Neues zur Ernährung der Deutschen

Stand: 13.01.2016

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Ein neuer Ernährungsreport ist da: Die Bundesregierung wollte wissen, wie es um die Ernährung der Deutschen bestellt ist. Daher wurde das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom Landwirtschaftsministerium mit der Befragung von 1.000 Bundesbürgern beauftragt. Überraschende Erkenntnisse, Vorlieben für bestimmte Speisen und widerlegte Vorurteile kommen mit dem „Deutschland, wie es isst. Der BMEL-Ernährungsreport 2016“ ans Licht.

Fleisch und Süßes

Laut der Studie kommt hierzulande immer noch viel Fleisch auf den Tisch. 83 Prozent der Deutschen essen mehrmals die Woche Fleisch. 47 Prozent der Männer essen täglich Fleisch, von den Frauen hingegen nur 22 Prozent. Zehn Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen essen immerhin nur einmal in der Woche Fleisch.

Männer verzehren zudem mehr Süßes als Frauen. Dies gilt sowohl für Süßigkeiten als auch für Getränke wie Limonaden. Dafür sind Frauen die größeren „Stressesser“ und essen in angespannten und turbulenten Phasen mehr im Vergleich zu Männern.

Deutsche ernähren sich gesund

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt stuft die Ernährung der Deutschen insgesamt trotzdem als gesund ein. So geben knapp 70 Prozent der Deutschen an, sich im Alltag meistens oder fast immer gesund zu ernähren. Den Frauen gelingt das besser als Männern. Auch bei Obst und Gemüse sind die Frauen die ernährungsbewussteren. Denn 85 Prozent der Frauen essen täglich Obst und Gemüse. Bei den Männern sind es nur 66 Prozent.

Die hohe Zahl der Übergewichtigen zeigt allerdings, dass es an Wissen und Kompetenz im Bereich Ernährung fehlt. Denn auch die richtige Menge der verzehrten Lebensmittel ist entscheidend. Schmidt spricht sich aus diesem Grund für das Fach Ernährung in Schulen aus. 

Eine weitere Überraschung gibt es im Punkto Kochen. 80 Prozent der Deutschen kochen gern. Dies gilt sowohl für Familien- als auch für Single-Haushalte. Junge Erwachsene kochen besonders gern (81 Prozent), ebenso wie Frauen und Großstädter (80 Prozent). Allerdings setzen nur 41 Prozent der Haushalte ihre Kochlust auch in die Tat um.

Bei der Frage nach dem Lieblingsessen liegt Pasta mit 35 Prozent auf Platz eins. Ebenfalls beliebt sind Kartoffel- und Gemüsegerichte sowie Fischgerichte, Salat, Pizza und Schnitzel.

Das ist wichtig

Befragt man verschiedene Altersgruppen, was ihnen beim Lebensmittelkauf wichtig ist, so zeigen sich hier Unterschiede: 14 bis 18-Jährige achten auf den Preis. Je günstiger, desto besser, lautet hier die Devise. Die Altersgruppe 60 plus achtet hingegen weniger auf den Preis, sondern auf Regionalität der Produkte. Den Deutschen über 30 sind Nährwert und Kalorienzahl der Lebensmittel wichtig.

Beim Einkaufen selbst sind Supermarkt, Discounter und Lebensmittelfachgeschäfte die Einkaufsstätten der Wahl. Ältere Menschen bevorzugen gern Schlachter, Bäcker oder Gemüsehändler. Gerade einmal ein Prozent der Deutschen bestellt seine Lebensmittel im Internet.

Spannend ist, dass der Großteil der Deutschen mehr Geld für das Tierwohl ausgeben würde. Aber auch die Landwirte sollten demnach besser entlohnt werden.

In Punkto Resteverwertung sind die Älteren Vorreiter. Knapp 70 Prozent schmeißen nie Lebensmittel weg. Je mehr Personen im Haushalt leben, desto mehr Lebensmittel werden weggeworfen. Verdorben oder Verschimmelt sind dann vor allem Brot, Aufschnitt und Milchprodukte.

Ernährungsreport 2016 [Download]

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