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Bitte etwas MeerGefühl!

Pflege aus dem Meer

Stand: 08.08.2018 (08.08.2018)

Seeluft, Meerwasser, Algen, Schlick und Salz: Ein Aufenthalt am Meer ist Entspannung und Pflege für Haut, Körper – und für unsere Seele.

Das Meer. La mer. The ocean. Wer nur einmal im Leben an seinem Ufer saß, wird es nie mehr vergessen. Blau, grün, türkis schimmert es im Licht. Und wie herrlich es sich anfühlt: der Wind und die Wellen, der Geruch nach Salz und Tang, der Sand unter den Fußsohlen. Alle unsere Sinne sind gespitzt, wir möchten nur noch stundenlang spazieren gehen, Luft und Sonne in uns aufsaugen, den Alltag und seine kleinen und großen Sorgen vergessen, nur noch schauen. Bis zu jener Linie am Horizont, wo Himmel und Wasser milchig ineinanderfließen. Schauen und staunen.

Das Meer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Unzählige Legenden handeln von den Geheimnissen der blauen Fluten, Schriftsteller widmeten dem Meer Gedichte und Romane, Maler wunderschöne Bilder. Für fast alle Menschen ist das Meer der Ort, der sie magisch anzieht und verzaubert, mehr noch als die Berge – ein Ort, an dem man sich der Schöpfung irgendwie näher fühlt als anderswo.

Aber was genau fasziniert uns so am Meer? Ist es das unendliche und lichte Blau, das den Augen guttut und die Seele befreit und beschwingt? Ist es das gleichmäßige Spiel der Wellen, dieses unaufhörliche Kommen und Gehen? Das Rauschen des Meeres hat etwas sehr Meditatives und wird zum Beispiel heute gern auf Entspannungs- CDs genutzt. Vermutlich ist es die Summe all dieser Sinneseindrücke und noch mehr als das: Angesichts der riesigen Meere und ihrer oft leider auch zerstörerischen Naturgewalten schrumpft der Mensch, der sich ja sonst oft als großartig empfindet, aufs korrekte Maß und fühlt so etwas wie Ehrfurcht.

Schon die alten Griechen kannten die heilenden Kräfte des Meerwassers

„Die Ozeane sind der mit Abstand größte Lebensraum unserer Erde und wir wissen noch so erstaunlich wenig darüber“, sagt etwa der bekannte Meeresbiologe und Unterwasserfotograf Uli Kunz. Und taucht deshalb immer wieder in die Tiefen, um das unerforschte Leben dort weiter zu erkunden. Für die meisten von uns ist das Meer aber vor allem der Inbegriff von Urlaub. Denn schon ein paar Tage Auszeit am Meer wirken lange nach. Das liegt am sogenannten Reizklima. Wind, Salz, UV-Strahlung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen da perfekt zusammen. Die von Schadstoffen und Allergenen unbelastete Meeresbrise bringt uns dazu, mal endlich wieder richtig durchzuatmen.

Für Menschen mit Asthma oder Bronchitis ist Seeluft Medizin – dank der Aerosole. Die salzhaltigen und mikroskopisch kleinen Tröpfchen in der Luft entstehen beim Wellengang und fördern das Lösen und Abhusten von Schleim. Aber auch bei Erschöpfungszuständen, bei Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Gefäß-Erkrankungen empfehlen Ärzte eine Kur am Meer. Durch den Wind und das Klima gelangt mehr Sauerstoff in unsere Zellen, vor allem über unser größtes Organ, die Haut.

Die Salzkristalle aus der Luft aktivieren den Stoffwechsel der Haut und verstärken den Effekt der UV-Strahlung, so bildet unser Körper vermehrt Vitamin D. Wir fühlen uns frisch und gestärkt.

Schon die alten Griechen wussten um die heilenden Kräfte von Meerwasser. Das liegt auch daran, dass die Zusammensetzung von Meerwasser dem menschlichen Blutserum stark ähnelt. Es enthält nahezu sämtliche Mineralstoffe und Spurenelemente, die wir brauchen. Schwimmen, ohnehin eine der gesündesten Sportarten, ist im Meer daher noch wirksamer. Durchblutung und Stoffwechsel werden angekurbelt, das Immunsystem unterstützt, Gewebe und Haut massiert. Die Inhaltsstoffe aus dem Salzwasser gelangen über die Haut in unseren Organismus.

Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne? Ab ans Meer!

Thalassa – so nannten die Griechen das Meer. Mit dem Begriff „Thalasso“ verbinden wir heute Wellnessaufenthalte und Kuren am Meer. Vor allem an Nordund Ostsee finden sich zahlreiche Einrichtungen und Hotels mit Thalasso-Angebot. Das Konzept ist so einfach wie nachhaltig: Bewegung am Strand und im Wasser. Dazu werden maritime Produkte wie Schlick oder Algen innerlich oder äußerlich angewendet. Denn auch Schlick und Algen strotzen vor Mineralstoffen und Spurenelementen wie etwa Magnesium, Selen und Jod. Sie enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine, Enzyme und Aminosäuren.

Ein Aufenthalt am Meer und die Behandlung mit Thalasso hilft bei Erschöpfung und durch Stress bedingten Beschwerden, vor allem auch einer von Stress gezeichneten Haut. Allergien und Neurodermitis, Schuppenflechte und Akne werden sicht- und fühlbar gelindert. Gern verwendet man auch Sole: Salzlösungen mit bis zu sechs Prozent Salzgehalt werden für Bäder oder als Umschläge und zum Einreiben genutzt.

Sowohl für kranke oder gestresste als auch für ältere oder trockene Haut eignen sich Cremes und Masken mit maritimen Zutaten. Essenzen aus dem Meer schützen vor freien Radikalen, spenden Feuchtigkeit, fördern Kollagenbildung, lindern Entzündungen und Juckreiz. Schon seit Langem behandelt man Hauterkrankungen gern mit Salz oder Schlamm aus dem Toten Meer. Darin steckt unter anderem Magnesium, Kalium-, Kalzium- und Natriumchlorid. Das Naturprodukt gilt in seiner Zusammensetzung als weltweit einzigartig, denn nur am Toten Meer sind die Mineralien in exakt diesem Mix zu finden.

Das liegt an dem extrem hohen Salzgehalt von 28 Prozent. Im Vergleich: Die Ostsee birgt durchschnittlich 1,2 Prozent Salze, die Nordsee 3 Prozent, das Mittelmeer 3,7 Prozent Salze. Das Einreiben mit dem Toten-Meer-Salz oder -Schlamm hat einen sanften Peeling-Effekt, sodass abgestorbene Hautschüppchen entfernt werden. Für medizinische Zwecke hat man in den vergangenen Jahren auch Schwämme mit ihrer Besiedelung aus Tausenden von Mikro-Organismen entdeckt. Sie dienen den Schwämmen unter Wasser dazu, Krankheiten oder Fressfeinde abzuwehren. Nun wird erforscht, wie man diese Stoffe auch für uns Menschen nutzen kann im Kampf gegen Krankheiten bis hin zu Krebs.

Und dann gibt es noch das Floaten in sogenannten Floating-Tanks. Das sind hermetisch abgeriegelte und verdunkelte Badekammern mit einem extrem hohen Salzgehalt im Wasser, das einen quasi trägt. Man schwebt im Wasser und muss sich um nichts mehr kümmern; kann sich einfach treiben lassen, muss weder Muskeln noch Verstand bemühen – mehr Tiefenentspannung ist in so kurzer Zeit kaum zu bekommen.

Vieles, was das Meer an heilenden Kräften und Substanzen bereit hält, wird noch erforscht oder kennt man erst seit kurzer Zeit. Extrakte aus der grünlippigen Muschel Neuseelands etwa helfen bei Arthrose und Gelenkbeschwerden. Eines aber steht längst fest: Das Meer ist unsere größte natürliche Schatzkammer, die uns darin unterstützt, fit und gesund zu werden und zu bleiben – wenn wir es gut behandeln. Wissenschaftler und Umweltschützer schlagen Alarm, beklagen die Verschmutzung durch Plastikmüll und Überfischung, die Versauerung durch Düngemittel und Chemikalien.

Mit unserer Lebensweise fördern wir den Klimawandel, dadurch den Anstieg der Meeresspiegel und letztlich die Zerstörung aller Ökosysteme – höchste Zeit, bewusster auf unsere Meere zu achten. Denn sie sind die Grundlage unseres Lebens.

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