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Folsäure

Schon bei Kinderwunsch einnehmen

Stand: 29.06.2019 (29.06.2019)

Für werdende Mütter verdoppelt sich der Bedarf an diesem wichtigen Vitamin. Dabei sind viele Frauen schon vor der Schwangerschaft eher unterversorgt. Es lohnt sich deshalb, Folsäure schon bei Kinderwunsch einzunehmen.

Warum empfehlen auch Ärzte werdenden Müttern Folsäure zusätzlich einzunehmen?

Nur über die Ernährung ausreichend Folsäure, die auch als Schwangeren-Vitamin bezeichnet wird, zu sich zu nehmen ist schwierig. Die Schutzwirkung für den Embryo dagegen ist enorm und eine ausreichende Versorgung lebensnotwendig für den Fötus. Denn dieser Mikronährstoff ist vor allem für die früheste Entwicklung des Babys entscheidend. Er ist an Zellbildung und Zellschutz beteiligt und mitverantwortlich für die erste Entwicklungsstufe des zentralen Nervensystems und damit für das Gehirn und Rückenmark.

Mit der Schließung des sogenannten Neuralrohrs in den ersten vier Wochen ist die Entwicklungsstufe abgeschlossen. In dieser Phase kann das Risiko für Missbildungen wie beispielsweise ein offener Rücken durch die Einnahme von Folsäure um bis zu 70 Prozent gesenkt werden. Das ist etwas ganz Besonderes, denn für keinen anderen Nährstoff ist ein derart eindeutiger Schutz bekannt. Ein Mangel an Folsäure erhöht zudem das Risiko für Früh- und Fehlgeburten.

Wofür braucht der Körper außerdem Folsäure?

Das Vitamin ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt, darunter auch an der Synthese vom DNS-Baustein in den Zellen. Also spielt es eine wichtige Rolle bei fast allen Wachstumsprozessen im Organismus.

Warum sollte man Folsäure-Präparate möglichst schon vor der Schwangerschaft einnehmen?

Es braucht etwas Zeit, bis der Körper ausreichend Folsäure angereichert hat. Mit einem Präparat ist es am einfachsten sicherzustellen, dass das Baby vom ersten Moment an ausreichend versorgt ist. Allerdings baut der Körper Folsäure schon nach ein paar Wochen ab. Es ist also wichtig, regelmäßig Folsäure zu sich zu nehmen. Der Bedarf verdoppelt sich während der Schwangerschaft. Auch für Väter mit Kinderwunsch lohnt sich die Einnahme von Folsäure, denn es verbessert nachweislich die Spermienqualität.

Gibt es einen Unterschied zwischen Folat und Folsäure?

Ja! Folat bezeichnet die natürlich vorkommenden Folsäure-Verbindungen aus der B-Gruppe, etwa in Blattsalaten. Da Folsäure in den 1940er Jahren erstmalig aus Spinat isoliert wurde, benannten die Wissenschaftler sie nach dem griechischen Folium oder Blatt. Folsäure ist also das synthetisch hergestellte Vitamin, von der Wirkung her gilt es als identisch. Natürliches Folat ist ein sehr hitze- und lichtempfindliches Vitamin, deshalb wird Folsäure empfohlen.

Lebensmittel mit viel Folat

Algen sind Spitzenreiter
Braunalgen enthalten mit 832 Mikrogramm pro 100 g sehr viel Folat. Alle Algen bieten besonders viel von dem Vitamin.

Hülsenfrüchte genießen
Ganz weit vorn liegen Hülsenfrüchte, etwa Kichererbsen, die pro 100 Gramm satte 340 Mikrogramm enthalten; auch Sojabohnen (250 Mikrogramm), weiße Bohnen (200 Mikrogramm) und Erdnüsse, die zu den Hülsenfrüchten zählen, liefern 240 Mikrogramm.

Grün ist Trumpf
Grünkohl punktet mit 190 Mikrogramm und Erbsen mit 159. Spinat ist zwar kein guter Eisenlieferant, aber beinhaltet mit 145 Mikrogramm viel Folat. Ähnlich viel enthalten alle Salatsorten, Brokkoli und Rosenkohl.

