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Frau lacht

Was unser Ich zum Leuchten bringt

Positive Ausstrahlung

Stand: 21.12.2018 (21.12.2018)

Sympathisch wirken, Zuneigung gewinnen, Erfolg haben. Das klappt mit einer positiven Ausstrahlung. Und die können wir uns leichter aneignen als gedacht – indem wir uns akzeptieren, unser Leben mögen und die schönen Dinge darin genießen.

Was haben Barack Obama und Meryl Streep gemeinsam? Na? Genau: Beide besitzen eine besondere Aura. Man sieht das, wenn sie eine Rede halten, dann haben sie sofort alle Zuhörer auf ihrer Seite. Dabei sind der Politiker und die Schauspielerin keine jungen Bilderbuch-Schönheiten. Aber sie halten sich aufrecht, wirken echt, authentisch, sympathisch. Haben, wie man so sagt, das „gewisse Etwas“. Charisma. Doch auch „normale“, nicht-prominente Menschen können uns beeindrucken. Sie bitten in kleiner Runde um das Wort und alle hören lächelnd zu. Sie gehen auf eine Party und finden sofort Anschluss. Sie gehen mal eben zum Chef und bekommen die Gehaltserhöhung. Woher kommt so ein Charisma? Warum haben es manche,andere nicht?

Die Psychologin Monika Matschnig ist Expertin für Körpersprache. Sie sagt: „Wir wirken immer – die Frage ist nur, wie!“ Und sie sagt auch: „Nur wer sich selber mag, wer sich wohlfühlt in seinem Körper und in seinem Leben, nur so ein Mensch hat die Gabe, von innen zu leuchten.“ Charisma sei unabhängig von Figur, Gesicht, Alter und teurem Outfit. Es gehe um Persönlichkeit, um eine innere Qualität, die sich im Äußeren zeigt. Meryl Streep ist das beste Beispiel, schon seit Jahrzehnten besteht sie souverän gegen die vielen jüngeren, attraktiven Kolleginnen im Haifischbecken Hollywood. Oder kennen Sie Sabine Asgodom? Rein optisch ist sie das Gegenteil von „Germanys Next Top Model“ – sie ist jetzt 65, hat eine große Nase, ist klein und übergewichtig. Und doch gehört sie zu den Top-BeraterInnen hierzulande, coacht Führungskräfte der Wirtschaft, füllt ganze Säle mit Vorträgen. Wie sie das schafft? Na klar, mit Ausstrahlung, eben auf ihre eigene Art. Und sie verfügt über jene zentrale Kompetenz, die laut Monika Matschnig alle charismatischen Menschen auszeichnet: „Sie sind präsent. Und wenn sie einem Menschen zuhören, geben sie ihm das Gefühl, dass es gerade nichts Wichtigeres gibt.“

Schön und gut, nur: Wie können wir „Normalos“ unsere Ausstrahlung verbessern? Geht das denn überhaupt? Die Antwort lautet: Ja! Sonst würde es das Berufsbild des Charisma-Coachs gar nicht geben. Monika Matschnig und Sabine Asgodom bringen ihren KlientInnen bei, wie sie sich selbstbewusster und authentischer bewegen und präsentieren können. Auch Carmen Maria Poller widmet sich als Persönlichkeits-Trainerin und Buchautorin dieser Aufgabe. In ihr neues Buch „Glücklich, schön und selbstbewusst!“ brachte die Beraterin aus Düsseldorf sowohl berufliche als auch private Lebenserfahrung ein. Das Resultat: ein Selbstcoaching-Programm mit vielen hilfreichen Tipps. Carmen Poller ist überzeugt: „Es geht nur um eine einzige Sache. Wir müssen uns selbst gefallen. Das ist alles. Denn wenn wir uns selbst gefallen und wertschätzen, dann agieren wir selbstbewusst und entwickeln eine charismatische Ausstrahlung. Gefallen wir uns nicht und jeder Blick in den Spiegel lässt uns einknicken, erreichen wir das Gegenteil.“ Und sie geht noch einen Schritt weiter: „Charisma entsteht aus dem Bewusstsein, genau zu wissen, was uns guttut. Wenn wir mit den Menschen zusammen sind, die uns guttun, und das Leben führen, das uns gefällt, dann strahlen wir.“

