Entspannen lernen beim Yoga  © lev dolgachov

Drei einfache Wege zu mehr Glück und Balance

Ooommmmm ...

Stand: 30.10.2020 (30.10.2020)

Empfehlen über:

Was würden Sie sagen, wenn es ein kostenloses Breitband-Vademecum gäbe, das den Blutdruck reguliert, das Immunsystem unterstützt, die Vitalität fördert, hilft, Gewicht zu verlieren, sich besser zu konzentrieren und achtsamer und mitfühlend mit sich und anderen umzugehen – und das alles auch noch wissenschaftlich belegt? Sie sagen: Super, nehm‘ ich? Gut, dann mal los! Alles, was Sie brauchen, ist ein Plätzchen, wo Sie ein Viertelstündchen ungestört sein können, dazu einen bequemen Stuhl oder eine Matte. Und diesen Bericht, der beschreibt, welche Meditation für welches Bedürfnis und welche Lebenslage geeignet ist.

Sich selbst wiederfinden durch "vollkommene Präsenz"


Überraschend zeichnet Fabrice Midal den Weg zur Meditation: Einfach da sein! In seinem neuen Buch mit dem provokanten Titel „Die innere Ruhe kann mich mal“ (dtv, 9,90 €) kritisiert er den Leistungsdruck, der auch in der Meditation angekommen sei und beschreibt, dass es weder besonderer Techniken, noch irgendwelcher Dosierungsanleitungen bedarf, um die kraftvolle Wirkung der Meditation zu erfahren und zu genießen. „Meditieren heißt nichts anderes, als zu sein“, so Midal. „Innehalten, sich eine Pause gönnen, aufhören, irgendetwas nachzujagen, und stattdessen präsent sein, sich im Körper verankern.“ In dieser „vollkommenen Präsenz“ spüren wir wieder, wie sehr wir Teil dieser Welt sind. Doch nicht nur das. Indem wir den Moment wahrnehmen und „eine Beziehung zu ihm herstellen“, eröffnen sich neue Möglichkeiten, jenseits starrer Regeln und eingefahrener Verhaltensweisen zu agieren – und wieder mehr Sie selbst zu sein.

So einfach geht's

  1. Aufrecht hinsetzen: Die aufrechte Haltung öffnet den Geist für die Gesamtheit des Gegenwärtigen. „Man muss sich schon an diesen seltsamen Habitus gewöhnen“, so Midal. Vielleicht tut Ihnen der Rücken weh, die Füße schmerzen. Erlauben Sie sich, dies wahrzunehmen, ohne sich zu verurteilen oder zu glauben, Sie machten etwas falsch.
  2. Gedanken? Na und! Midal empfiehlt, sie weder zu analysieren, noch zu vertreiben oder sie als ziehende Wolken oder Ähnliches zu sehen: „Alle meine Gedanken, alle meine Wahrnehmungen, auch die sinnlichen, sind Teil der Meditation. „Im Grunde tue ich nichts. Ich bin ganz einfach.“
  3. Vollkommen präsent sein „Meditation heißt nicht, sich im Elfenbeinturm von der Welt abzuwenden, sondern ganz im Gegenteil sich der Welt zu öffnen“, so Midal. Atmen, hören, fühlen, riechen – zur Kenntnis nehmen, was ist.

Mehr Kraft durch Mantra-Meditation

Berühmt geworden ist diese Form der inneren Versenkung durch die Verfilmung der Biografie von Tina Turner, die in der Krise ihres Lebens durch das Mantrasingen zu innerer Ruhe und Kraft fand. Mantras sind Laute, Silben, Klänge, Wörter oder ganze Sätze, die still wiederholt oder hörbarlaut gesungen werden. Gut geeignet sind beispielsweise der eigene Name, das bekannte „Ich bin“ oder verbale Kraftformeln aus dem Sanskrit, die den Vorteil haben, dass unser Verstand mit der Entschlüsselung der Bedeutung der Wörter beschäftigt ist und deshalb das übliche Gedankenkarussell der Sorgen und des Stresses nicht starten kann. Das Mantra „Om Shrim Mahalakshmijei Swaha“ beispielsweise ist der indischen Glücksgöttin Lakshmi gewidmet. Es wird gern verwendet, um Glück und Harmonie für Familie und Freundeskreis anzuziehen. Das wichtigste buddhistische Mantra lautet „Om mani padme hum“. Es bringt Geist und Herz zusammen, weckt unser Mitgefühl und wirkt allgemein heilend auf uns.