Getreide und Pseudogetreide
Weizenkeime sind mit 520 Mikrogramm Folat auf 100 Gramm ein echtes Superfood. Ebenso ist Quinoa ein vitamin- und mineralstoffreiches Lebensmittel. Die kleinen Körner enthalten auch viel Folat: auf 100 Gramm kommen 184 Mikrogramm.

Kirschen essen
Beim Obst liegen Sauerkirschen mit 75 Mikrogramm pro 100 Gramm vorn, gefolgt von Süßkirschen mit 52 Mikrogramm, zwischen 40 und 30 liegen Erdbeeren, Weintrauben, Brombeeren und Heidelbeeren. Die Werte sind nicht so hoch, aber dafür werden die Früchte roh verzehrt und der Vitaminverlust ist nicht so groß.

Wie erkenne ich, ob ich einen Folsäure-Mangel habe?

Nicht nur für Schwangere ist Folsäure wichtig, denn das Vitamin ist etwa an der Blutbildung und dem Gewebeaufbau beteiligt. Typische Symptome sind Müdigkeit, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen. Da Folat über die Darmschleimhaut aufgenommen wird, sind Magen- und Darmprobleme sowohl Symptom wie auch Ursache. Typisch für eine Unterversorgung sind auch Entzündungen in der Mundschleimhaut. Langfristig führt ein chronischer Folsäure-Mangel zu einer Erhöhung des Homocysteinspiegels, der sich laut Studien schädigend auf die Gefäße auswirkt. Die Folge können Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Über eine Blutuntersuchung lässt sich ein Folsäure-Mangel feststellen.

Wie häufig ist denn ein Mangel?

Sehr häufig – man geht davon aus, dass von fünf Personen vier einen Folsäure-Mangel haben. Experten diskutieren deshalb immer wieder, ob es sinnvoll sein kann, Grundnahrungsmittel wie Mehl mit Folsäure anzureichern. Doch es ist grundsätzlich möglich, sich über frisches Gemüse, am besten Rohkost, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte gut mit dem wichtigen Vitamin zu versorgen.

Warum ist eine Versorgung mit Folsäure auch nach der Geburt wichtig?

Da Folsäure nicht vom Körper selbst gebildet werden kann, gelangt sie ausschließlich über die Ernährung in den Organismus. Nach der Geburt also im besten Fall über die Muttermilch. Durch das Stillen kommt das Vitamin in den Blutkreislauf des Kindes und sorgt für eine gesunde Entwicklung. Etwa 600 Mikrogramm sollten Stillende deshalb täglich zu sich nehmen.

Das sagt die Expertin

„Erst im Februar dieses Jahres wurden die Zufuhrempfehlungen von Folsäure der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) aktualisiert (D-A-CH Referenzwerte). Das bedeutet, dass nun auch die Fachgesellschaften die Relevanz des Vitamins unterstreichen wollen: Gerade in der Schwangerschaft und vor allem bei Kinderwunsch oder im entsprechenden Alter sollte zusätzlich Folsäure supplementiert werden. Die DGE empfiehlt Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten sowie schwangeren Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel, neben dem Eintrag aus einer ausgewogenen Ernährung eine zusätzliche Einnahme von 400 μg synthetischer Folsäure pro Tag.

Die Bioverfügbarkeit von isolierter Folsäure ist übrigens doppelt so hoch wie die aus natürlichen Quellen. Die Folsäure liegt hier in der direkt verwertbaren Form vor und muss nicht erst vom Körper umgewandelt werden, sodass von einer Bioverfügbarkeit von nahezu 100 Prozent gesprochen werden kann. Hervorragend eignen sich auch Produkte, bei denen das Vitamin mit Eisen – dem wichtigen Schwangerschafts Mineralstoff – kombiniert werden, wie zum Beispiel in den Floradix Eisen Folsäure Dragees von Salus. Auf eine ausreichende Versorgung mit Eisen sollte auch schon vor und vor allem während der gesamten Schwangerschaft geachtet werden.“

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SALUS Floradix® Eisen-Folsäure- Dragees

Versorgt während Schwangerschaft und Stillzeit mit den so wichtigen Mineralstoffen Eisen und Folsäure.

Dr. Wolz: B-Komplex + Biotin + Folsäure, Hefetabletten

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