Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Idyllischer Blick in grünen Wald

Wellness aus dem Wald

Mit der Kraft der Nadelhölzer

Stand: 18.05.2020

In duftenden Nadelbaumölen stecken Hunderte wertvoller Essenzen, die unsere Immunabwehr stärken, Beschwerden lindern und gute Laune schenken – ein kleiner Überblick.

Kürzlich machte der Begriff „Wood Wide Web“ die Runde – nein, kein Schreibfehler, Sie haben richtig gelesen. Mit Wood Wide Web bezeichnen Naturwissenschaftler die Kommunikation von Bäumen untereinander. Spätestens seit dem Bestseller von Peter Wohlleben „Die geheime Sprache der Bäume“ wissen wir, dass Bäume miteinander reden – erstens über ihr verzweigtes Wurzelwerk mittels chemischer und elektrischer Impulse, zweitens durch das Aussenden von Duftstoffen. Hierbei handelt es sich um ätherische Öle, mittels derer Bäume Schädlinge, Keime, Hitze, Pilze und Krankheiten abwehren können. Die ätherischen Öle sind also das Immunsystem der Bäume. An die 500 Inhaltsstoffe können sich darin befinden – das ist zweifellos hocheffektive, pralle Pflanzenpower.

Von Fichte bis Zypresse – was wogegen hilft

Nadelbäume wachsen fast überall auf der Welt in beinah allen Klimazonen. Aus nahezu jeder Gattung lässt sich ein Öl gewinnen, das sich bei bestimmten Beschwerden oder Krankheiten bewährt hat.

Hier die wichtigsten:

  • Klassische Helfer gegen Erkältung und für freie Atemwege sind Öle von Eukalyptus und Kiefer, Douglasfichte und Weißtanne. Bei Schnupfen und Heuschnupfen hat sich Zypresse bewährt, ebenso bei Husten und Krampfhusten. Achtung: Nicht für Kinder! Zypresse wirkt einer Bindegewebsschwäche entgegen.
  • Ein populäres Mittel gegen Gelenkschmerzen ist das Öl der Latschenkiefer. Krampflösend wirken hier zudem die Öle der Riesentanne. Für seine schmerzlösende Wirkung bei Rheuma ist vor allem der Wacholderstrauch bekannt, der zu den Zypressengewächsen zählt. Ätherische Öle gewinnt man auch gern aus den Früchten, den Wacholderbeeren. Sie aktivieren unseren Stoffwechsel und fördern eine gesunde Verdauung.
  • Bei stressbedingter Unruhe und Schlafstörungen sind die Zirbelkiefer und die von Korsika stammende Lariciokiefer mit einem besonders angenehmen Einzelduft natürliche Helfer.
  • Bei Angst und depressiven Verstimmungen greift man in der Aromatherapie gern zu den Ölen von Sibirischer Tanne, Douglasfichte und Latschenkiefer.

Wie in Japan finden auch bei uns Ätherische Öle zunehmend in Hospizen bei der sanften Sterbe-Begleitung oder in Senioren-Einrichtungen Verwendung. Da die Düfte das Limbische System und damit das Gedächtnis ansprechen, kommen sie dort auch den Demenzkranken zugute Auch in Reha-Zentren und Krankenhäusern setzt man die Walddüfte ein, bevorzugt als Duftmischung. In der Regel bestehen diese aus drei bis fünf Zutaten, die dann über eine Duftlampe oder ein Raumspray in der Luft verteilt werden. Das riecht gut und vertreibt nebenbei idealerweise auch die gefürchteten Krankenhauskeime.

Eine andere Methode ist die Aufnahme über die Haut – als Massage, Einreibung, Waschung oder Kompresse. Auch beim Inhalieren, beim Baden in der Wanne oder als Saunaaufguss sind die Öle beliebt. Das Schöne ist, dass Körper und Seele immer gleichermaßen angesprochen werden. Umgibt uns ein frischer Waldduft, kommen unsere Pheromone nämlich wie von selbst ins Kullern. Und einfacher und bequemer ist so ein kleines, aber feines Glückserlebnis nirgendwo zu bekommen.

Das Geheimnis der Terpene

Ah, wie gut sie uns tut, die frische Waldluft! Schon unsere Vorfahren und Urahnen nutzten den Wald zur Erholung. Die dank der vielen Bäume von Kohlen- und Stickoxiden gereinigte, mit Sauerstoff gesättigte Luft lässt uns aufatmen und tiefer einatmen. Das bewirken eben jene ätherischen Öle mit den sogenannten Terpenen, den kleinsten aller Duftmoleküle. Öle der heimischen Nadelbäume wie Fichte, Kiefer, Tanne enthalten eine hohe Konzentration an sogenannten Monoterpenen und deren Verbindungen. Die Düfte wirken auf uns Menschen vitalisierend, stärkend, verflüchtigen sich aber auch relativ schnell in der Luft. Die südländischen bzw. orientalischen Kieferngewächse wie zum Beispiel Zedern enthalten hingegen vor allem Sesquiterpene, die eher beruhigen, gleichfalls stärken und sich länger in der Atmosphäre halten.