Nun tummeln sich in den sozialen Medien viele extrovertierte Promis, deren Lebenssinn darin zu bestehen scheint, sich ständig optisch zu optimieren, wenn es sein muss, auch durch Botox und Schönheits-OPs. Der größte Fehler, den wir machen können, ist, uns mit diesen Leuten zu vergleichen, warnt Carmen Poller. Schönheit sei nichts rein Äußerliches, liege zudem immer im Auge des Betrachters – also auch in unserem Blick auf uns selbst. Ein Beispiel: Eine Frau steht vor dem Spiegel und hadert mit ihrem flachen Busen. Wenn sie danach auf die Straße geht und ein Mann lächelt sie an, reagiert sie womöglich verunsichert und denkt: ‚Was grinst der so, macht er sich lustig über mich?‘ Mal angenommen, sie hätte sich zuvor im Spiegel über ihre Vorzüge gefreut, etwa ihre schönen Augen oder Haare. Dann hätte sie das Lächeln als Kompliment aufgefasst. Die Ausstrahlung verbessern geht daher nur über die innere Einstellung. Es ist nämlich so: Wenn wir freudige, wohltuende Gedanken denken, werden wir gute Gefühle ernten und uns wohlfühlen. Wenn wir besorgte oder traurige Gedanken denken, werden wir schlechte Gefühle ernten und uns unwohl fühlen. Und: Beide Gefühle sieht man uns jederzeit an. Das belegen alle Erkenntnisse aus Hirnforschung und Medizin. Heute wissen wir, dass es zwischen Körper und Seele ein ständiges Wechselspiel gibt über die neuronalen Netzwerke in unserem Gehirn. Diese basieren auf Gedanken, Gefühlen, Erfahrungen unseres Lebens und täglich kommen neue dazu. Wir können sie also nicht löschen – aber wir können sie mit neuen schönen Gedanken, Gefühlen, Erfahrungen ergänzen und langfristig überschreiben. „Vergegenwärtigen Sie sich Ihre Stärken, Erfolge, Werte und malen Sie sich diese in hellen Farben weiter aus. Seien Sie dankbar für das Gute in Ihrem Leben und genießen Sie es – auch die kleinen Dinge“, rät Carmen Poller. „Ein gutes Essen, Zärtlichkeit, die Nähe mit Menschen, die Ihnen guttun. Bewegung. Gespräche. Wenn Sie ein gutes Gefühl damit verknüpfen,kann es nur gut für Sie sein.“

Will sagen: Wer sich in seinem Umfeld und mit sich wohlfühlt, bekommt mit der Zeit automatisch eine gute Ausstrahlung. Weil so ein Mensch zu sich steht und dadurch authentisch wirkt. Und Authentizität lässt sich nun mal nicht vorspielen, wir können nur authentisch sein, siehe Meryl Streep. Aber wie schaffen wir es, so eine positive Einstellung zu uns und unserem Leben zu verinnerlichen? Gerade wir Frauen hadern oft mit uns selber, sehen uns oberkritisch. Carmen Poller empfiehlt für jeden Tag in der Woche ein kleines Ritual. Die Rituale sollten im Tagesrhythmus integriert sein. Am besten abends, in einer ruhigen Stimmung. Mal eben denken „Oh, wie toll ich doch bin …“ nützt natürlich gar nichts. Nur wenn wir uns regelmäßig mit etwas Zeit auf die kleinen Übungen einlassen, entstehen die neuen neuronalen Netze mit den guten Gefühlen im Kopf. Es ist wie beim Sport: Übung macht den Meister. Wie das geht? Das kommt jetzt …

Montag: Erinnern Sie sich an drei Momente des Tages, für die Sie dankbar sind, ein Kompliment, ein leckeres Essen, etwas im Job, das gut gelungen ist.

Dienstag: Erinnern Sie sich zwei Minuten lang an ein schönes Erlebnis in Ihrem Leben (ein Fest, einen Urlaub) und schwelgen Sie in Erinnerungen.

Mittwoch: Heute geht es in die Zukunft. Stellen Sie sich vor, wie ihr Traum-Leben aussehen würde. Spielen Sie bestimmte Situationen durch: Wo sind Sie, was machen Sie, wer ist noch da, was ist Ihre Mission? Spielen Sie in Ihrem Kopf einen Film ab, der Ihre künftige Erfolgsstory ist. Und tauchen Sie mit allen Gedanken und Gefühlen in die Fantasie ein.

Donnerstag: Heute verteilen Sie einfach mal Komplimente, bringen andere (Kollegen, Freunde) damit zum Lächeln.

Freitag und Wochenende: Lachen Sie! Gehen Sie ins Kino oder Kabarett, verabreden Sie sich mit Freunden. Menschliche Nähe und Vertrauen geben uns Sicherheit und machen uns glücklich – und das sieht man.

Unterstützend zum Mental-Training empfiehlt die Expertin lauter schöne Alltagsdinge. Entspannung und Bewegung. Musik und Kultur. Ausflüge in die Natur und viel frische Luft. Gesunde Ernährung und liebevolle Körperpflege mit sinnlichen Düften. „Wir sollten alles dafür tun, Energie und Lebensfreude intensiv zu spüren. Das ist elementar für unser Wohlgefühl“, so Carmen Maria Poller. Und damit für unsere Ausstrahlung.

GUT ZU WISSEN

 

Die kleinen Tricks der Charisma-Profis: wie Sie Ihre Ausstrahlung sofort verbessern

Um allgemein inneren Stress abzubauen:

  • Lieblingsmusik laut aufdrehen und dazu tanzen
  • Hüpfen wie ein Kind, am besten auf einem Trampolin oder querdurch die Wohnung
  • Atem-Meditation: Gerade hinsetzen und tief durch die Nase einatmen, dann langsam durch den Mund ausatmen. Möglichst länger aus- als einatmen. Mit einem Mantra (zum Beispiel „Om manipadme hum“) lässt sich der Effekt verstärken, laut und langsam beim Ausatmen sagen. Mehrere Male wiederholen.

In wichtigem Zweier-Gespräch:

  • Öfter lächeln, aber bitte nicht Dauergrinsen!
  • Auf die Augenfarbe des Gegenübers achten – das öffnet unseren Blick.

Zum Weiterlesen

Carmen Maria Poller: Glücklich, schön & selbstbewusst. Ihr Weg zu positiver Ausstrahlung. Paperback, 209 Seiten, 14,99 Euro, Trias Verlag www.carmenpoller.de

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