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Meeresalge

Beauty-Elixier Alge

Gesundheit aus dem Meer

Stand: 06.03.2018 (06.03.2018)

Beauty-Elixier für junge Haut und veganes Nahrungsmittel: In Algen steckt eine Fülle wertvoller Inhaltsstoffe. Das Wesentliche zu einer lebenswichtigen und noch lange nicht komplett erforschten Spezies.

Algen – was ist das eigentlich?

Wie Pflanzen an Land leben Algen mit Photosynthese – in Salz- und in Süßwasser. Das bedeutet, dass sie zu den wichtigsten Sauerstofflieferanten der Erde zählen. Jedes zweite Sauerstoffmolekül soll in der Atmosphäre von Algen gebildet werden. Das ist mehr als die Regenwälder für den Abbau von Kohlendioxid tun. Denn Wissenschaftler schätzen die Zahl der Millionen Jahre alten Algen auf rund 400.000 Arten. Nur 40.000 davon sind bisher bekannt und für die Kosmetik insgesamt rund 50.

Ihr Erscheinungsbild ist vielfältig. Es gibt Millimeter kleine Mikroalgen und Makroalgen, die bis zu 60 Meter lang werden können. Dazu gehört Seetang, der beim Baden am Meer nicht so erfreulich ist. Algen sind wegen ihres hohen Chlorophyllgehalts eigentlich grün. Sie erscheinen aber häufig rötlich oder braun. Deshalb werden sie auch in die Kategorien Rot-, Braun-, Grün- und Blaualgen eingeteilt. Blaualgen gehören zur Gruppe der Bakterien, zählen aber dennoch zu den Algen. Algen lieben und brauchen Feuchtigkeit und sind extrem anpassungsfähig. Sie wachsen in heißen Quellen, im Polareis und können sich auch in Badezimmern oder an feuchten Hauswänden ansiedeln.

Welche Wirk- und Nährstoffe stecken drin?

Algen nutzen für ihre Stoffwechselvorgänge ihre komplette Oberfläche und können dadurch viele Nährstoffe aus dem Wasser filtern. Etwa Aminosäuren, die zur Bildung von kollagenen und elastinen Fasern beitragen und somit zur Festigkeit der Haut.Enthaltene Polysaccharide (Zuckerverbindungen) wie Alginsäure speichern Feuchtigkeit. Ferner sind jede Menge Vitamine, Carotinoide und Spurenelemente wie Jod, Eisen, Zink, Selen in Algen vorhanden.

Und weil Algen einen der Haut ähnlichen pH-Wert haben, können Cremes mit algenhaltigen Inhaltsstoffen gut aufgenommen werden. Soweit der Benefit für die Haut. In der Ernährung spielt Meeresgemüse vor allem wegen des Jodgehalts sowie Vitamin B12, Kalzium, Eisen und Protein eine wichtige Rolle, erklärt Niko Rittenau, veganer Ernährungsexperte und Mitbegründer des Plant Based Institute in Berlin. „Aber nicht jede Alge enthält diese Nährstoffe“, sagt der Ernährungsexperte.

Was fasziniert die Naturkosmetik?

Vor allem das Feuchthaltevermögen der Algen. Denn die wasserabhängigen Algen können auch bei Ebbe und gleißendem Sonnenlicht überleben und trocknen nicht aus. Und: Sie können sich gegen UV-Licht schützen durch die enthaltenen Antioxidantien. Klar, dass das auch für die Beauty-Hersteller Bedeutung hat. In vielen Produkten von Feuchtigkeitsseren bis zu Bodylotions sind Algen enthalten. „Algen können vielfältig eingesetzt werden als Gelbildner, als Stabilisator, zum Feuchthalten. Ihr Potenzial ist unerschöpflich“, sagt Daniela Lindner, Mitglied der Geschäftsleitung des Naturkosmetikherstellers Börlind.

