Regeln für die Gesichtspflege

Schichtarbeit

Stand: 22.08.2016 (22.08.2016)

Empfehlen über:

Öle, Seren, Masken, Wirkstoffkonzentrate, Toner und, und, und … Super für die Haut oder doch zu viel des Guten? Wer braucht was, wann und wie oft? Und wie kombiniert man das alles? Mit ein paar einfachen Regeln behalten Sie den Durchblick im Pflege-Dschungel.

Eine Reinigungslotion, eventuell ein Gesichtswasser und dann die Tagescreme. Fertig! So sieht bei den meisten Frauen die tägliche Pflegeroutine aus. Doch manchmal muss es einfach mehr sein – weil die Haut so trocken ist und nach Feuchtigkeit verlangt, zum Beispiel ein Hyaluronserum. Weil sie grau und müde aussieht, ein Peeling oder weil plötzlich Unreinheiten auftauchen eine klärende Maske.

Doch wie die diversen Cremes und Spezialprodukte am besten kombiniert werden, ist vielen Frauen ein Rätsel. Vom Besuch bei der Naturkosmetik Fachberaterin im Reformhaus® wissen wir, wie gut es unserer Haut tut, wenn nacheinander verschiedene Pflegeprodukte auf die Haut aufgetragen werden.

"Sich des Lebens zu freuen ist die beste Kosmetik für Frauen"

Rosalind Russell

Trend: Layering

So nennen Asiatinnen das Pflegeritual, bei dem die Haut mit mehreren Pflegeschritten oder -schichten versorgt wird. „In Japan ist es beispielsweise üblich, bis zu sieben und mehr Produkte zu ,layern‘, ein Trend, der auch bei uns Liebhaberinnen findet“, weiß Claudia Taron, Dozentin für Naturkosmetik an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel.

Doch so viele Schritte wie in Japan müssen es gar nicht sein. Wer seine Haut mit weiteren Pflegesteps verwöhnen möchte, so die Naturkosmetikexpertin, „sollte seine Haut beobachten und zu Beginn mit zwei bis drei Schritten starten. Zum Beispiel mit der Reinigung, Tonic, dann eine Ampulle oder ein Serum, abschließend Creme oder Gesichtsöl.“ Bei dieser Art Schichtarbeit wird die Haut nicht mit Produkten zugekleistert, sondern gezielt mit dem Besten für Ihre ganz individuellen Ansprüche versorgt.

Auf die Reihenfolge kommt es an

Aber egal, wie viele Steps die Pflege hat – die richtige Reihenfolge bei der Verwendung ist der Schlüssel zum Erfolg. Grundsätzlich gilt, dass wässrige Texturen die Basis für fetthaltige Lotionen oder Cremes bilden. Claudia Taron: „Ampullen, Kapseln, Seren oder Tonics werden zuerst aufgetragen. Der Abschluss erfolgt immer mit einer Creme oder einem Öl.“ Wer zuerst eine reichhaltige Creme und danach zum Beispiel eine Ampulle aufträgt, wird ganz schnell krümelige Cremereste auf der Haut finden. Bei der schrittweisen Pflege der Haut sollten wir außerdem darauf achten, dass wir jedes Produkt langsam und sorgfältig in die Haut einarbeiten. Erst wenn ein Produkt vollständig eingezogen ist, sich also mit den hornhauteigenen Lipiden vermischt hat, ist das nächste Produkt an der Reihe.

Alles schön und gut, aber die Schichtarbeit für die Haut kostet zu viel Zeit? Vielleicht sollten wir es wie Claudia Taron sehen. Sie empfiehlt, die tägliche Beauty-Routine als eine kleine persönliche Wellnesseinheit zu betrachten, als „zehn Minuten der Anwendung und Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Verbinden Sie zum Beispiel die Reinigung oder das Eincremen mit einer kleinens sanft streichenden Massage.“

Wenn’s mal schnell gehen muss

Multitasking-Cremes wie BB- oder CC-Cremes sind tolle Allroundtalente. Sie vereinen mehrere Pflegeeigenschaften in einem Produkt, wie zum Beispiel Tagespflege, Anti-Aging-Fluid und Foundation. Perfekt für alle mit unproblematischer Haut und unverzichtbare Reisebegleiter (zum Beispiel Annemarie Börlind BB cream oder Heliotrop Selection beauty balm 5 in 1).

