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Seminarraum an der Akademie Gesundes Leben

Die Augen spüren

Licht für die Augen

Stand: 14.03.2017 (14.03.2017)

Wir lachen: laut oder leise, schallend oder kichernd. Auf alle Fälle häufig. Lachen ist Teil des Seminars.

Dabei geht es, wie wir anfangs vermuten, um ein eher trockenes Thema: Sehtraining. Doch lachen ist dabei wichtig, denn es entspannt die Kiefernmuskeln und das wiederum wirkt sich auf die Augenmuskulatur aus. Wir sind die 21 TeilnehmerInnen im Augentraining bei Wolfgang Hätscher-Rosenbauer an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel. Uns nerven die Brillen, die Augen tränen oder sind trocken, weil uns die PC-Arbeit den Blick einengt. Unser Seminarleiter weiß, wovon wir sprechen. Er empfiehlt: „Am besten legt ihr die Brillen beiseite und schaut einfach mal.“ Evi neben mir erkennt kaum noch etwas: „Alles verschwommen, gewöhnungsbedürftig“, flüstert sie mir zu. Ich mühe mich, ohne Brille meine Notizen zu machen – erstaunlicherweise geht es.

Warum wir schlecht sehen? Jedes Auge wird von sechs Muskeln gehalten. Und die verspannen ebenso wie die am Nacken oder im Rücken. Vor allem, weil wir oft stundenlang wie gebannt auf einen Bildschirm schauen. Nur: Gibt es für Augenmuskeln Gymnastik? Massagen? Kümmern wir uns um sie?

In der Augenschule geht es genau darum: Muskeln loszulassen, von denen wir bislang nicht wussten, dass wir sie haben. Außer lachen gehören noch gähnen, recken, strecken und jammern zum Programm. Die ganze Runde räkelt sich, gähnt mit offenem Mund und langen „Ahs“ und tiefen Seufzern. Das lockert die Kiefernmuskeln und regt die Produktion von Tränenflüssigkeit an. Super! Der erste Entspannungsschritt ist getan.

„Ich habe gedacht, hier werden die üblichen Übungen gemacht. Nun bin ich überrascht
über den ganzheitlichen Ansatz und dass Entspannung im Vordergrund steht. Das finde ich gut, denn es funktioniert tatsächlich.“

Ina Psouroukis, Bad Nauheim

Zwischen diesen ganz einfachen, weil natürlichen Lockerungen, erfahren wir eine Menge über den Aufbau der Augen, über ihre Anatomie, über Zäpfchen und Stäbchen, die für hell und dunkel sowie die Farben zuständig sind. Wir hören, dass unser Gehirn ständig zwischen zwei Sehweisen wechseln möchte: einerseits fokussiertem Detailsehen mit möglichst feiner Sehschärfe und dem Erkennen von Was-sehe-ich-denn-da, und dem „Wo-Modus“, der wissen will, wo ich im Raum stehe. Bei ihm werden das periphere Sehen und alle Sinne aktiviert. Für gesunde Augen ist beides wichtig. Etwas gezielt sehen wollen und ins Weite und um uns herum schauen.

Dieser Wechsel ist an den meisten Arbeitsplätzen nicht möglich. Deshalb ist Palmieren so wichtig, das Entspannen hinter den mit Handflächen abgedeckten Augen. Das geht noch effektiver mit Jammern, das jeden kleinen Frust aus uns rausholt. „Ojoijoi“, „Ach nein!“, „oh weh, oh weh!“, „Ach du liebe Güte!“, klagen wir hörbar vor uns hin. Das geht über in Töne, ein sanftes Summen, Sirren oder Brummen bis der ganze Kopf vibriert. Der Innenraum wirkt als Resonanzkörper und lockert die innen liegenden Augenmuskeln. Neben mir hört es sich an, als ob ein Bienenschwarm ausfliegt.

„Es ist wie optisches Fasten“, erläutert Sehexperte Hätscher-Rosenbauer. Im Laufe des Wochenendes geraten die Brillen in Vergessenheit und wir lernen, unsere Augen zu verwöhnen. Im Park der Akademie nehmen die Augen ein Sonnenbad, genießen das Flirren von Licht und Schatten. Wolfgang Hätscher-Rosenbauer zeigt uns eine Fülle an Übungen, die unsere Augen beweglich machen. Mal ist der Daumen Hilfsmittel, dann eine Spielkarte, eine Baumkrone, der Himmel, ein leuchtend roter Seidenschal. „Die durch die Brille scharf gesehene Welt harmoniert meist nicht mit unserem Inneren“, zitiert Wolfgang Hätscher- Rosenbauer den „Augenmenschen“ Goethe. Sein Seminar ermöglicht uns, innen und außen in Einklang zu bringen. Und es bringt nicht nur die Augen in Bewegung: Wir lernen, sie bewusst wahrzunehmen und ihnen zu helfen, entspannt zu bleiben – für die meisten von uns eine ganz neue Sichtweise auf unseren Sehsinn.

„Von dem Kurs erwartete ich eher Techniken. Nun bin ich eines anderen belehrt und erfahre das Auge als Teil eines großen Ganzen, eingebettet in den gesamten Organismus. Diese Dualität gefällt mir.“

Holger Hebenstreit, Wiesbaden

Zum Weiterlesen:

Kleine Augenschule“ von Wolfgang Hätscher-Rosenbauer, Mankau, inklusive 12 Übungstafeln, 7,99 Euro. Ein bisschen Theorie und viele Übungen, die Ihre Sehkraft verbessern und leicht in den Alltag zu integrieren sind.

Gut für die Augen

Klopf mal an!

Diese Massage entspannt die Augen: Klopfen Sie mit den Fingerspitzen ganz sanft rund um die Augen vom Jochbein über die Außenwinkel bis zum Rand des Unterlids – am besten mehrmals täglich.

Mach mal Licht!

Eine Vollspektrumlampe kann den Mangel an natürlichem Tageslicht ausgleichen. Empfehlenswert als Leselicht, denn es entspannt die Augen besser als Tageslichtbirnen (zum Beispiel bei www.natur-nah.de).

Seminartipp: Augenschule

Infos oder Anmeldung unter 06172 / 30 09-822, www.akademie-gesundes-leben.de
Augenkissen, Rasterbrillen und anderes, was den Augen guttut und sie trainiert, gibt es unter www.visiovital.de und www.sehgut.de

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