Bei Börlind kommen insgesamt 14 Algen in Kosmetikprodukten zum Einsatz. Knotentang und Knorpeltang etwa wirken gegen freie Radikale und somit gegen frühzeitige Faltenbildung. Die Grünalge kann sich mit Beta-Carotin anreichern und wird als Hautschutz gegen UV-Strahlung eingesetzt. Die Kombualge, die auch gegessen wird, wirkt entzündungshemmend und stärkt die Hautbarriere. Queller, der im norddeutschen Wattenmeer zu Hause ist, hat viele Nährstoffe zu bieten: Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium. Sein Extrakt stärkt die hauteigene Urea-Produktion, also die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden.

Margret Baumgartner, Leitung der Entwicklung und Forschung bei ARYA LAYA erläutert die Vorteile der Riesenalge: „Extrakte der Riesenalge bekämpfen schädliche Enzyme auf der Haut und stimulieren und revitalisieren die Haut. Aus diesem Grund können Riesenalgen hervorragend in aufbauende Kosmetikprodukte wie Masken und Cremes eingearbeitet werden.“ Der in Wasser und Glycerin gelöste Extrakt der Riesenalge wird am Ende des Produktionsprozesses eingearbeitet.

Gut zu wissen:

Daran tüftelt die Forschung für die Mobilität

Als nachhaltiger Kraftstofflieferant stehen Algen bei der Wissenschaft derzeit ganz oben. Aus dem Öl einiger Algenarten kann Biodiesel gewonnen werden.

Als Plastik-Ersatz

In den USA wurde ein Surfbrett hergestellt, das zu zwei Dritteln aus Algen besteht. Es soll biologisch abbaubar sein.

Textilien

Die Forschung entwickelt Kleidungsstoffe aus Algenfasern. SeaCell ist solch ein Stoff, der aus Algen vor Island gewonnen wird.

In der Medizin

In Studien wurden Wirkstoffe nachgewiesen, die antibakteriell und antiviral wirken. Möglicherweise kann eines Tages daraus ein Mittel gegen Tumore entwickelt werden.

Architektur

In Hamburg-Wilhelmsburg wurde zur Internationalen Bauausstellung 2013 ein Haus mit einer Algenfassade als Wärmedämmung und Heizanlage gebaut. In Glasbehältern vor den Balkons sprudelt Wasser mit Algen. Ihre Biomasse liefert die regenerative Energie.

Worüber freut sich der Bauch?

In Asien gehören Algen zur Grundnahrung. Sushi-Esser wissen das. Rund 500 Algenarten kommen weltweit auf die Teller. Und wer von sich behauptet, nie und nimmer glibberige Algen zu sich zu nehmen, irrt gewaltig. Denn in vielen Nahrungsmitteln sind pulverisierte Algen ein wichtiger Bestandteil. Eiscreme, Pudding, Joghurt kommen nicht ohne sie aus. Und Nahrungsergänzungsmittel enthalten Pulver aus getrockneten Mikroalgen wie den Süßwasseralgen Chorella und Spirulina.

Eine ganz andere Bedeutung haben Algen für die vegane Ernährung. Niko Rittenau: „Algen der Schizohytrium- Gattung liefern Omega-3-Fettsäuren und andere wie die Lithothamium viel Kalzium und Jod.“ Außerdem bieten Algen wie die fermentierte goldgelbe Chlorella als Bindemittel beim Backen einen Ersatz für Eier. „Als Nährstofflieferant führen Algen immer noch ein Nischendasein. Vor allem werden sie als Gelier-, Binde- und Färbemittel verarbeitet“, so der Experte.

Woher kommen die Algen?

Aus küstennahen Regionen der Meere, die möglichst sauber sein sollten. Industrieabflüsse, Schiffsverkehr und Dünger sind in der Nähe tabu. Der Nordatlantik ist Algenregion von Frankreich bis Kanada, von Norwegen bis Island. Japan ist seit Jahrtausenden etabliertes Algenland – für die Küche ebenso wie für die Kosmetik. Es gibt Algen, die Felsen besiedeln, solche, die kräftige Gezeiten lieben, hohen Salzgehalt bevorzugen oder auch extrem tiefes Wasser brauchen. Die Naturkosmetikhersteller Heliotrop und Börlind ernten vornehmlich in der Bretagne.

