Das geht runter wie Öl

Was Polyphenole bewirken

Stand: 19.01.2022 (08.02.2022)

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Sie schützen Olivenöl davor, ranzig zu werden, unseren Körper verteidigen sie gegen freie Radikale: Polyphenole. Doch was genau sind Polyphenole? Und wie erledigen sie ihren Schutz-Auftrag in unserem Körper?

Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Wie der Name es schon verrät, sind diese Pflanzenstoffe nicht direkt notwendig, damit eine Pflanze überleben kann – sie sind „sekundär“. Dabei handelt es sich um Geruchs-, Farb- und Geschmacksstoffe, die in allen Obst- und Gemüse- oder Getreidesorten enthalten sind. Mittlerweile sind an die 100.000 dieser sekundären Stoffe bekannt, die ganz unterschiedliche Funktionen für das Gedeihen der Pflanzen übernehmen. So schützen diese Geschmacks- oder Farbstoffe zum Beispiel vor Fressfeinden oder vor der Sonne. Doch welche Bedeutung haben diese Pflanzenstoffe für die Gesundheit des menschlichen Körpers? Diese Frage ist in den letzten Jahren in den Fokus der Wissenschaft gerückt – und in zahlreichen Studien wurden Polyphenolen eine Vielzahl von gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeschrieben.

Die Wirkung auf die Gesundheit

So sollen Polyphenole als Antioxidantien wirken und die Zellen vor freien Radikalen schützen. Desweiteren sollen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt vorbeugen, außerdem dabei helfen, den Blutdruck zu senken und Diabetes Typ2 vorzubeugen. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BzfE) haben Polyphenole sogar Eigenschaften, die der Entstehung von Tumoren entgegenwirken können. „Laborexperimente haben gezeigt“, so das BzfE, „dass Polyphenole antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken und das Immunsystem beeinflussen können.“

Ein kleines „aber“ gibt es jedoch: Bei den meisten Studien handelt es sich um in-vitro-Studien mit menschlichen Zellkulturen, die im Reagenzglas unter Laborbedingungen durchgeführt wurden und sich deshalb nicht so einfach auf den Menschen übertragen lassen. Denn Polyphenole verändern sich im Körper, die Stoffe werden vom Organismus abgebaut und sind dann nicht mehr in der gleichen Konzentration vorhanden wie im Reagenzglas. Deshalb hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bisher auch keine Werbung mit der gesundheitsfördernden Wirkung von Polyphenolen erlaubt. Mit einer Ausnahme! Für Olivenöl! Sind mindestens 5 mg des Polyphenols Hydroxytyrosol pro 20 g Olivenöl enthalten, hat die EFSA (European Food Safety Authority – Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) diese gesundheitsbezogene Aussage zugelassen: 

„Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen“. Doch nicht alle Olivenöle haben einen hohen Polyphenolgehalt, raffinierte Öle nahezu keinen. Olivenöle der Kategorie „nativ extra“, die aus jungen, grünen Oliven hergestellt wurden, haben meist einen hohen Polyphenolgehalt und einen bitter-scharfen, leicht kratzigen Geschmack. Für den ist das Polyphenol „Oleuroein“ verantwortlich.  Dass Polyphenole gesund sind, wenn sie im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung verspeist werden, gilt – Health Claim hin oder her – jedoch als unzweifelhaft. Deshalb genießen wir – neben Olivenöl – polyphenolreiche Lebensmittel wie Beeren, Nüsse, Äpfel, Karotten, Vollkornprodukte und grünen Tee.

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