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RAL Oktober Frau mit Löffel

Starke Abwehr!

Immunkraft für Herbst und Winter

Stand: 24.09.2019 (01.10.2019)

Warum Sie unbedingt auf Ihren Körper hören sollten, wie Entzündungen die Psyche beeinflussen und wie Sie jetzt vor dem Winter Ihre Immunkraft stärken – erläutert Prof. Erich Kasten, und die Abwehr-Chefinnen, Fach-Frauen aus dem Reformhaus®, verraten ihre besten Gesundheitsrezepte für ein fittes Immunsystem.

Warum erwischt es die eine Kollegin im Büro nie, während alle anderen nach und nach schniefend mit roter Nase erscheinen? Zum Teil hat es etwas damit zu tun, wie gut unser Immunsystem ausgebildet ist. Und das wird schon in der Kindheit trainiert – mit möglichst vielen bekannten Erregern, denen schon unsere Vorfahren ausgesetzt waren. Deshalb sind Landkinder, die mit Tieren aufwachsen, oft mit einem größeren Abwehr-Repertoire ausgestattet als sehr behütete Stadtkinder. Wobei eine neue Studie zeigt, dass schon ein häufiger Kontakt mit einem Hund helfen kann, das Immunsystem zu trainieren.

Diese Schulung des Immunsystems hat auch Einfluss auf die Balance der Darmflora, denn 80 Prozent der Immunzellen sitzen in der Darmschleimhaut. Um sie gesund zu erhalten und die Abwehrkräfte zu stärken, ist eine Ernährung mit vielen Faser-und Ballaststoffen etwa aus Obst und Gemüse wichtig. Als Erwachsener hingegen erhöht der Kontakt mit vielen Erregern das Risiko, krank zu werden. Großraumbüro, Fahrten mit vielen Menschen in der Bahn, dann sind Abstand halten und häufiges Händewaschen der beste Schutz. Studien belegen zudem, dass ausreichender Schlaf und viel Bewegung an der frischen Luft die Abwehrkraft stärkt. Wie das Immunsystem, schwelende Entzündungen und Stress interagieren, weiß Prof. Erich Kasten.

Prof. Erich Kasten lehrt als Professor für Neuropsychologie und Forschungsmethodik an der MSH Medical School Hamburg und forscht unter anderem auf dem Gebiet der Somatopsychologie

„Ihr Immunsystem möchte Sie beschützen“

ReformhausKurier: Ich erkälte mich, wie reagiert dann meine Abwehrkraft?
Prof. Erich Kasten: Vereinfacht ausgedrückt, Ihr Immunsystem versucht, Sie zu beschützen. Bakterien und Viren, die in Ihren Körper eindringen, wollen nicht entdeckt werden und verrichten ihre Arbeit heimlich. Das Immunsystem braucht jetzt Energie, um sie aufzuspüren und zu vertreiben. Deshalb sorgt es dafür, dass man sich schwach fühlt. Dieses Gefühl der Schlappheit wird vom Gehirn aktiv erzeugt und soll Sie dazu bringen, sich ins Bett zu legen. Dann kann Ihr Immunsystem seine Arbeit sehr viel besser erledigen, als wenn Sie durch die Gegend laufen und in Hektik geraten. Jeder Disstress ist immunsuppressiv, also unterdrückend. Von daher zwingt das typische Ich-fühle-mich-krank-Gefühl zur Bettruhe: Das ist eine biologisch sinnvolle Geschichte. Wenn Sie darauf nicht hören, klatschen die Bakterien und Viren vor Freude in die Hände. Dann können sie sich wunderbar vermehren, weil das Immunsystem nicht mehr richtig funktioniert.

Und dann wird man die Erkältung nicht richtig los?
Genau. Dann geht die Erkältung manchmal von Oktober bis März. Das ist besonders problematisch, denn dann sagt ein Teil des Immunsystems „bitte runterfahren“ und ein anderer Teil meldet, dass da aber noch Angreifer aktiv sind, bleib mal oben. Das heißt, man fühlt sich über Wochen und Monate nicht wohl, ist aber auch nicht so krank, dass man nicht zur Arbeit gehen kann. Hinzu kommt, dass man ja heute in Jobs nicht mehr fehlen kann, weil die Personaldecke zu dünn ist. Viele schleppen sich zum Arbeitsplatz, wer kann sich schon zwei Wochen richtig auskurieren? Die meisten stehen viel zu früh wieder auf. Dieses Pflichtgefühl führt dazu, dass das Immunsystem die Krankheit nicht richtig bekämpfen kann. Oft siedet die Infektion dann auf niedriger Temperatur vor sich hin und es entwickelt sich eine chronische Erkrankung.

