Fahrradfahrer am Wasser / AdobeStock

Fahr Rad!

Denn Fahrradfahren ist gesund

Stand: 10.03.2022 (19.04.2022)

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Fahrradfahren ist gesund, macht Spaß und liegt schon seit Jahren im Trend. Die Rad-Branche ist innovativ und erfolgreich, auch der Fahrrad-Reisemarkt boomt. Die Corona-Pandemie hat der Radnutzung einen zusätzlichen Schub gegeben. 2020, so die Zahlen, besaß fast jeder Deutsche ein Fahrrad. Und E-Bikes sind der Renner. Eines ist jedenfalls sicher, der Boom geht auch 2022 weiter …

Das Fahrrad hat eine lange Geschichte. Wer im Mai 2014 in Hamburg war und im Museum der Arbeit die großartige, mehrmonatige Ausstellung „Das Fahrrad“ genießen konnte, bekam alles geboten, was das Fahrrad ausmacht – in Geschichte, Kultur und Technik – inklusive Probefahrt auf historischen Vehikeln. Kurator Mario Bäumer sagte damals zum großen Interesse an der bis dahin wohl umfassendsten Fahrrad-im-urbanen-Raum-Ausstellung: „Das Fahrrad erlebt eine Renaissance“. „Wiedergeburt“ ist aus heutiger Erfahrung leicht untertrieben, aber 2014 war es so, dass zwar 80 % der Deutschen ein Rad besaßen, aber der Anteil der Wege, die mit ihm als Verkehrsmittel zurückgelegt wurden, lag nur bei 10 %. In den Niederlanden, zum Vergleich, waren es 27 %. Intensivnutzung sieht anders aus. Wenn wir heute in unsere Städte schauen, vor allem in die Großstädte, dann hat sich dort viel verändert. Die Bedeutung des Fahrrades für Freizeit und insbesondere für die urbane Mobilität der Zukunft ist gewachsen und wächst und wächst ….

Auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft treibt immer mehr Menschen auf den Fahrradsattel. Radfahren ist gesund! Ein Indikator für die steigende Bedeutung und Wahrnehmung der positiven Seiten des Radfahrens, auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit und ökologischen Vorteile, ist der Weltfahrradtag am 3. Juni, einst von Interessenverbänden ausgerufen, seit 2018 auch offiziell ein Welt-Tag der UNO. Ganz klar: Fahrradfahren ist klimaschonend. Der innerstädtische PKW-Verkehr und sein Raumbedarf konkurriert dabei mit den Anforderungen an den stetig wachsenden Fahrradverkehr. Und die Fußgänger gibt’s ja auch noch. Die Politik muss neue Rahmenbedingungen für urbane Mobilität schaffen, Teil der Verkehrswende hin zu mehr Nachhaltigkeit. Der deutsche Weg, es in den Metropolen allen recht machen zu wollen, scheint dabei nicht aufzugehen. Die Flächenkonkurrenz bei begrenztem Platz ist einfach zu groß.

Die Leute wollen raus

Fahrradtour geht immer! Die Corona-Pandemie hat dem Fahrrad in Deutschland einen ordentlichen Schub gebracht. Auf dem Rad ist man an der frischen Luft, das Radeln war und ist eines der noch möglichen Freizeitvergnügen im ansonsten lahmgelegten öffentlichen Reise- und Kulturleben, und auch auf den Wegen zum Einkaufen oder zur Arbeit nahmen und nehmen es viele gern, um Ansteckungsrisiken aus dem Weg zu gehen. Und Radfahren macht einfach auch Freude. In Ihrem Reformhaus® Magazin haben wir in den letzten Jahren zweimal von Radtouren an der Weser und im Ruhrgebiet berichtet. Der Genuss von Natur, dazu die gesunde Bewegung und die Möglichkeit, ohne Parkplatzsuche überall anhalten zu können und Besichtigungen zu machen, machen das Radfahren zur perfekten Fortbewegung. 

Ob organisierte Reisen mit Gepäcktransport und festen Hotels oder alles selbst organisiert und spontan, alles ist möglich. Zum Ausprobieren empfehlen sich Radtouren an Flüssen wie Weser, Main oder Ems, da haben Sie keine Probleme mit großen Steigungen und können die Etappen auf meist gut ausgebauten Radwegen genießen. Mit einem E-Bike schrecken aber auch die Steigungen nicht!

Deutschland wird Fahrrad-Land

Der erwähnte Schub hatte den ehemaligen Verkehrsminister 2021 dazu gebracht zu sagen: „Wir wollen Deutschland zum Fahrrad-Land machen. Corona hat nicht viel Positives, aber eine positive Entwicklung sehen wir: Einen Boom beim Fahrrad.“ Nach seiner Vorstellung sollte der Radverkehr sich bis 2030 verdoppeln. Die Bürger sind schon dabei. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes ZIV wurden 2020 rund eine Million Räder mehr verkauft als im Jahr davor, eine Steigerung von rund 35 Prozent. Die Verkäufe waren auch vorher schon ansteigend. Denn das Radfahren ist zum Lifestyle mit vielen Facetten geworden, die Räder sind technisch raffinierter ausgestattet, haben modernstes Design bekommen und sind für die Einsatzzwecke diversifiziert in den Handel gekommen. City-Bikes, Trekking-Bikes, Mountain-Bikes, Gravel-Bikes, Tourenräder, Lastenräder und natürlich – die E-Bikes, die es in den Massenmarkt in den letzten 15 Jahren geschafft haben. Letztere haben die Mobilität revolutioniert. Kein Segment wächst so stark wie das der E-Bikes. Die Zahlen für 2020 des ZIV belegen das:

  • Der Absatz (in Stück) an Fahrrädern und E-Bikes lag 2020 mit 5,04 Mio. Einheiten um +16,9 % über Vorjahr
  • Der anteilige E-Bike Absatz von 1,95 Mio. Stück am Gesamtabsatz betrug 38,7 %
  • Im Jahre 2020 wurden 43,4 % mehr E-Bikes verkauft als im Jahre 2019

E-Bikes haben dem Fahrrad völlig neue Käuferschichten beschert. Es hatte erst das eher langweilige Image des Seniorenrades, weil gerade ältere Menschen es zunächst für sich entdeckten und mit ihm nun auch in den Genuss des Radelns ohne Schnaufen kommen konnten. Heute sind die E-Bikes längst attraktive Lifestyle-Räder, die in allen Käuferschichten Anklang finden. Vor allem auch im Markt der boomenden Radreisen. Die sind seit den 1980er-Jahren im Kommen, heute gibt es kaum ein Bett+Bike-Hotel ohne Ladestationen für E-Bikes. Insbesondere bei längeren Radtouren im Mittelgebirge gibt es nichts Besseres als das Pedelec.

Beim Pendeln ist noch Luft nach oben

Luft nach oben ist noch bei Einsatz des Fahrrades beim Pendeln zur Arbeit. Laut des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC nutzt bisher nur jeder Zehnte das Rad für den Arbeitsweg, also etwa 4 Millionen Arbeitnehmer. Der Interessenverband der Radler schätzt, dass sich die Zahl unter günstigen Bedingungen verdoppeln ließe. Gründe für das Pendeln mit dem Rad gebe es genug, so der ADFC:

  • Bei Entfernungen in der Stadt bis zu fünf Kilometern ist das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel, beim E-Bike geht die Grenze bis 10 km.
  • Die Parkplatzsuche entfällt, am Stau wird glücklich vorbeigeradelt.
  • Radfahren ist top für Gesundheit und Psyche. Es macht frisch und wirkt stimmungsaufhellend (sofern man sich nicht vom allgemeinen Verkehrsstress anstecken lässt).
  • Radfahrende sind seltener krank. Radfahren ist allerbeste Gesundheitsprävention – sie ist sehr gut untersucht und dokumentiert. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO betreiben Radfahrer beste Prävention für Zivilisationskrankheiten, dazu zählen Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Gelenke werden geschont, die Knie werden beim Radeln ordentlich „geschmiert“. Das gilt auch für die E-Bikes, die ja schließlich nicht von ganz allein fahren. Treten muss man schon, zumindest bei den Pedelecs, den „normalen“ E-Bikes bis 25 km/h. Und es reicht, wenn man fünf Mal pro Woche 30 Minuten Rad fährt. Das würden die meisten leicht schon über den Arbeitsweg schaffen.
  • Wer einen längeren Weg zur Arbeit hat, kann Park & Ride auch bestens mit dem Rad statt mit der Bahn machen oder kombiniert einfach alle Verkehrsmittel so, wie es für ihn am besten ist – und am gesündesten. Was in diesem Zusammenhang argumentativ beeindruckt ist der niedrige Raumbedarf: Auf den Platz, den ein Auto beansprucht, passen acht (!) Fahrräder, auch E-Bikes!
  • Leasen statt kaufen: Eine der günstigen Bedingungen, mehr Pendler aufs Rad zu holen ist neben der verbesserten Infrastruktur (mehr und bessere Radwege, gute Abstell- und Abschließmöglichkeiten) auch eine verbesserte Förderung von Kauf und Unterhalt. Die Pendlerpauschale gilt seit Längerem steuerlich auch für Radfahrer. Relativ neu hingegen ist der Markt für Fahrrad-Leasing. Das rechnet sich für den Nutzer, und viele Unternehmen bieten das beispielsweise über „Jobrad“ ihren Mitarbeitenden unkompliziert an.

Aber: Muss ich denn überhaupt alles selbst besitzen? 

Liegt die Zukunft nicht in vernetzter Mobilität, in dem Besitz nicht mehr erforderlich ist? Ja, sagen die Experten, die Zukunft liegt auch oder gerade im Sharing-Sektor! Vieles davon steckt noch in der Ideenphase, viele von den Ideen klingen aber nach Erfolg. Mobilitätsforscher wie Andreas Knie („Wo stehst du?“) stellen dazu interessante Überlegungen an. Und wer auf der Suche nach neuen Trends ist, der wird ab 2022 in Frankfurt fündig, bei der „Eurobike“, der weltweit wichtigsten Leitmesse für den Fahrradmarkt, die von Friedrichshafen am Bodensee an den Main  umzieht (13. bis 17. Juli 2022).

Haben Sie Lust aufs Rad bekommen? Gesunde, vollwertige Ernährung, Bewegung und Regeneration, so lautet das magische Dreieck für Gesundheit im Alltag. Das Reformhaus® vor Ort unterstützt Sie dabei und berät Sie zur Nahrungsergänzung oder zu gesunden Snacks, z. B. eine Frucht-Nuss-Mischung, die Sie auf eine Radtour mitnehmen können. Gute Fahrt!

So viel ist mal klar!

Fazit: Rad plus E = Rad plus, aber auch das normale Rad tut’s noch

  • Radfahren beugt Krankheiten vor, es schont Gelenke und Rücken
  • Es ist gut für die Psyche, es schont die Umwelt und es ist preiswert
  • Radfahrer sind gerade in der Stadt immer als Erste da (auch wenn sie sich an die STVO halten!).

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