Nicht nur bei Arthrose - Sport ist gut für die Gelenke

Wieder schmerzfrei bewegen

Was gegen Gelenkverschleiß wirklich hilft

Stand: 31.08.2020 (31.08.2020)

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Arthrose schränkt die Bewegungsfreiheit ein und belastet durch Entzündungsprozesse den ganzen Körper. Was gegen den Gelenkverschleiß wirklich hilft.

Arthrose - eines der häufigsten Gesundheitsprobleme der westlichen Welt

Mal eben die Vase auf den Schrank stellen, in die Hocke gehen, um mit dem Kind auf Augenhöhe zu sprechen oder ein schneller Gang durch die Einkaufsstraße – das war doch gestern alles noch möglich. Doch dann spürt man plötzlich die Bewegungen, die Gelenke scheinen wie blockiert, es schmerzt. Manchmal zieht sich der Prozess über Jahre hin, und es tut nur gelegentlich weh. Das Alter, denkt man. Muss man wohl hinnehmen.

Arthrose ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme in der westlichen Welt.

Der natürliche Stoßdämpfer an den Gelenken, der Knorpel, nutzt sich ab, die Belastung wird nicht mehr gleichmäßig auf die Knochen verteilt. Davon können alle Gelenke und der Rücken betroffen sein. Eine typische Reaktion auf den Schmerz ist, sich zu schonen. Leider ist das in diesem Fall eine ganz ungünstige Verhaltensweise. Es kommt zu weiteren Fehlbelastungen und Entzündungen. Schließlich sind alle Gelenkbestandteile wie Bänder, Kapseln, Gelenkinnenhaut und die Faszien im Bindegewebe betroffen.

Vieles begünstigt Arthrose: Leistungssport in jungen Jahren, harte, einseitige körperliche Arbeit, Verletzungen, Bewegungsmangel, Übergewicht, bei Kniearthrose häufig auch Fehlstellungen der Beine, Autoimmunkrankheiten wie Schuppenflechte und ein instabiles Immunsystem. Sicherlich sind die Abnutzungserscheinungen in den Gelenken auch ein natürlicher Prozess, und tatsächlich ist jede/r zweite über 65 Jahren davon betroffen. Doch das bedeutet nicht, dass sie harmlos sind. Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus: „Nach heutigem Wissen ist Arthrose keine reine Abnutzungserscheinung, sondern wird fast immer auch von einer leichten Entzündung begleitet.“

Wer rechtzeitig gegensteuert, kann die massiven Einbußen in der Lebensqualität aufhalten. Und nein, man muss die Schmerzen nicht hinnehmen. Diese Strategien helfen, um wieder geschmeidig durch den Alltag zu kommen:

Das Leben erleichtern

Wer Übergewicht und Arthrose hat, erschwert sich im wahrsten Sinne des Wortes das Leben. Doch wie schafft man es, die überflüssigen Kilos loszuwerden? Als eine gut im Alltag anzuwendende Methode hat sich Intervallfasten, also das 14–16-stündige oder tageweise Verzichten auf Nahrung, herausgestellt. Gerade bei chronischen Schmerzen empfiehlt der Chefarzt des Immanuel-Krankenhauses in Berlin auch Heilfasten. Die Entzündungswerte verbessern sich und viele Patienten berichten, dass sie durch die Kur ihre Ernährungsgewohnheiten auch danach umgestellt haben. Doch worauf kommt es dabei an?

„Empfehlenswert ist eine pflanzenbasierte, vegetarische Ernährung“, so Prof. Michalsen. So vermeidet man die Zufuhr von der entzündungsfördernden Arachidonsäure, einer ungesättigten Fettsäure, die in Fleisch, Fisch und Eiern vorkommt.

Vitamin D für den Knochenaufbau

Eine wichtige Rolle für den Knochenaufbau spielt Vitamin D. Das produziert der Körper selbst, wenn wir genug Sonnenlicht bekommen. Studien zeigen allerdings, dass wir im Winterhalbjahr in der Regel viel zu wenig selber bilden. Auch in Lebensmitteln kommt Vitamin D vor, allerdings nur in geringen Mengen. Ein Check beim Arzt kann eine Mangelerscheinung aufdecken.

