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Was Bienen lieben

Wesensgemäße Bienenhaltung

Stand: 06.06.2018 (06.06.2018)

Bio-Imker wissen es: Bienen brauchen eine intakte Landschaft mit reich blühenden Wiesen, natürliche Wohnungen und mehr Verständnis von uns Menschen. Wie unterscheidet sich ökologisches Imkern eigentlich von konventionellem? Tatsachen, die staunen lassen.

Biohonig? Na, ist doch klar: Dafür sammeln die Insekten Pollen und Nektar von Bio-Äckern mit schönen Blühstreifen drumherum. Wenn es so einfach wäre! „Ein weit verbreitetes Missverständnis“, wie Michael Slaby, Vorstand von Mellifera e.V. einräumt. Ein Bienenvolk befliegt ein Areal von bis zu 30 Kilometer rund um seinen Bienenstock. Leider gibt es kaum Regionen mit so großen ökologischen Landwirtschaftsflächen. So kommt es eben immer wieder vor, dass Bienen auf Futtersuche an Pflanzen hängen bleiben, die mit Insektiziden oder anderen Pflanzenschutzmitteln gespritzt sind.

Diese „Öko-Ernte“ der Bienen, bei der der Imker versucht, möglichst weitgehend konventionell bewirtschaftete Wiesen und Ackerflächen zu vermeiden, ist aber nur ein Aspekt von vielen bei der Bio-Imkerei. Mellifera befürwortet die wesensgemäße Bienenhaltung. „Wir wollen uns den Bienen respektvoll und offenherzig nähern“, so Michael Slaby. Und dazu zählt, dass die Bienen artgerecht gehalten werden.

Artgerecht? Bienen? Die fliegen doch in ihren Stock, bauen Waben und fertig. Weit gefehlt! Damit konventionelle Imker maximale Honigmengen ernten können, beeinflussen sie das Leben der kleinen Tiere und treiben sie zu Höchstleistungen an.

Wesensgemäße Bienenhaltung: Das macht Mellifera e.V.

Der Verein zum Schutz der Bienen wurde vor 30 Jahren gegründet, als zum ersten Mal von einem Bienensterben die Rede war. Die Varroa-Milbe war mit Bienenvölkern aus Asien eingeschleppt worden. Die hiesigen Bienen waren im Gegensatz zu asiatischen nicht resistent gegen die Parasiten. Damals stellten sich umweltbewusste Imker die Frage: Brauchen wir nicht generell eine Bienenhaltung, die den natürlichen Bedürfnissen der Tiere gerecht wird?

Rudolf Steiner, der sich im Zusammenhang mit der biodynamischen Landwirtschaft auch intensiv mit Bienen befasste, legte die Grundlagen für die wesensgemäße Bienenhaltung. Die Erkenntnisse flossen in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts in die Richtlinien von Demeter ein. Heute hat Mellifera e.V. knapp 1.300 Mitglieder mit rund 60 regionalen Gruppen. Aufgaben des Vereins sind, einen achtsamen Umgang mit den Bienen zu verbreiten, wissenschaftliche Untersuchungen zur Bienengesundheit durchzuführen, die Lehr- und Versuchsimkerei auf der Schwäbischen Alb zu betreiben sowie Seminare für Interessierte zu geben. Wer die Bienen schützen möchte, kann Mellifera mit Spenden oder einer Bienenpatenschaft unterstützen. Infos: www.mellifera.de 

Auf einen Blick – Das fördert Mellifera

  • Bienenstöcke auf ökologisch bewirtschafteten oder natürlichen Flächen
  • Behausungen aus natürlichen Materialien, die nicht mit synthetischen Stoffen behandelt sind (zum Beispiel Holzschutz)
  • Bienenvölker dürfen ausschwärmen, sich also natürlich vermehren
  • Beschneidung der Flügel verboten
  • Bienen bauen ihre Waben selbst
  • Varroa-Milben werden nur mit organischen Säuren bekämpft
  • Bienen dürfen nur mit Zucker aus Bioanbau ernährt werden

