einfach: Fettgewebe, besonders das am Bauch, schüttet Botenstoffe aus, die eine Insulinresistenz fördern. Zum Abnehmen deshalb Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Vollkornprodukte bevorzugen. Denn Ballaststoffe wirken regulierend auf den Fett- und den Blutzuckerstoffwechsel. Mein Einstiegstipp: eine Haferkur. Im Hafer steckt der Ballaststoff Beta-Glucan, der hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken. Drei bis vier Tage lang dreimal täglich je 75 Gramm Haferflocken oder Haferkleie mit 1/2 Liter Wasser aufkochen, eventuell mit etwas Gemüse verfeinern. Dazu viel Wasser oder Tee trinken.

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