Schritt für Schritt – Schichtarbeit

1. Reinigung: Das A und O für die Pflege der Gesichtshaut, zum Beispiel mit einer für Ihren Hauttyp passenden Waschcreme oder Reinigungsmilch. Massieren Sie das Reinigungsprodukt sanft mit kreisenden Bewegungen in die Haut ein und waschen Sie es anschließend ab.

Das bewirkt es: Mit der Reinigung werden Schmutz, Rückstände der Tagespflege oder des Make-ups entfernt (zum Beispiel ARYA LAYA Regeneration Argan Reinigung, Dr. Hauschka Gesichtswaschcreme, DADO SENS REGENERATIONE Sanfte Reinigungsmilch)

2. Toning: Nach der Reinigung folgt die Kräftigung der Haut mit einem Tonic (Gesichtswasser) oder einem Blütenwasser. Am besten Sie streichen mit einem in Gesichtswasser getränkten Wattepad sanft über die Haut. Wer möchte, kann das Tonic anschließend noch mit den Fingerkuppen einklopfen.

Das bewirkt es: Ein Toner entfernt auch den Kalk des Leitungswassers von der Haut und spendet nach der Reinigung Feuchtigkeit, beruhigt die Haut, baut ihren Schutzmantel wieder auf und bereitet sie so auf die nachfolgenden Pflegeschritte vor (zum Beispiel Annemarie Börlind ZZsenitiv Stärkendes Gesichtsgel, Dr. Hauschka Gesichtstonikum, Primavera Orangenblütenwasser* bio).

3. Regeneration: Nach Reinigung und Toning ist die Haut perfekt vorbereitet, um hochkonzentrierte Wirkstoffe gut aufnehmen zu können. Seren oder Konzentrate eignen sich hier optimal. Dank ihrer leichten Textur wirken sie direkt, intensiv und dringen auch in tiefere Hautschichten ein. Aber Achtung: Nicht zu viel verwenden. Eine erbsengroße Menge, die gut in die Haut einmassiert wird, ist ausreichend, um das Gesicht mit den nötigen Wirkstoffen zu versorgen.

Tipp: Wer möchte, kann an Stelle des täglichen Serums einige Male im Jahr eine Ampullen-Kur machen.

Das bewirkt es: Egal, ob der Haut Feuchtigkeit fehlt, sie müde, zerknittert oder gestresst aussieht – für alle Hautbedürfnisse gibt es die passenden konzentrierten Helfer, die effektiv wirken (zum Beispiel ARYA LAYA Exclusive Repair Serum, Alsiroyal Jambú Serum, Annemarie Börlind Aquanature Hyaluron Feuchtigkeitsserum, Santaverde age protect ampullenkur).

4. Augenpflege: Während das Serum einzieht, ist Zeit für die Augenpflege. Die Haut rund um die Augen ist besonders dünn und empfindlich. Deshalb haben Gesichtspflegeprodukte, die nicht speziell für diese Partie vorgesehen sind, hier nichts zu suchen. In den Hautfältchen rund um die Augen setzen sich fix Cremerückstände fest. Und die können eine Irritation dieser empfindlichen Hautpartie zur Folge haben. Die Haut rund um die Augen braucht eine spezielle Pflege, die sanft mit der Kuppe des Ringfingers – er übt den geringsten Druck aus – eingeklopft wird.

Das bewirkt es: Die Augencreme schützt die sensible Hautpartie und verhindert Falten. Das vorsichtige Einklopfen fördert die Durchblutung. So können die Wirkstoffe besser einziehen (zum Beispiel ARYA LAYA Exclusive Repair Augencreme, DADO SENS
REGENERATIONE Straffende Augencreme, Heliotrop Sensitive Augenfluid).

5. Pflege: Für die letzte Schicht empfiehlt sich eine auf die individuellen Hautbedürfnisse abgestimmte Tagescreme – alternativ ein Gesichtsöl –, die tagsüber die Haut pflegt und schützt. Abends empfiehlt sich eine für den jeweiligen Hauttyp geeignete Nachtpflege zu verwenden.

Das bewirkt es: Die Tagespflege schützt die Haut vor Umwelteinflüssen polstert sie von innen auf und verschafft uns den ganzen Tag über ein angenehmes Hautgefühl. Eine Nachtcreme unterstützt die Haut beim Regenerieren und versorgt sie mit den notwendigen Wirkstoffen.

