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Alles im Lot

Säure-Basen-Haushalt

05. Oktober 2011

Wenn der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät, laufen viele Körperfunktionen nicht mehr rund. Doch das lässt sich ändern: mit viel Gemüse und Obst, Bewegung und mehr Gelassenheit. Das sollten Sie darüber wissen.

Was ist der Säure-Basen-Haushalt?

Ähnlich wie in einem Uhrwerk kleine und große Rädchen ineinandergreifen, funktioniert unser Stoffwechsel. Es finden permanent biochemische Prozesse statt, die für Muskelarbeit, Stoffwechsel oder Nervenübertragungen benötigt werden. Diese Prozesse brauchen entweder ein saures oder basisches Milieu – je nachdem, für welche Aufgaben sie im Körper verantwortlich sind. Der Organismus versucht, durch verschiedene Regelmechanismen ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen herzustellen und in der Balance zu bleiben.

Mit den Basen hat der Körper wenig Mühe. Es sind vor allem die anfallenden Säuren, die Probleme bereiten können. Um sie zu entsorgen, nutzt der Körper verschiedene Wege. Erst wenn Nieren, Lunge, Haut und Darm gegen das Überangebot an Säuren nicht mehr ankommen, gerät der Stoffwechsel in Schieflage.

Ein chronisch übersäuerter Organismus kann die Nahrungsbestandteile nicht gut aufspalten und die Nährstoffe somit nicht optimal verwerten. Die Folge sind Mangelerscheinungen trotz eines Überangebots an Nährstoffen.

Wie merke ich, dass mein Körper übersäuert ist?

Die meisten Menschen fühlen sich allgemein unwohl und klagen über verschiedene Beschwerden. Sie sind energielos, müde, fühlen sich ständig gereizt und überfordert. Die Anfälligkeit für Infekte steigt. Hinzu kommt ein schlechter Zustand von Haut, Haaren, Nägeln, Zähnen und des Bindegewebes. Auch viele Erkrankungen gehen laut Beobachtungen der Heilpraktikerin Sabine Wacker mit einer chronischen Übersäuerung einher. Dazu gehören unter anderem Allergien, Magen-Darm-Störungen, Migräne, Entzündungen, Gicht und Rheuma.

Was sind die Ursachen für ein Ungleichgewicht?

Schuld an einer Übersäuerung ist ein ungesunder Lebensstil – also all das, von dem wir eigentlich wissen, dass es uns nicht gut tut: falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress. Vor allem machen dem Körper säurebildende Lebensmittel zu schaffen, wenn sie im Übermaß zugeführt werden. „Ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis in der Nahrung liegt bei 20:80. Das heißt 20 Prozent Säurebildner und 80 Prozent Basenbildner“, sagt Sabine Wacker. Doch in den meisten Fällen trifft genau das Gegenteil zu: Die reichliche Aufnahme von säurebildenden Lebensmitteln bestimmt den Ernährungsplan.

Welche Lebensmittel wirken im Körper basisch?

Die meisten pflanzlichen Lebensmittel. Gute Basenbildner sind reife Lebensmittel mit einem hohen Kaliumgehalt. Grundsätzlich gilt: Je mehr Mineralstoffe enthalten sind, desto basischer ist ein Lebensmittel.

Pflanzliche Lebensmittel macht sich auch das Basenfasten zu Nutze, bei dem meist über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen nur gegessen wird, was der Körper basisch verstoffwechselt. „Schon durch den Verzicht auf säurebildende Nahrungsmittel wird der Stoffwechsel entlastet, der Körper entgiftet und entsäuert“, fasst Sabine Wacker die Effekte zusammen. Sie hat das Basenfasten – die so genannte Wacker-Methode® – entwickelt.

Warum ist Bewegung so wichtig?

Der Körper scheidet überschüssige Säuren unter anderem über die Lunge aus. Bewegen wir uns regelmäßig, entweicht bei jeder Ausatmung Kohlendioxid, das als Endprodukt des Stoffwechsels anfällt. Wenn Sie sich also kaum bewegen, nutzen Sie die Kapazität der Lunge nicht aus. Obendrein behindert eine überwiegend sitzende Tätigkeit die optimale Atmung. Und noch eine Chance bleibt ungenutzt: Wenig Bewegung lässt uns auch weniger schwitzen – wir können den Säureüberschuss nicht mit dem Schweiß über die Haut abgeben.

Welche Rolle spielt Stress?

Ungesunder Stress lässt den Säurepegel im Körper ansteigen. Gründe dafür gibt es genug: So atmen wir in stressigen Situationen flacher und gepresst und die Lunge kann die überschüssige Kohlensäure bzw. das daraus gebildete Kohlendioxid nicht abgeben. Ist außerdem die Muskulatur verspannt, baut der Körper Milchsäure auf, die zu einer zusätzlichen Belastung führt.

