Lust auf Natur

Raus ins Freie

Stand: 11.10.2016

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Die Sonne wärmt, die Blätter sprießen, die Vögel singen: Da wollen wir doch nach draußen! Hier gibt’s Anregungen für alle, die keinen Garten haben – und die dennoch die Natur genießen wollen.

Vom Zwitschern und Trällern

Kuckuck und Zilpzalp: Diese beiden Vögel erkennt jeder, denn sie rufen ihre Namen laut in den Himmel. Doch wer kann den Gesang von Rotkehlchen und Singdrossel unterscheiden? Dafür gibt es Führungen mit erfahrenen Ornithologen. Sie erklären nicht nur, wer da gerade singt, sondern helfen auch mit Eselsbrücken, das eben Gehörte nicht zu vergessen. Der Buchfink etwa ruft ähnlich einem „eins, zwei drei, vier – ein Bier“ – wer es einmal richtig erkannt hat, behält den Rhythmus des Rufes. Jetzt zur Zeit der Balz und Revierabgrenzung singen die Vögel besonders laut und intensiv – die Morgendämmerung ist die schönste Gesangsstunde. Also: früh aufstehen.

Was man gelernt hat, kann dann jeder in der „Stunde der Gartenvögel“, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) jedes Jahr veranstaltet, beweisen und seine Beobachtungen innerhalb einer Stunde an einem bestimmten Ort an den Verein melden: Diesmal findet die Stunde an Pfingsten vom 13. bis 15. Mai statt. Wann und wo Vogelführungen in Ihrer Nähe angeboten werden, sehen Sie hier.

Hereinspaziert, die Tür steht offen

Am „Tag der offenen Gartenpforte“ sind Hobbygärtner, aber auch alle Menschen mit Freude an Blumen eingeladen, private Gärten zu besuchen. Fachsimpeleien oder nur auf der Gartenbank sitzen und sich am blauen Rittersporn erfreuen inklusive! Vom Bauerngarten über Kräuterecken bis zu Rosenbögen oder formalen Anlagen sind von der See bis zu den Alpen viele schöne Gärten zu besichtigen. Die offene Gartenpforte findet ab Mai statt. Gärten in Ihrer Nachbarschaft finden Sie im Internet unter dem Stichwort „offener Garten“ und Ihrem Bundesland.

Die Gurke vom Grünstreifen

Sobald die ersten Sonnenstrahlen nach draußen locken, drängt es viele, in der Erde zu buddeln, zu säen, zu pflanzen. Ein Kräuterbeet mit duftendem Rosmarin und Thymian, das wäre schön! Menschen ohne Balkon brauchen darauf nicht mehr zu verzichten, denn gärtnern auf öffentlichem Grün, das „urban gardening“, ist inzwischen in vielen Orten schon gängige Praxis. Vielleicht geht es in den nächsten Wochen auch in Ihrem Städtchen los? Gleichgesinnte finden sich über Aushänge, Hausgemeinschaften, Vereine. Das Schöne – neben den selbst gezogenen Früchten – ist das gemeinsame Tun. Der eine kennt sich mit Fruchtfolge aus, die andere zupft gerne unerwünschte Beikräuter: In einem gemeinsamen Garten gibt es für alle eine Aufgabe.

Wer auf Brachen, rund um Bäume oder breiten Grünstreifen Wildblumenwiesen aussäen oder auch Tomaten züchten möchte, kann sich in zahlreichen Büchern schlau machen. Gerade erschienen sind:

  • „Urban gardening“ von Yohan Hubert, Ulmer-Verlag, ISBN 978-3-8001-1267-8, 24,90 Euro ist ewas für Findige, denn hier gibt es Tipps für Gemüseanbau mit wenig Erde und ohne Wasser.
  • „Urban gardening“ von Marc Diacono und Lia Leendertz, Knesebeck, ISBN 978-3-8687-3853-7, 19,95 Euro, zeigt, wie man selbst in Treppenaufgängen und auf der Ladefläche von Pick-ups noch ernten kann. Und Menschen mit und ohne Garten bringt zum Beispiel www.gartenpaten.de in Kontakt.

Das Kunstwerk im Grünen

Als Ort des Widerstandes gegen Atommüll ist Gorleben im Wendland in der ganzen Republik bekannt. Nachdem sich hier über die Jahrzehnte auch immer mehr Künstler angesiedelt und den Reiz der elbnahen Landschaft entdeckt haben, findet jährlich zwischen Himmelfahrt und Pfingsten (5. bis 16. Mai 2016) die kulturelle Landpartie statt:

Werkstätten, Gärten, Höfe laden zum Besuch ein, zeigen ihre Bilder, Skulpturen, Möbel oder Honigsorten und vermitteln etwas vom entspannten Lebensgefühl der dörflichen Gemeinschaften. Von Yoga-Sessions in taufrischem Gras über Konzerte in alten Mühlen oder romantischen Remisen bis hin zu Filzkursen für Kinder gibt es ein abwechslungsreiches Programm für viele Altersstufen und viele verschiedenen Interessen. Animierend sind die Wild- und Heilkräuterführungen der Kommune Güstritz mit anschließender Zubereitung von Salat oder Sonstigem. Tipp: Nehmen Sie Ihr Fahrrad mit und radeln Sie auf ruhigen Wegen von einem Kulturpunkt zum nächsten. Das genaue Programm finden Sie hier.

Biber und Baumpilz auf der Spur

Kann ich Brennnesseln pflücken, ohne mir die Finger zu verbrennen? Wie sehen denn Spuren vom Biber aus? Warum wachsen an Bäumen so merkwürdige gelbe Krausköpfe? Wer auf Spaziergängen genau hinschaut, wird viel entdecken, was er sich nicht erklären kann. Naturführer und Umweltpädagogen aber können es. Und Touren mit ihnen werden vom Watt bis zu urwaldähnlichen Wäldern angeboten. Beispiel www.naturpark-spessart.de. Dort lässt sich das Leben in Wiesen mit Orchideen und Grashüpfern beobachten. Oder vom Biber angeknabberte Baumstämme untersuchen.

Ganz still gleiten die Boote auf der Altmühl entlang: Enten und Frösche lassen sich nicht stören. Dies ist nur eine Möglichkeit, die Sie unter www.tournatur.bayern.de finden. In der Eifel lernen Spaziergänger zu unterscheiden, ob ein Tannenzapfen von einem Mäuschen oder einem Eichhörnchen abgenagt wurde: www.natur-ver-fuehrungen.de Was so alles in Salzwiesen, Sanddünen und im Schlick los ist und wer da wohnt: Unter www.schutzstation-wattenmeer.de gibt es das volle Meeres- und Strandprogramm für Naturfreunde.

Ins Blütenmeer eintauchen

Wenn die Rosen blühen und ihren honigsüßen Duft verströmen, ist Hochzeit auf den deutschen Gartenschauen. Dieses Jahr finden sie in Bayreuth / Bayern, Eutin / Schleswig-Holstein und Öhringen / Baden-Württemberg statt (ab Ende April bis Oktober). Aber auch vor und nach der Rosenfülle sind Spaziergänge dort ein Erlebnis für alle, die Blüten lieben.

In Eutin und Öhringen spielt Wasser eine große Rolle. Einmal am Eutiner See und zum anderen ist das Flüsschen Ohrn in Öhringen renaturiert worden und schlängelt sich wie früher durch die Landschaft. Praktisch: Die Gartenschauen zeigen auch Gemüse- und Kräuterbeete, von denen frisch gepflückte Früchte gleich auf dem Teller landen und genossen werden können. Veranstaltungen und Infos finden Sie hier.

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