Mittelalte, blonde Frau lächelt

Was mich in den Wechseljahren stark macht

Natürlich in Balance

Stand: 24.04.2020

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Im Alter zwischen 40 und 50 geht im weiblichen Körper der Vorrat an Eizellen zur Neige. Die Eierstöcke hören auf, regelmäßig ein Ei reifen zu lassen. Damit sinkt auch die Hormonproduktion. Ein ganz normaler Vorgang, der die meisten Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren trifft. Viele Frauen merken wenig davon, aber einige leiden unter heftigen körperlichen und seelischen Beschwerden. Sanfte Hilfen und Hausmittel für Frauen – nicht nur in den Wechseljahren!

Die Hormone sind im freien Fall? Psyche und Körper spielen verrückt? Warum der neue Trend Seed-Cycling eine empfehlenswerte Methode bei Wechseljahresbeschwerden ist

Wechseljahre sind keine Krankheit und manche Frau bemerkt wenig von dieser Umstellungsphase. Doch wer am Tag mit Herzjagen, Schwindel sowie Schweißausbrüchen zu kämpfen hat und in den Nächten kaum zur Ruhe kommt, braucht dringend Linderung. Das können Natur- und Hausmittel (siehe Tipps von Dr. Franziska Rubin) sein, eine Ernährungsumstellung und Seelenstärkung. Eine einfache und günstige Methode, sich den Speiseplan gesund zu erweitern und gleichzeitig Beschwerden zu lindern, ist das Seed-Cycling. Der Einfluss von bestimmten Saaten auf den Hormonzyklus wird nicht nur von vielen Naturheilanhängern (wieder)entdeckt, sondern ist auch in den Fokus der Wissenschaft gerückt ist.

Seed- Cycling – mit Saaten den Zyklus nachahmen Samen und Kerne beinhalten eine Reihe

Samen und Kerne beinhalten eine Reihe von Wirkstoffen, die den Hormonstoffwechsel beeinflussen. Intelligent angewendet, kann man damit den natürlichen weiblichen Zyklus vor den Wechseljahren nachahmen und so die Beschwerden lindern. Das Gute ist, dass, anders als bei der Hormonersatztherapie, diese Bestandteile nur moderierend, also ausgleichend eingreifen, sodass die entscheidenden Botenstoffe wieder in die Balance kommen. So werden vor allem zwei Stadien berücksichtigt, die den Zyklus mit Regelblutung ausmachen, die Follikel- und Lutealphase. Zusammen umfassen sie 28 Tage. Im ersten Monatszyklus, der sogenannten Follikelphase, wurde vor den Wechseljahren vor allem viel Östrogen gebildet. In der zweiten Zyklusphase, ab dem 15. Tag, produzierte der Körper Progesteron, um die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.

Studien aus den Niederlanden, Iran, Kanada und England zeigten, dass insbesondere Leinsamen zu einem verbesserten Hormonstoffwechsel führte und Nebenwirkungen wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen verbesserte. Sesam- und Leinsamen weisen besonders hohe Konzentrationen an Lignanen auf, einem Phytohormon, also einem Pflanzenbestandteil, der eine hormonähnliche Wirkung hat. Sie können je nach Dosis die Wirkung von Östrogen nachahmen oder behindern.

Auch Inhaltstoffe aus Sesamsamen, Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen sowie Zink, Selen und Vitamin E können Wechseljahresbeschwerden lindern. Die Mineralien plus Vitamin E sind ebenfalls in den Saaten reichlich vorhanden.

Ganz konkret wird empfohlen, von Tag eins bis 14 täglich einen Löffel Kürbiskerne und einen Löffel geschrotete Leinsamen zu sich zu nehmen. Von Tag 15 bis 28 täglich einen Löffel Sonnenblumenkerne und einen Löffel Sesamsamen essen. Wann starten? Da der ursprüngliche Zyklus nicht mehr nachvollziehbar ist, kann man beliebig starten, viele Frauen orientieren sich am Mondkalender. Einmal angefangen, sollte man den Rhythmus beibehalten. Seed-Cycling ist übrigens keine völlig neue Erfindung, sondern wird auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin und in der Naturheilkunde angewendet.

