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Wohlfühlen trotz Reizdarm-Syndrom

Darm-Gesundheit

Stand: 08.07.2016

Wenn die Verdauung Beschwerden macht, schränkt das die Lebensqualität enorm ein. Was kann man tun, wenn es sich um ein Reizdarm-Syndrom handelt?

In Deutschland leiden etwa 14 bis 22 Prozent der Bevölkerung an einem Reizdarm-Syndrom, kurz RDS. Frauen häufiger als Männer. Auch wenn das Reizdarm-Symptom keine lebensbedrohliche Krankheit ist – die Medizin nimmt unklare Verdauungsbeschwerden ernst. Unklar deshalb, weil bisher die Krankheit diagnostisch nicht eindeutig zu fassen ist.

Deshalb hilft bei der Diagnose des Reizdarm-Syndroms nur eine Ausschluss-Diagnose. Dabei durchlaufen die Patienten verschiedene Untersuchungen, die Ursachen wie Allergien und Unverträglichkeiten ausschließen sollen. Die gute Nachricht: Sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche Maßnahmen können die unangenehmen Symptome mildern.

Mögliche Symptome bei einem Reizdarm-Syndrom

Ein wichtiges Kennzeichen eines Reizdarm-Syndroms ist, dass die Beschwerden nach dem Stuhlgang nachlassen und nachts nicht auftreten. Hier die gängigsten Anzeichen:

  • Schmerzen im Unterbauch
  • Blähungen
  • Durchfall oder Verstopfung, teilweise im Wechsel
  • Völlegefühl nach den Mahlzeiten
  • Übelkeit, Erbrechen und Aufstoßen
  • Kopfschmerzen, Müdigkeit, Ängste, Depressionen oder Herzbeschwerden

Auslöser für das Reizdarm-Syndrom

Aus Angst vor Beschwerden schränken viele Betroffene sich beim Essen unnötig ein. Dabei sind Lebensmittel nach neuesten Forschungsergebnissen nicht die eigentlichen Auslöser.

Wissenschaftler um den Humanbiologen Prof. Dr. Michael Schemann an der TU München fanden heraus, dass kleinste Entzündungen in der Darmschleimhaut für das Reizdarm-Syndrom verantwortlich sein können.

Die Folge: Bestimmte Zellen, die sogenannten Mastzellen, setzen mehr Botenstoffe frei als gewöhnlich. Solche Botenstoffe wie Serotonin und Histamin aktivieren Nervenzellen im Darm, die wiederum verstärkt Signale an das Gehirn senden, und das registriert sie als Schmerz.

Medikamente gegen das Reizdarm-Syndrom

Die Einnahme von Antihistaminika, wie zur Behandlung von Asthma oder Heuschnupfen, zeigt bereits erste Erfolge. In anderen Studien setzt man leichte Antidepressiva ein. Das führt ebenfalls zu einer Schmerzlinderung. Hintergrund: Bei einem Reizdarm-Syndrom sind die gleichen Botenstoffe beteiligt wie bei Depressionen. Darum können auch die gleichen Medikamente helfen.

Mit natürlichen Hilfsmitteln gegen das Reizdarm-Syndrom:

Statt gleich schwere Geschütze aufzufahren, gibt es auch natürliche Wirkstoffe, die gegen die Beschwerden des Reizdarm-Syndroms helfen.

  • Naturarznei- oder Nahrungsergänzungsmittel
  • Spezielle probiotische Bakterienstämme schützen die entzündete Darmschleimhaut
  • Prebiotische Produkte wie Inulin, rechtsdrehende Milchsäure und Kräuterauszüge fördern die natürliche Darmflora
  • Kurcumin aus dem Kurcumawurzelstock. Besonders gut eignen sich Präparate, die sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung, Blähungen und Krämpfen wirksam sind: etwa die Papaya-Zubereitung „Caricol”

Das hilft bei Reizdarm-Syndrom mit Verstopfung:

  • Vor allem viel trinken! Kräuter- und Früchtetees, verdünnte Obstsäfte oder stilles Mineralwasser
  • Essen Sie Ballaststoffe aus Gemüse. Diese füllen den Darm und wirken verdauungsfördernd. Unser Tipp: Rühren Sie Lein- oder Flohsamen in Joghurt ein
  • Eingeweichte Trockenpflaumen und Haferkleie bringen ebenfalls die Verdauung in Schwung

Das hilft bei Reizdarm-Syndrom mit Durchfall: 

  • Auch hier gilt es, ausreichend zu trinken, um verlorengegangene Flüssigkeit und Mineralstoffe zu ersetzen. Unser Tipp: schwarzer Tee
  • Pfefferminz-, Schafgarben- oder Melissentee wirken außerdem entspannend und entkrampfend
  • Naschen Sie getrocknete Heidelbeeren: Sie lassen sich auch zwischendurch essen oder als Tee zubereiten
  • Äpfel und gekochte, pürierte Möhren liefern Quellstoffe wie Pektin. Das hilft beim Aufsaugen von Flüssigkeit im Darm
  • Lein- oder Flohsamen, mit wenig Wasser eingenommen, quellen mit der im Darm vorhandenen überschüssigen Flüssigkeit auf und verfestigen den Stuhl
  • Ebenso lohnenswert: weniger Milchzucker, Fruchtzucker und Sorbit im Essen

Das hilft bei Reizdarm-Syndrom mit Blähungen und Bauchkrämpfen:

  • Ernähren Sie sich nach dem „low carb”-Konzept. Das heißt: weniger Kohlenhydrate, dafür mehr fett- und eiweißhaltige Lebensmittel. Das führt zu einer geringeren Gasbildung im oberen Abschnitt des Dünndarms. Dadurch bleibt die Muskulatur entspannt, und Blähungen treten seltener auf.
  • Essen Sie ballaststoffreich. Unser Tipp: feine Hafer- oder Hirseflocken
  • Heilerde oder Kieselsäure-Gel, wie „Silicea Magen-Darm Gel”, helfen Blähungen zu vermindern
  • Trinken Sie entspannende Arzneitees mit Kamille, Melisse und dem Trio Anis-Fenchel-Kümmel
  • Leichte Massagen mit Kümmelöl wirken wohltuend und vertreiben Blähungen. Und so geht’s: Zwei bis fünf Tropfen ätherisches Kümmelöl mit einem Basisöl (z. B. Mandel- oder Jojoba-Öl) mischen und im Uhrzeigersinn fünf bis zehn Minuten lang auf dem Bauch verstreichen

Mehr zum Thema finden Sie in den Ratgebern „Gesunder Darm” (PDF-Download)

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