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Sauber - ganz ohne Nebenwirkungen

Putzmittel aus Naturstoffen selbstgemacht

Stand: 31.07.2018 (31.07.2018)

Ein Mix aus Chemikalien, gar Mikroplastik: In Putzmitteln steckt allerlei, was Haut und Lunge schaden kann. Und der Umwelt auch. Dabei reichen einige Naturstoffe, um den Haushalt picobello sauber zu halten.

Rund 15 verschiedene Putzmittel, von der Scheuermilch bis zum Backofenreiniger, stehen in jedem deutschen Haushalt. Dass damit das Wasser belastet wird, ist bekannt. Dass aber auch unser Gesundheit leidet, haben erst kürzlich norwegische Wissenschaftler der Universität Bergen in einer Langzeitstudie ermittelt. Menschen, die viel putzen, haben eine schwächere Lunge als Nichtputzer. Die Untersuchung wurde 20 Jahre lang an mehr als 6.000 Menschen durchgeführt.

Viele der beim Putzen eingeatmeten chemischen Substanzen schädigen die Atemwege, verstärken sogar Asthma, denn häufig werden sie aufgesprüht und so über die Luft eingeatmet. Und: Chemikalien können auch auf der Haut allergische Reaktionen hervorrufen. Besser ist es also, auf einfache, aber altbewährte Hausmittel zurückzugreifen. Denn Schmutz gab es schon immer und sauber sollte es auch früher sein – ganz ohne synthetische Mittel. Wir haben drei Allrounder wie Natron, Essig und Eierschalen ausgesucht, die vielseitig einsetzbar sind, kein Ablaufdatum haben und vor allem ganz ohne reizende Chemie auskommen.

Weiteres Plus: Wer sich seine Reinigungsmittel selbst mischt, spart Plastikmüll. Denn die Wässerchen und Tinkturen lassen sich in gebrauchte Glasflaschen abfüllen. Grundsätzlich gilt beim Putzen: von oben nach unten. Also erst die Schränke oben abwischen und zuletzt den Fußboden saugen. So staubt nichts wieder voll. Staub binden feuchte Lappen besser als das altbekannte Staubtuch.

Natron / Soda

Das Mineral ist ein Alleskönner und darf eigentlich als natürliches Mittel zum Kochen, Backen, Entkalken und Putzen in keinem Haushalt fehlen.

  • Zum Reinigen der Toilette 0,5 Tasse Natron in der vom Wasser geleerten Toilettenschüssel verteilen. Mindestens eine Stunde, möglichst eine Nacht einwirken lassen. Dann 1 Tasse Essig darauf geben und warten bis es nicht mehr zischt. Spülung drücken. Fertig!
  • Für einen selbst gemixten Allzweckreiniger 30 Milliliter Essig, 5 Gramm Soda, 10 Milliliter flüssige Olivenölseife und 300 Milliliter heißes Wasser mischen. In eine Sprühflasche füllen und bei allen möglichen Verschmutzungen anwenden.
  • Falls der Abfluss müffelt: Gießen Sie eine halbe Tasse Natron hinein und decken Sie ihn mit einem feuchten Lappen ab. fünf Minuten einwirken lassen, kochendes Wasser nachgießen.
  • Eingebrannte Töpfe oder Backbleche bekommen Sie ohne Anstrengung und Kratzer wieder in Ordnung. In den eingebrannten Topf ein Liter heißes Wasser füllen, einen Esslöffel Natron drauf, zehn Minuten einwirken lassen und danach kann alles mit einem Topfreiniger ausgewischt werden. Falls die Spuren hartnäckig sind, Prozedur wiederholen. Beim Backblech: 50 Gramm Natron auf dem verkrusteten Blech verteilen und ein bisschen Wasser darauf geben, am besten ist Mineralwasser. Bei 100 Grad auf die unterste Schiene schieben und so lange im Ofen lassen, bis das Wasser verdampft ist. Blech abkühlen lassen und danach mit Schwamm oder Lappen sauber wischen.
  • Sorgt für frischen Duft – ganz ohne Chemiespray: 1 Esslöffel Lavendelblüten mit 1 Tasse Natron mischen und auf den Teppich geben. 30 Minuten oder besser über Nacht einwirken lassen. Absaugen.
  • Ein Waschmittel für die Maschine bis 60 Grad kann man mit Natron selbst herstellen. Hier Zutaten und Rezept (aus „Natürlich schön – Die Seifenmanufaktur“ von Kathrin Landmann, Edition Michael Fischer, 64 Seiten, 12,99 Euro): 1 Stück Seife (circa 150–200 Gramm), 220 Gramm Waschsoda (= Natriumcarbonat), 110 Gramm Backnatron (= Natriumhydrogenkarbonat/ Natriumbikarbonat), 110 Gramm Zitronensäure, 60 Gramm grobes Salz, nach Wunsch 10–15 Tropfen ätherisches Öl (zum Beispiel Lavendel oder Lemongrass).
    So geht’s: Seife fein raspeln und in eine große Schüssel geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen und alles gut vermischen. Wer mag, kann jetzt noch ein paar Tropfen des ätherischen Öls hinzugeben. Im luftdichten Behälter aufbewahren.