Wichtig: Eine Nachtcreme ist kein Muss. Dr. Hauschka beispielsweise verfolgt die Idee der fettfreien Nachtpflege. So soll die Eigenaktivität der Haut angeregt werden (zum Beispiel: ARYA LAYA Granatapfel Tagescreme sowie Nachtcreme, Annemarie Börlind system absolute Anti-Aging Tagescreme sowie Nachtcreme, Primavera Gesichtspflegeöl Neroli Cassis, Dr. Hauschka Nachtserum).

Extra-Schicht!

Manchmal muss es einfach etwas mehr sein. Die Pflegeextras Peeling und Maske können in größeren Abständen die Gesichtspflege ergänzen.

Die Haut wirkt grau und müde? Grund sind meist abgestorbene Hautschüppchen. Unsere Haut erneuert sich permanent – im Rhythmus von 28 Tagen. Mit einem Peeling der gereinigten Haut können wir diesem Prozess etwas nachhelfen und schon abgestorbene Hautschüppchen entfernen. Der Effekt: Durch das Peeling wird die Durchblutung angeregt, und der Teint strahlt wieder rosig.

Der perfekte Kombipartner eines Peelings ist eine Maske für die individuellen Bedürfnisse der Haut. Sie funktioniert wie eine schnelle Intensivkur und ihre Wirkstoffe können nach dem Peeling viel besser auf die Haut einwirken.Wichtig: Viel hilft nicht viel. Mehr als ein bis zwei Mal pro Woche sollte gesunde Haut nicht gepeelt werden, weil sonst zuviel der oberen Hornhautschicht verloren geht und die Haut mit Irritationen und Rötungen reagiert.

Drei Fragen an unsere Expertin

Claudia Taron, Naturkosmetik-Dozentin und Make-up Artist an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel

Was gehört für Sie zu einer täglichen Gesichtspflege unbedingt dazu, was ist ein Extra?

Claudia Taron: Reinigung, Tonic, Feuchtigkeitsserum und Creme, alternativ eine Lotion oder ein Öl und eine Augencreme. Extras sind ein- bis zweimal wöchentlich eine Heilerdemaske zur Tiefenreinigung und eine Maske. In Zeiten von Stress, nach Krankheit oder zu viel Umwelteinflüssen wie Kälte oder Sonne freut sich die Haut über eine Intensivpflege mit einer Ampullenkur oder Intensivpräparaten, zum Beispiel gegen freie Radikale, Umweltverschmutzung, Pigmentflecken, Trockenheit oder Irritationen.

Kann man Produkte von verschiedenen Herstellern benutzen oder ist es besser, in einer Pflegelinie zu bleiben?

Die Rezepturen verschiedener Produkte einer Pflegeserie bauen von der Wirkweise her aufeinander auf und ergänzen sich. Wenn es aber bei meiner Marke keine zu meinem Hauttyp passende Maske gibt, greife ich gerne zu einem anderen Hersteller. Ich persönlich finde, dass man innerhalb der Naturkosmetik(!) mischen kann, wenn es im Rahmen bleibt. Ich achte allerdings immer darauf, dass die Pflege-Philosophien nicht zu unterschiedlich sind.

Kann man seine Haut auch mit zu vielen Pflegeschritten überfordern?

Ja. Das gilt ganz besonders, wenn dauerhaft zu feuchtigkeitsbetont gepflegt wird. Im schlimmsten Fall führt das zu einer perioralen Dermatitis, der sogenannten „Stewardessenkrankheit“. Dann ist für mehrere Wochen „Nulldiät“ angesagt. Und bei eher empfindlichen Hautbildern gilt oft die Devise „weniger ist mehr“.

Seminartipp: Naturkosmetik-BeraterIn

Einwöchige Intensivausbildung

Die wichtigsten Marken und Besonderheiten im Kosmetikstudio erleben, Hintergründe erfahren, Firmenphilosophien vergleichen und konkret in der Beratung anwenden.

Mehr Informationen unter www.akademie-gesundes-leben.de oder telefonisch: 06172 / 300 98 22

Empfehlen über:

Weiterscrollen, um zum nächsten Artikel zu gelangen