Diese schwelenden Entzündungen wirken auch auf die Psyche?
Es gibt ganz viele Mini-Entzündungen, die man nur im Blutbild erkennen kann. Etwa, wenn die Immunglobuline erhöht sind. Und es gibt einen Zusammenhang zwischen proinflammatorischen Zytokinen, das sind Botenstoffe die das Immunsystem aktivieren und dazu führen, dass man sich müde und depressiv fühlt, und antiinflammatorischen, die es wieder herunterfahren lässt und die dann kurzfristig sogar euphorisch machen  können. Und wir wissen inzwischen, gerade chronische Entzündungen führen zu der erwähnten Schlappheit und macht zudem leicht depressiv.

Was unterscheidet Psychsomatik von Somatopsychologie?
Es gibt die psychosomatische Seite: Stress macht krank, aber es gibt auch die somatopsychische Seite, dass alle körperliche Krankheiten auch Einfluss auf die Psyche haben. Man hat bis in die 70er-Jahre hinein das Immunsystem als autonome autarke Einheit gesehen, die unabhängig vom Gehirn funktioniert. Inzwischen wissen wir, dass beide sich gegenseitig beeinflussen. Das Immunsystem wirkt auf das Gehirn und umgekehrt. Konkret bedeutet das, depressive Patienten werden leichter krank und Kranke leichter depressiv.

Wie erkennen Sie, dass es bei Ihren Patienten eine organische Ursache für die Depression gibt?
Wenn jemand ein total glückliches Leben führt und trotzdem plötzlich Depressionen bekommt und keine Energie mehr spürt, ist das das erst mal ein wichtiges Indiz. Dann schicke ich sie zum Arzt, und lasse ein großes Blutbild machen. Oft kommt dabei heraus, dass irgendwo eine körperliche Erkrankung vorliegt.

Was soll man machen, wenn man sich schon länger nicht wohlfühlt, obwohl sonst alles in Ordnung ist?
Sie müssen Ihren Hausarzt ernsthaft bedrängen, denn die meisten haben schlicht nicht mehr die Zeit für eine ausführliche Diagnose. Manchmal ist schon entscheidend, dass Werte im Blutbild zwar nicht auffällig, aber grenzwertig sind. Also den Arzt genau befragen. Was für Werte könnten interessant sein? Dazu gehören auch die Spurenelemente, etwa, wenn Schilddrüsenhormone erhöht oder Eisenwerte zu niedrig sind. Das Problem ist, die Sprache des Körpers ist immer gleich, man fühlt sich schlapp, lust- und energielos, anders kann der Körper sich nun mal nicht ausdrücken. Man muss immer die Ursache finden.

Wie kann ich mein Immunsystem stärken?
Nur ein schwaches Immunsystem muss gestärkt werden, bei allergischen und Autoimmun-Erkrankungen haben wir ein zu starkes Immunsystem, das stabilisiert werden muss.

Am besten ist es, schon im Vorfeld dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst krank wird. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, wie man gesund lebt, aber die wenigsten Menschen tun es. Stress stört das Immunsystem, aber es gibt Techniken der „Stressimpfung“, die man beim Psychologen lernen kann, also wie man innerlich ruhig bleibt, und bestimmte Situationen gar nicht erst an sich heranlässt. Nötigenfalls muss man sich auch von Belastungen trennen. Wenn ich weiß, der Job macht mich krank, muss ich mich damit auseinandersetzen, etwas zu ändern. Oder wenn die Partnerschaftsbeziehung nicht mehr funktioniert, sollte man den Mut haben, sich auch zu trennen. Im täglichen Leben ist Entspannungstraining wichtig und kognitive Verhaltenstherapie, also zu lernen, nicht alles zu tragisch zu sehen und sich nicht in eine Negativität hineinzusteigern.

Manche tragen alles mit nach Hause, da ist es ganz wichtig, das Berufsleben abends auszuschalten. Wir haben eine völlige Durchmischung von privat und Beruf, die Leute sind rund um die Uhr erreichbar über Handys, sie regeln am Wochenende Sachen, die eigentlich beruflich sind. Das ist völlig schädlich. Doch nicht jeder wird krank, der belastenden Situationen ausgesetzt ist. Die Resilienzforschung beschäftigt sich mit den protektiven (schützenden, d. Red.) Faktoren, die uns schwierige Situationen besser bewältigen lassen. Dazu gehören ein ausreichendes Einkommen, Bildung, gesundheitsbewusste Ernährung, Sport sowie ein stabiles Leben. Damit hat man eine gute Basis für ein gesundes Immunsystem und eine ausgeglichene Psyche.

Zum Weiterlesen

  • Für den praktischen Gebrauch: Trainingsbücher „Selbstvertrauen“ und „Lebensfreude“, beide Borgmann-Verlag, 16,95 Euro.
  • Für den wissenschaftlichen Hintergrund: „Somatopsychologie“, ein Lexikon über die körperlichen Ursachen von psychischen Störungen, Reinhardt-Verlag, 27,90 Euro. Mehr Infos unter: erich-kasten.de

Womit Sie noch Ihre Abwehrkräfte unterstützen können, verraten Ihnen jetzt einige Insider! Lesen Sie hier gleich weiter:

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