Produkte aus dem Reformhaus®

Vom Bodenreiniger bis zu Geschirrspültabs: Reinigungsmittel von Sodasan, Sonnet, Ecover oder AlmaWin beinhalten keine synthetischen Konservierungs- oder Duftstoffe, keine Zutaten aus Chlorchemie und auch keine, zu deren Herstellung Gentechnologie eingesetzt wurde. Hier säubern pflanzliche und mineralische Rohstoffe auf ökologischer Basis. Wer nicht selber mischen möchte, fragt im Reformhaus® nach den sauberen Produkten.

Essig

Traditionell wird Essig zur Konservierung benutzt. Aber auch als Haushaltsreiniger ist er vielseitig einsetzbar. Weißer Haushaltsessig hat meist einen Säuregrad von 5 Prozent (Essigessenz: 25 Prozent).

  • Essig löst Kalk und reinigt folglich Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Dampfbügeleisen und Armaturen. Je nach Verkalkung 1 Eierbecher bis 1 Glas Essig auf 1 Liter Wasser füllen, aufkochen und circa 30 Minuten im Gerät einwirken lassen. Ausspülen.
  • Wasserränder von Gläsern oder Tassen auf Holztischen putzen Sie mit dieser Mischung weg: 1:1 Essig und Olivenöl mischen, auf dem Wasserrand verreiben.
  • So erhalten Messing, Kupfer und Zinn ihren Glanz zurück: 1 Teelöffel Salz auf 1 Tasse Essig und Mehl vermischen bis eine zähe Paste entsteht. Auf das Metall auftragen, 20 Minuten einwirken lassen, abspülen und mit einem weichen Tuch nachpolieren bis es glänzt.
  • Fruchtfliegen sind gerade jetzt im Sommer lästige Besucher in der Küche. Das hilft: 2 Esslöffel Zucker, 2 Esslöffel Essig in 1 Tasse Wasser verrühren, offen stehen lassen. Der Mix zieht die Fruchtfliegen an.

Eierschale

  • Die Wassergläser haben einen stumpfen Überzug? Dann gibt es Rührei zum Mittag und die Eierschalen werden gesammelt. Hartnäckige Flecken an Glas, vor allen an unzugänglichen Stellen reinigt dieser Mix. Einige Eierschalen mit Zitronensaft in das gläserne Gefäß füllen. Einige Tage stehen lassen, ab und an schwenken. Danach entleeren und mit Seifenlauge nachspülen.
  • Weiße Wäsche mit einem Grauschleier braucht kein synthetisches Bleichmittel: Einige Eierschalen in ein Stoffsäckchen (oder eine alte Tennissocke aus Baumwolle) geben und mit der Weißwäsche zusammen waschen.

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