Nach der Ernte: Wie geht’s weiter?

Geerntet wird beispielsweise bei Ebbe mit der Hand. Danach werden die Algen von Sand, Schmutz und Mu- schelresten gereinigt, geschnitten, getrocknet und pulverisiert. Bei Börlind geht es im Fall des Nabel-Purpurtangs folgendermaßen weiter: „Für die in unserem ,3 in 1 Gesichtsöl‘ eingearbeitete Alge wird der Extrakt in Bio-Sonnenblumenöl extrahiert,“ erläutert Guylaine Le Loarer, Leiterin Forschung und Entwicklung beim Naturkosmetikhersteller Börlind.

Warum sind Algen gesund?

Die Vielzahl der Inhaltsstoffe wirken nicht nur äußerlich auf der Haut, sondern auch von innen heraus. 1899 gründete ein Arzt in der Bretagne/Frankreich das erste Thalasso- Kurzentrum, das mit Algen arbeitete. Algen regen die Darmtätigkeit und das gesamte Immunsystem an. Anwendung: Entschlacken, Anregung des Stoffwechsels und Ausgleich von Mangel an Mineralstoffen.

Kann man auch zu viel davon nehmen?

Für Cremes, Lotionen, Masken kann man das bei gesunder Haut verneinen. Bei der Ernährung ist das anders. Experte Rittenau sagt: „Wer Algen in großen Mengen zu sich nimmt, kann durchaus zu viel Jod aufnehmen.“ Der Tagesbedarf liegt bei 150 bis 200 Mikrogramm, keinesfalls sollte man mehr als das Doppelte aufnehmen.

Tipp von Niko Rittenau: Beim Kauf darauf achten, wie viel Jod die Algen beinhalten, denn je nach Sorte variiert das bis zum Hundertfachen. Bei Wakame reicht beispielsweise eine Messerspitze des Pulvers, um ein Drittel des Tagesbedarfs zu decken. Der Ernährungsberater weiter: „Da der Jodgehalt von Noriblättern nicht so hoch ist wie von Wakame, kann man bedenkenlos mehrmals pro Woche Nori im Sushi essen, wenn man ansonsten nicht noch andere stark jodhaltige Lebensmittel konsumiert.“

Können Algen gefährlich werden?

Wohl kaum in Tiegel und Kochtopf. Wohl aber im Meer oder See. Schaumberge am Strand sind unangenehm: Es sind die von den Wellen zu Schaum geschlagenen Eiweißanteile der Algen. Und wer im Sommer wegen der Blaualgenblüte nicht in den Badesee springen darf, ist auch nicht amüsiert. Da Algen bei Wärme sehr schnell wachsen, man schätzt zehn- bis 30-mal schneller als Pflanzen an Land, können sie sich explosionsartig vermehren.

Welches sind die bekanntesten?

Grüner Kaviar, auch Meerestraube oder Grünalgenextrakt genannt, weil er in Japan als Delikatesse gilt, aber auch in vielen Kosmetika wertvolle Arbeit gegen Hautalterung leistet. Nori, Rotalgen aus Japan, werden beim Sushi und für vegane Wraps zum Einwickelngenommen. Dafür werden die Algen zerkleinert, dünn gepresst und dann getrocknet. Wagame ist eine asiatische Braunalge, die getrocknet gekauft und dann wieder eingeweicht wird. Die jodhaltige Kombu als Nahrungsmittel und UV-Schutz für den Teint. Chlorella kann als pflanzlicher B12-Lieferant für Veganer dienen, wobei nicht jede Chlorella B12 enthält und es noch zu wenige Untersuchungen gibt, um die Wirksamkeit des B12 in der Chlorella für Menschen zu garantieren.


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