Darüber hinaus ist auch eine gute Versorgung mit den Vitaminen B und C wichtig. Als Gewürz kommt Kurkuma eine besondere Rolle zu, denn Studien zeigen, dass Extrakte aus der Gelbwurzel, Schmerzen lindern und die Mobilität verbessern können.

Auch für Facharzt Peter Emmrich liegt der Schlüssel für gesunde Gelenke in der richtigen Ernährung. „Wichtig sind knorpelschützende Zusatzstoffe, die das Knorpelgewebe nähren und die Gelenkflüssigkeit geschmeidig halten“, so Emmrich. Gute Erfahrungen hat er in seiner Praxis mit Regulat-Essenzen von Dr. Niedermaier gemacht. „Darin findet man einen geballten Wirkstoffkomplex, gelöst in einem einzigartigen Pflanzen- und Enzymaufschluss, der wie ein Nährstofftaxi wirkt.“

Die Zutaten in „Rechtsregulat Bio“ sind frische Früchte, Nüsse und Gemüse aus ökologischem Anbau. „Das Geheimnis liegt in dem speziellen Aufschlussverfahren der mehrstufigen Kaskadenfermentation, bei dem die wertvollen Inhaltsstoffe und einzelnen Bestandteile feinmolekular aufgeschlossen werden.“

So läuft es wie geschmiert

Unterstützt wird die Umstellung auf eine gesunde Ernährung mit Sport und viel Bewegung. Damit diese dauerhaft zur Gewohnheit wird, empfiehlt Prof. Andreas Michalsen: „Die beste Methode ist, möglichst viel Bewegung in den Alltag einzubauen. Da habe auch ich mich schwer getan, bis ich meine Einstellung ganz bewusst geändert habe. Wenn ich beispielsweise keinen Parkplatz finde und 1–2 Kilometer weiter weg parken muss. Dann ärgere ich mich nicht mehr, sondern freue mich, dass ich den Weg zu Fuß zurücklegen kann.“ 

Doch was tun, wenn gerade ein akuter Entzündungsschub alle guten Vorsätze zunichte macht oder zum Krankheitsbild dazu gehört wie bei der Autoimmunkrankheit Rheuma?

Kälte- und Hitzereize helfen

Neben den schulmedizinischen medikamentösen Interventionen hat auch die Naturheilkunde etwas zu bieten: Neben dem Heilfasten, sind bei allen entzündlichen Prozessen Kälte- oder auch Hitzereize eine wirkungsvolle Therapie. In der Immanuel-Klinik von Prof. Michalsen wird eine systemische Kältetherapie mit einer Art Kältesauna angewendet. „Im Prinzip ist das eine Fortentwicklung der Kneipptherapie mit kalten Güssen. Nur viel extremer.“ Bei minus 110 Grad wird der Körper für 2–3 Minuten maximal stimuliert. Viele Patienten sind danach noch für Stunden schmerzfrei und man kann physiotherapeutische Übungen überhaupt erst möglich machen.

Solche Kälteanwendungen haben auch noch einen anderen Effekt, so Prof. Michalsen: „Ich beobachte immer wieder, dass die Kälteanwendung gute Stimmung macht, fast wie ein Antidepressivum.“ Bei akuten Schmerzen hat Prof. Michalsen noch einen Tipp aus der Naturheilkunde, den jeder auch zu Hause anwenden kann, den Kohlwickel: „Dafür Kohlblätter durchwalken, damit die Säfte herauskommen, dann über Nacht das schmerzende Gelenk damit einwickeln.“

Unsere Experten

Prof. Andreas Michalsen

Chefarzt Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Naturheilkunde der Charité Universitätsmedizin Berlin

Prof. Dr. Ingo Froböse,

Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln, Leiter des Zentrums für Gesundheit.

Arthrose - und jetzt?

Richtig dosiert macht Sport Gelenke belastbar. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag "Arthrose - und jetzt?"  mit hilfreichen Tipps von Prof. Ingo Froböse, die Gelenke beweglich erhalten.

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