So einfach geht's

Aufrecht hinsetzen, Augen schließen, bewusst ein- und ausatmen, das Mantra laut oder leise singen. In Indien, dem Ursprungsland dieser Meditationsform, gilt die Zahl 108 als heilig, weshalb die Mantras entsprechend oft wiederholt werden. Wer sich darauf nicht einlassen möchte, sollte zumindest festlegen, wie lange er das Mantra sprechen möchte. Fünf Minuten sind am Anfang empfehlenswert.

„Wir haben viel zu wenig Muße: Zeit, in der nichts los ist. Das ist die Zeit, in der die Einsteins, die kreativen Forscher, ihre Entdeckungen machen. Der Betrieb und die Routine sind uninteressant und kontraproduktiv“

Adolf Muschg, * 1934, Schweizer Dichter

In Sekunden tiefenentspannt durch die Vagus-Meditation


Zwei große Systeme spielen in unserem Organismus die Hauptrollen: der Sympathikus, der in Stresssituationen von Null auf Hundert schaltet und uns befähigt, schnell zu reagieren. Und der Parasympathikus, der den Stoffwechsel reguliert und der Erholung und dem Aufbau körpereigener Ressourcen dient. Eigentlich lässt er sich nicht in seine Arbeit hineinreden. Doch es gibt eine Möglichkeit: Der größte Nerv des Parasympathikus ist nämlich der Vagus, auch Vagabund genannt, weil er sich fast im ganzen menschlichen Körper herumtreibt. „Durch große Geflechte wichtiger Organbezirke hält er die Lunge, das Herz, den Magen-Darm-Bereich, aber auch die linke Darmflexur unter Kontrolle“, erklärt die Sozialwissenschaftlerin Birgit Schnack-Iorio .Durch gezielte Meditation sprechen wir ihn direkt an.

Der Effekt: Der Vagus reagiert mit sofortiger Tiefenentspannung, die er an alle Organe weitergibt. „Das führt dazu, dass Ihre hohe Herzfrequenz sich absenkt, Ihre Atmung sich verlangsamt, Ihre Muskeln sich entspannen und sich Ihr Blutdruck absenkt. Auch Ihr körperliches Abwehrsystem wird erneuert und die unterbrochene Magen-Darm-Passage in Gang gesetzt“, so Birgit Schnack-Iorio. Entwickelt wurde diese neurophysiologisch begründete Meditation durch ihren Vater Professor Dr. Gerd Schnack, dessen Arbeit und das Allensbacher Präventionszentrum sie nach seinem Tod fortführt.

So geht's

Schließen Sie die Augen. Atmen Sie langsam und bewusst ein und aus. Beim Ausatmen summen, brummen, schnurren Sie sanft. Diese Geräusche lassen Ihren Kehlkopf vibrieren, wodurch Ihr Vagus-Nerv aktiviert wird. Jetzt fixieren Sie Ihre Augenlider von innen. Zunächst ist alles schwarz, aber schon nach kurzer Zeit werden Sie Farben sehen, vor allem sanfte Gelbtöne, vielleicht auch etwas Rot, Blau und Grün. In Ihrem Blickfeld erscheinen viele kleine schwarze Punkte. Konzentrieren Sie sich darauf, das aktiviert ebenfalls den Vagusnerv. Sie werden sofort und automatisch ruhiger.

Informationen, Seminare und Ausbildung unter www.vagus-management.de

Empfehlen über:

Weiterscrollen, um zum nächsten Artikel zu gelangen