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Ist das noch gut?

Der große Check

Stand: 22.09.2016

Die Sonnencreme aus dem letzten Sommer, der Lippenstift aus der Handtasche oder das selten benutzte Serum halten lange, aber nicht ewig. So erkennen Sie, was Sie noch anwenden können.

Neue Cremes liegen neben uralten Lippenstiften, angebrochenes Make-up krümelt neben der Sonnenmilch vom letzten Jahr: Höchste Zeit, seine Beautyecke einmal auszuräumen und auszusortieren, was man lieber nicht mehr an seine Haut lassen sollte.

Was muss weg, was kann bleiben?

Eine erste Orientierung liefert die Kennzeichnung auf der Verpackung. Nach EU-Kosmetikverordnung muss alles, was weniger als 30 Monate haltbar ist, ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Man erkennt es an der Abkürzung MHD oder dem Symbol einer Sanduhr. Es besagt, wie lange Creme & Co. bei sachgemäßer Lagerung – und ohne angebrochen zu sein – ihre Funktion erhalten.

Das nächste Symbol, auf das Sie achten sollten, sieht aus wie ein kleiner offener Cremetiegel. Die Zahl darunter gibt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Anbruch verwendet werden kann. Bei einer Körpercreme können das zwölf bis 24 Monate sein, bei sehr empfindlichen Produkten wie einem Serum auch nur drei bis sechs Monate. Das Problem dabei: Wer notiert sich schon, wann er das erste Mal beispielsweise die neue Augencreme ausprobiert hat? Sind Sie unsicher, sollten Sie Produkte, die Sie in sensiblen Zonen wie nah am Auge anwenden und Kosmetika mit ungewissem Alter lieber entsorgen. Aber auch immer dann, wenn sie sich in Optik oder Geruch verändert haben.

Natürlich hält ebenso gut

Naturkosmetik ist nicht weniger haltbar als konventionelle, auch wenn auf chemische Konservierungsstoffe verzichtet wird. Denn viele der konventionellen Konservierungsmittel, wie Formaldehyd und Formaldehydabspalter oder Parabene, können beispielsweise Allergien auslösen, Schleimhäute und Augen reizen, gelten als Krebs auslösend. Sehr kritisch aufgrund des hohen Allergiepotenzials werden auch halogenorganische Verbindungen gesehen.

Naturkosmetik kommt ohne diese Stoffe aus. Wie sie das schafft? „Die Natur bietet viele Möglichkeiten, kosmetische Produkte haltbar zu machen, zum Beispiel mit Hilfe von bestimmten ätherischen Ölen“, so Dr. Wolf-Dieter Schmalz, Geschäftsführer und Entwicklungsleiter von ARYA LAYA. „Wir nutzen solche natürlichen Quellen, um Naturkosmetik anzubieten, die der Verbraucher auch nach über 30 Monaten noch problemlos verwenden kann.“

Auch Silvia Imken, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Börlind sagt: „Schon bei der Produktrezeptur achten wir darauf, dass auf Konservierungsstoffe entweder komplett verzichtet wird oder aber lediglich naturidentische eingesetzt werden.“

Bereits während der Herstellung wird Naturkosmetik oftmals schon die Luft entzogen. Fehlt der Sauerstoff, haben Hefe- und Schimmelpilze keinen Nährboden. Zusätzlich kann mit Wirkstoffen gearbeitet werden, die von Natur aus konservierende Eigenschaften bieten: beispielsweise Vitamin C, Bio-Alkohol, Sheabutter oder ätherische Öle.

Auch die Verpackung kann eine Rolle spielen. Werden Kosmetika in Vakuumtuben oder Pumpspender abgefüllt, wird ihr Inhalt vor Luft und Keimen geschützt. Das kann den Einsatz von natürlichen Konservierungsstoffen minimieren oder überflüssig machen. Ätherische Öle vieler Heilpflanzen, wie Rosmarin, Thymian oder Nelken, wirken ebenfalls als natürliche Bakterienkiller.

Übrigens: Sehr fetthaltige Cremes, die wenig Wasser und dafür mehr Öl enthalten, benötigen grundsätzlich weniger Konservierung: Bakterien und Pilze brauchen Wasser, um sich richtig wohlzufühlen und auszubreiten. Deshalb müssen wasserfreie Öle nicht zusätzlich haltbar gemacht werden. Keime in Schach halten können auch Extrakte aus grünem Tee oder Sanddorn und Vitamin E – als starke Antioxidantien wirken sie auch positiv auf die Haltbarkeit der Naturkosmetika. Wer dann noch sorgsam mit seinen Tiegelchen umgeht, hat lange Freude daran.

So bleibt Kosmetik lange gut

  • Kosmetika vor Wärme und hoher Feuchtigkeit geschützt lagern.
  • Nur mit sauber gewaschenen Fingern oder einem Spatel in einen Cremetiegel fassen.
  • Lippenstift nicht mit anderen Freundinnen teilen.
  • Nach Gebrauch die Tube oder den Tiegel sofort wieder verschließen, damit nicht unnötig Luft an das Produkt gelangt.
  • Hilfsmittel wie Schwämmchen und Pinsel stets sauber halten, regelmäßig waschen und dann gut trocknen.
  • Wimperntusche mit dem Applikator entnehmen, aber nicht unnötig auf- und abpumpen, damit keine Luft und mit ihr mögliche Keime ins Mascarafläschchen gelangen.
  • Sonnenschutz-Produkte vom Vorjahr lieber nur als Bodylotion aufbrauchen. In der Hitze am Strand, durch Kontakt mit Sand kann die Qualität leiden, und auch Lichtschutzfilter bleiben nur eine begrenzte Zeit stabil.
  • Ampullen oder Sachets, die für die Einmalverwendung gedacht sind, möglichst auch auf einmal aufbrauchen.

Finger weg ...

  • wenn eine Creme in ihre Phasen zerfällt (Ausnahme: Zwei-Phasen-Produkte, die man vor der Anwendung schütteln muss).
  • wenn die Kosmetik unangenehm, faulig, säuerlich, ranzig riecht.
  • wenn Mascara zerbröckelt.
  • wenn sich die Farbe von Creme & Co. verändert.
  • wenn sich deutliche Schimmelspuren am Tiegelrand oder in der Creme zeigen.
  • wenn der Lippenstift plötzlich anders „schmeckt“.

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