„Negative Energien enden in Säuren“, weiß Sabine Wacker und rät, diese möglichst schnell wieder loszuwerden. „Neben Sport eignet sich auch Singen hervorragend dafür. Und sagen Sie Ihren Mitmenschen, wenn Ihnen etwas nicht passt. Das befreit!“ Nützlich sei es für Psyche und Körper auch, Arbeitsplatz, Wohnung oder sogar eine Beziehung „aufzuräumen“. Und nicht zu vergessen: Erholung und ausreichend Schlaf.

Was hat es mit dem pH-Wert auf sich?

Der pH-Wert hilft, Säuren und Basen zu messen. Er gibt an, ob Flüssigkeiten – auch die im Körper – sauer oder basisch sind. Richtwert ist dabei immer der Wert 7, weil er neutral ist. Alle Werte unter 7 sind sauer, alle darüber basisch.

Was bringt es, den pH-Wert zu ermitteln?

Da sich der pH-Wert mehrmals am Tag verändert, bringt es nichts, diesen im Urin einmalig zu messen. „Es ist nur eine Momentaufnahme. Deshalb trifft eine Messung alleine keine Aussage über den Säure-Basen-Haushalt“, berichtet Wacker. Lediglich ein Tagesprofil sei sinnvoll. Hierfür gibt es Teststreifen, die in den Mittelstrahl des Urins gehalten werden. Über den Tag verteilt erfolgen fünf bis sechs Messungen – die erste morgens kurz nach dem Aufstehen, die letzte am späten Abend. Einen Fragebogen, dessen Auswertung erste Hinweise auf eine eventuelle Übersäuerung gibt, finden Sie im Reformhaus-Ratgeber (siehe Seite 11).

Muss ich mich sklavisch an Zahlen orientieren?

„Bloß nicht!“, rät Heilpraktikerin Sabine Wacker. Es genüge zu wissen, dass die meisten Obst- und Gemüsesorten basisch verstoffwechselt werden. Detaillierte Tabellen verunsichern eher, als dass sie helfen. Die Werte schwanken häufig, weil es unterschiedliche Formeln zur Berechnung des Säuregrades gibt.

Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber „Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht“ (PDF-Download)

Lesetipp: „Basenfasten – das große Kochbuch" Sabine Wacker, Trias Verlag

Mehr Gemüse als Obst

Grundsätzlich sollten Sie mehr Gemüse als Obst essen. „Weil Obst viel Zucker und Wasser enthält, wird es schneller verdaut als Gemüse“, erklärt Heilpraktikerin Wacker. „Trifft es im Darm auf noch nicht verdautes Gemüse oder andere Lebensmittel, beginnt es zu gären und führt zu Blähungen.“ Deshalb sollten Früchte auch vormittags und Gemüse am Mittag und Abend gegessen werden. Und servieren Sie Rohkost als Auftakt einer Mahlzeit.

In Ruhe essen, gründlich kauen

Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und genießen Sie die Mahlzeit. Kein Fernsehen; PC und Telefon ignorieren! Denken Sie daran: Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Ein zwei Zentimeter dicker Apfelschnitz zum Beispiel sollte mindestens 30-mal gekaut werden. Eine gute Vorverdauung verhindert Blähungen.

Nicht zu spät essen

Eine leichte basische Mahlzeit am frühen Abend unterstützt den Arbeitsrhythmus der Leber und anderer Entgiftungsorgane und entlastet so den Körper. Ein anderer Vorteil: Der Schlaf verbessert sich, weil die Verdauung weniger zu tun hat.

Schneller Ausgleich

Nicht immer schaffen wir es, ausgewogen zu essen. Einfach und praktisch sind dann spezielle Basenmischungen und Pflanzengranulate aus dem Reformhaus, die Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Natrium und Calcium enthalten.

Wasser und Bürste

Kneippanhänger können ihren Kreislauf mit Kniegüssen oder Wassertreten in Schwung bringen. Ideal auch in Kombination mit der Sauna. Und für Wasserscheue eignet sich eine Bürstenmassage am Morgen. All das fördert die Durchblutung und damit die Ausscheidung über die Haut.

Ab in die Wanne

Ein basisches Bad hat gleich zwei positive Effekte: Es entspannt und sorgt nebenbei für den Abtransport von Säuren. Planen Sie eine Badedauer von mindestens 30 Minuten ein.

Gutes für Leber und Nieren

Diese Organe müssen Höchstarbeit leisten. Heilpflanzen wie Mariendistel und Artischocke sowie feuchtwarme Wickel verwöhnen die Leber. Die Nieren sind für viel Flüssigkeit dankbar. Empfehlenswert sind Tees aus Brennnessel, Löwenzahn und grünem Hafer. 

Eigenschaften von Lebensmitteln im Körper

stark
säurebildend
schwach
säurebildend
schwach
basenbildend
stark
basenbildend
Fleisch Quark Milch, Joghurt Blattsalate
Wurst Sahne Trockenobst Gemüse
Fisch Vollkorn Pilze Obst
Eier Nüsse Hülsenfrüchte Kartoffeln
Käse Soja Tofu Molke
Weißmehl     Obstessig
      Kräutertee
      Mineralwasser
ohne Kohlensäure

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