Ganz allgemein gesagt, bilden Terpene und unterschiedlichste Terpenverbindungen insgesamt die Duftstoffe des Waldes. Sie prägen die unverwechselbare frische Waldluft und können dabei auf uns Menschen auf medizinisch-therapeutische Weise Einfluss nehmen. Sie wirken unter anderem antibakteriell und entzündungshemmend, schleimlösend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd, auf der mentalen Ebene fördern sie die Konzentration und heben die Stimmung.

Wir nehmen die Terpene über unsere Haut, die Atmung und den Geruchssinn auf, von dort werden sie ohne Umweg direkt an das limbische System im Gehirn weitergeleitet. Dieses ist für unsere Gefühle zuständig und hat alle in unserem Leben gemachten Erfahrungen nebst begleitenden Düften und Gefühlen gespeichert, im positiven Fall Freude und Wohlgefühl. Riechen wir ein Aroma, das wir aus der Kindheit kennen und mögen – beispielsweise Orange, Zimt oder Vanille zum Beispiel aus der Adventszeit –, wird die Erinnerung an die dazu gehörigen Gefühle geweckt. Prompt schüttet unser Körper angenehme Botenstoffe aus und wir fühlen uns auf einmal so unbeschwert und beglückt wie damals als Kind.

Einfach selber machen: Dufte Mischungen

Bade-Zusatz zum Relaxen:

  • 2 Tropfen Zeder
  • 3 Tropfen Lavendel
  • 4 Tropfen Orange in 2 EL Milch oder Sahne

Duftmischung Stressfrei für die Duftlampe:

  • 3 Tropfen Lärche
  • 3 Tropfen Zirbelkiefer
  • 6 Tropfen Limette

Körperöl gegen Gelenkschmerzen:

  • 30 ml Johanniskraut
  • 12 Tropfen Latschenkiefer
  • 5 Tropfen Cajeput
  • 3 Tropfen Lavandin
  • 2 Tropfen Zeder

Trend aus Japan: Waldbaden

Für die meisten von uns ist ein Spaziergang im Wald mit solchen positiven Erinnerungen gekoppelt. Hier konnten wir seit jeher abschalten von Stress und Hektik; die Düfte, die Ruhe, das Rascheln der Blätter im Wind, das Grün der Pflanzen tragen dazu bei. Kein Wunder also, dass das „Waldbaden“ sehr angesagt ist. Die Methode stammt aus Japan: „Shinrin Yoku“ wurde dort schon 1982 als staatliches Gesundheitsprogramm eingeführt. Beim Waldbaden geht es darum, die Natur des Waldes intensiv und bewusst mit allen Sinnen zu erleben. An der Nippon Medical School in Tokio, Fachrichtung Waldmedizin, fand man in Studien heraus, dass ein Aufenthalt im Wald die Stresshormone Cortisol und Adrenalin senkt, die Immunkräfte stärkt und sogar drei wichtige Anti-Krebs-Proteine vermehrt produziert.

Sollten wir also alle in den Wald umziehen? Schwer vorstellbar und natürlich nicht machbar. Die gute Nachricht ist daher, dass wir die Heilkraft der Nadelbaum-Öle zu Hause nutzen können. Die seit Jahrhunderten angewandte Aromatherapie bringt die gesunden Duftmoleküle von Fichte, Kiefer, Eukalyptus und Co. in unser Bad, unsere Sauna und unsere Wohnung.

Wie die Öle gewonnen werden

Ätherische Öle werden durch ein spezielles Wasserdampf-Destillationsverfahren gewonnen. Da sie in den Ästen, Zweigen, Nadeln und Blättern der Bäume stecken, muss zum Glück kein einziger Baum extra gefällt werden. Es genügt, das bereits vorhandene Pflanzenmaterial zu verwenden, das bei normalem Baumschnitt und bei Ausholzungen im Wald anfällt, wenn zum Beispiel Schäden nach einem Sturm beseitigt werden müssen. Für die Erzeugung der ätherischen Öle werden die Zweige, Äste und Nadeln zerkleinert, gehäckselt und dann in die Destille getan. Durch die Hitze des Dampfes brechen die Öldrüsen auf, es entsteht einerseits kondensiertes Wasser, auf der anderen Seite das reine Öl. Um einen Liter ätherisches Öl zu gewinnen, braucht man etwa tausend Kilo Pflanzenmaterial.

Zum Weiterlesen:

Vivian Keller, Julia Merbele, Alisa Leube: So duftet Glück. Natürlich durchs Leben mit ätherischen Ölen, KnaurMens-Sana, 19,99 Euro

Tipp

Eine große Auswahl sortenreiner Öle aus biologischem Anbau, dazu Aromamischungen für unterschiedlichste Wünsche und Bedürfnisse gibt es im Reformhaus® von Bergland oder Primavera®

Waldbaden für zu Hause:

Der Wald gilt als Kraftquelle für unsere Gesundheit, denn die wohltuende Wirkung ätherischer Baumöle wirkt sich ganzheitlich auf Körper und Seele aus. Das neue Aroma-Set „Die duftende Waldkraft“ von PRIMAVERA vereint die drei beliebtesten naturreinen ätherischen Baumöle: Fichtennadeln sibirisch, Zeder bio und Zirbelkiefer bio bringen den Wald im Nu in unsere Wohnung.

Empfehlen über:

Weiterscrollen, um zum nächsten Artikel zu gelangen