Phytohormone aus Soja für die Menopause

Eine ganz ähnliche Wirkweise wie Lignane in den Saaten hat pflanzliches Isoflavon. Es ist beispielsweise in Weidenkätzchen, Palmenherzen, Rharbarber-Wurzeln und Rotklee enthalten. Doch in keiner anderen Pflanze sind Isoflavone in einer so hohen Konzentration vorhanden wie in der Sojabohne. Und die Wirkung ist besonders gut untersucht. Isoflavone haben eine ähnliche Struktur wie das weibliche Sexualhormon Östradiol und können daher an Östrogenrezeptoren im Körper andocken und dort eine östrogenähnliche Wirkung erzielen. Haben sie deshalb möglicherweise auch die gleichen Risiken wie die Hormonersatz-Therapie? Zahlreiche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Phyto-Östrogene keine schädlichen Nebenwirkungen haben, aber etliche Beschwerden lindern und anderen gesundheitlichen Nutzen haben.

Wohlbefinden statt Stimmungstief

Etwa jede zehnte Frau erlebt während der Wechseljahre heftige Gefühlsturbulenzen – von Reizbarkeit über Konzentrationsstörungen bis hin zu depressiven Episoden. Selbst zuvor ausgeglichene Temperamente wundern sich über explosive Stimmungsschwankungen. Das liegt auch daran, dass die Hormonumstellung nicht immer gradlinig verläuft, Östrogene werden weniger, dann wieder mehr. Dieses Auf und Ab zeigt sich auch in der Psyche. Oft hilft schon, sich dessen bewusst zu werden, nachsichtig mit sich selbst zu sein und die Phase zu akzeptieren. Viele Frauen profitieren jetzt besonders von Achtsamkeitskursen, Yoga, Entspannungs- oder Meditationsanleitungen. Alles, was Spaß macht, sollte man sich gönnen, egal ob ein Kochevent oder eine Comedy-Show. Regelmäßige Bewegung in der freien Natur ist gerade jetzt im Frühling heilsam für Seele und Körper.

Produkte aus dem Reformhaus®

Dr. Franziska Rubin hat Humanmedizin studiert und im Bereich der Nervenheilkunde promoviert. Die beliebte Moderatorin und Fernsehärztin ist Autorin vieler Bücher zu Gesundheitsthemen.

Dr. Franziska Rubin: „Meine Tipps bei Wechseljahrsbeschwerden“

  • Versuchen Sie es mit Heilpflanzen: Es sind vor allem der sibirische Rhabarber (im Reformhaus® zum Beispiel im PRIMAVERA Frauenwohl Hitzewallungsspray), der Mönchspfeffer und andere Pflanzen gegen die Beschwerden  gewachsen.
  • Bei Hitzewallung: Kardamomsamen lutschen und kaltes Wasser mit Rosenwasser (im Reformhaus® zum Beispiel von Bergland) trinken. Außerdem hilft Akzeptanz, Fenster aufmachen, viel trinken in der Wallung und Strickjacken statt Pullis wählen, die man jederzeit ausziehen kann.
  • Für Psyche und Körper: Die ayurvedische Medizin empfiehlt Ingwer-Frauentee als Universalgetränk für die weiblichen Unterleibsorgane, für gestresste Nerven und zur Anregung des Kreislaufs. Ein daumengroßes Stück Ingwerwurzel in Stücke schneiden mit einem halben Liter Wasser aufkochen und 20 Minuten leicht köcheln lassen. Dann ein Viertel Liter Milch und eine Messerspitze Zimt zugeben und nochmals aufkochen lassen. Je nach Geschmack mit etwas Vollrohrzucker oder Honig süßen.
  • Bei Ein- und Durchschlafproblemen: Die plagen viele Frauen in dieser Zeit. Nasse Socken fördern nicht nur den Schlaf, sondern wirken allgemein beruhigend. Dafür einfach vor dem Schlafengehen ein paar dünne Baumwollsocken in kaltes Wasser tauchen, auswringen, anziehen und ein zweites Paar dickere Socken darüber und ab ins Bett. Wichtig: die Füße müssen vorher warm sein.

Viele praktische Tipps und Anleitungen für zu Hause von Dr. Franziska Rubin: „Die besten Hausmittel. Was wirklich hilft.“ Becker-Joest-Volk-Verlag, 29,95 Euro

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