Stichwort eins: Bienenwohnungen. In der konventionellen Imkerei bauen Bienen ihre Waben auf Mittelwänden aus. Diese sind aus altem Wachs, teilweise werden auch Kunststoffwaben eingesetzt. Die Waben sind nach einem normierten Einheitsmaß gefertigt, sodass die Bienen in die „bezugsfertigen Räume“ nur noch ihren Honig einlagern müssen. Bio-Imker wie Michael Slaby sehen das kritisch: „Die Mittelwände sind mit Pestiziden belastet und schädigen die Gesundheit der Bienen. Außerdem verhindern die vorgefertigten Waben die Aufzucht von Drohnen, die ein größeres Zellmaß brauchen als die genormten.“

Stichwort zwei: Ausschwärmen. Es gehört im Sommer zum Bienenleben. So haben sich Bienenvölker seit Jahrtausenden vermehrt. Es bedeutet, dass sich ein Volk teilt und mit der alten Königin ausfliegt, um eine neue Behausung zu suchen. Dieser Trieb sorgt nicht nur für eine Verjüngung des Bienenstocks, sondern stärkt auch das Immunsystem der Insekten und hält sie gesund. In der konventionellen Imkerei wird dieses Schwarmverhalten bewusst unterdrückt, denn Schwarmvölker – das ausfliegende wie das zurückbleibende – bringen erst einmal keinen Honig. Sie müssen sich neu organisieren, Waben bauen. Damit die Königin nicht ausfliegt, werden ihr in der konventionellen Imkerei die Flügel gestutzt. Außerdem brechen Imker die Zellen aus, in denen neue Königinnen heranwachsen, um das natürliche Ausfliegen zu unterbinden. Dabei ist es von großer Bedeutung. Denn durch den „Umzug“ werden bakterielle Erkrankungen im Stock reduziert, auch die Belastung durch die Varroa-Milbe wird reduziert.

Und noch ein Stichwort: Ernährung. Bienen produzieren Honig, um damit sich selbst und ihre Brut zu füttern. Eine überaus gesunde Nahrung mit mehr als 240 natürlichen Inhaltsstoffen und 30 verschiedenen Zuckerarten. Kein Wunder, dass auch der Mensch auf den Geschmack gekommen ist. Beim konventionellen Imkern wird der Honig fast komplett entnommen und durch Zuckerwasser ersetzt. „Eine billige und schlechte Ersatznahrung“, findet Michael Slaby. Demeter zertifizierte Imker lassen den Bienen einen Teil des Honigs und ergänzen den Rest durch Biozucker, dem sie Kamillentee, eine Prise Salz und zehn Prozent Honig beifügen. Der Mellifera-Vorstand: „Das bringt zwar weniger Ertrag, entspricht aber einer natürlichen Haltung.“

Und die liegt dem Verein am Herzen, denn nur die ganzheitliche Betrachtung von Bienen, Mensch und Natur wird für eine Bereicherung aller Lebensräume sorgen.

Reformhaus® engagiert sich für den Schutz der Bienen

Ob im Garten, auf dem Balkon oder am Straßenrand - jeder kann etwas für das Überleben der Bienen tun. Rainer Plum, Vorstand Reformhaus eG, ermutigt alle BienenfreundInnen, aktiv zu werden. Mit dem Kauf und der Aussaat der Reformhaus® Bienenweide "Glückswiese" füttern Sie Bienen und Sie unterstützten das "Netzwerk blühende Landschaften". Fragen Sie im Reformhaus® nach den Saattütchen.

Werden Sie Blühpate!

Lassen Sie es blühen! Auch wenn Sie keine Gelegenheit haben, die Reformhaus® Glückswiese selber anzusäen oder noch mehr machen wollen, bieten wir Ihnen an, eine Patenschaft für 25, 50 oder 100 Quadratmeter bei der Reformhaus® Glückswiese zu übernehmen.

Wie das geht, erfahren Sie unter: www.reformhaus.de/glueckswiese 

 

 

Reformhaus® Kampagne „Lasst uns Bienen schützen“ mit freundlicher Unterstützung von:

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