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Sind wir in Form?

Fit mit 50+

Stand: 05.04.2017

Die Lebenserwartung steigt. Doch ab einem Alter von 50 sollten wir mehr auf uns achten. Lesen Sie, worauf es ankommt. Klar, es ist nicht schön, sich die möglichen Gesundheitsprobleme der Best Ager vor Augen zu führen. Aber wer seine Schwachstellen kennt, kann effektiv vorbeugen und lange fit und gesund bleiben. So profitiert der ganze Organismus von einer ausreichenden Bewegung - sowie ausgewogener Ernährung. Leckere Rezepte machen ab Seite 51 Appetit auf ein langes Leben. Hier geht es darum, wie Sie jede Körperregion zusätzlich ganz gezielt stärken können. Und worauf Sie selbst achten sollten.

Augen

Um die Augengesundheit ist es wesentlich schlechter bestellt, als noch vor wenigen Jahren. Deshalb hier der Appell: Lassen Sie sich einmal im Jahr beim Augenarzt durchchecken. Was wird dort rechtzeitig erkannt? Der grüne Star oder Glaukom ist die häufigste Ursache für Erblindung im Alter. Dabei steht der Begriff grüner Star für verschiedene Verschleißerkrankungen der Seh- und Netzhautzellen.

Außerdem die Altersbedingte Makula Degeneration (AMD). Der Verlust eines bestimmten Bereiches auf der Netzhaut führt dazu, dass man in der Mitte des Blickfeldes erblindet. Die Erkrankung beginnt immer bei einem Auge. Haben Sie in Ihrem Bad Kacheln? Eine Makula Degeneration bemerkt man als Erstes, wenn sich parallele Linien zu biegen scheinen. Eine weitere Alters-Augenerkrankung ist der graue Star - das Sehen verschlechtert sich schleichend, bis man das Gefühl hat, durch einen Schleier zu blicken, die Linse trübt sich ein. Der graue Star ist gut operabel.

Das können Sie für die Gesundheit Ihrer Augen tun:

  • Gönnen Sie Ihren Augen Auszeiten - indem Sie sie schließen. Noch intensiver ist die Erholung, wenn Sie die Hände wölben und über die Augen legen.
  • Auch gut: in die Ferne schweifen. Augenärzte empfehlen einen regelmäßigen Wechsel der Nah- und Ferndistanz in der Blickrichtung. Ob beim Nähen, Lesen oder auf den Bildschirm Schauen, alle Viertelstunde aufstehen und in den Himmel oder in die Weite blicken. Augen reagieren extrem empfindlich auf Sonnenlicht. Also Sonnenbrille mit entsprechendem UV-Schutz aufsetzen.
  • Wichtigste Augenvitamine sind: Lutein, die Vitamine E und C sowie Zink. Sie stecken in dunklem Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli, Spinat oder Kresse und buntem Obst wie Heidelbeeren.Tipp: Um Sehproblemen vorzubeugen, lohnt sich der Besuch in einer Augenschule. Kurse finden Sie zum Beispiel an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel. www.akademie-gesundes-leben.de; Tel.: 06172 / 3009 - 822.

Zähne

Von entzündetem Zahnfleisch ist jeder Zweite über 50 betroffen. Pardontose ist eine der Hauptquellen für Entzündungsprozesse im Körper.

Eine chronische Parodontose kann sogar Diabetes fördern. Die Bakterien gelangen über das Zahnfleisch in den Blutkreislauf, sogenannte Entzündungsmediatoren bremsen die Insulinwirkung an den Zielzellen und führen somit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Das ist nur ein Beispiel für die schädigende Wirkung.

Mit einer Zahnbürste an jedem Zahnhals mindestens drei Sekunden putzen und das Zahnfleisch wird massiert. Dann noch Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide verwenden. Ja, es dauert, beugt aber effektiv körperlichen Beschwerden vor. Machen Sie doch eine kleine abendliche Achtsamkeitsübung daraus.

Ohren

Wir hören immer schlechter im Alter - dafür gibt es keine genetische Veranlagung. Es ist schlicht die Summe an Lärm, dem wir uns aussetzen. Stellen Sie den Fernseher immer lauter? Klagen schon Besucher oder der Partner, dass es viel zulaut ist? Höchste Zeit für einen Hörtest. Der Vorteil, rechtzeitig ein Hörgerät zu benutzen: Es erhält das Hörvermögen und beugt Demenz vor.

Rücken und Gelenke

Sie tragen unser Gewicht - die Wirbelsäule, die Knochen, Wirbel und Gelenke. Viele der Verschleißerscheinungen- medizinisch: degenerative Veränderungen im Bewegungsapparat- sind der jahrelangen Belastung gezollt. Neben einem hohen Gewicht beschleunigen einseitige Beanspruchungen den Alterungsprozess und Arthrose. Rund 400.000 Deutsche bekommen jährlich ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Tendenz steigend, vor allem, weil die Babyboomer jetzt die 50 überschritten haben. Auch Muskeln und Bänder gehören zu dem komplexen Zusammenspiel. Unter Schmerzen im Rücken und Bewegungsapparat leiden auch schon viele Jüngere. Im Alter steigen vor allem Knochenerkrankungen wie Osteoporose stark an.

Das stützende Bindegewebe um die Knochen herum verändert sich im Laufe ihres Lebens. Die schützende Knorpelschicht um die Gelenke wird dünner, Muskeln, Sehnen und Bänder weniger elastisch. Muskelmasse nimmt ab, Fettmasse zu - so die Bilanz der meisten Menschen in den Industrienationen. "Aktuelle Studien haben die simple Tätigkeit des Sitzens an sich als wirkmächtigen Risikofaktor für einen frühen Tod ausgedeutet", so der Autor Bill Gifford, der mit seinem Buch "Jung bleiben" die Bestsellerlisten in Amerika stürmt. Also Bewegen Sie sich - wie sie das tun, ist da schon fast nebensächlich.

Herz-Kreislauf-System

Hauptgrund für den Arztbesuch der 50- bis 59-Jährigen ist zu hoher Blutdruck. Bei Werten über 140 zu 90 erhöht sich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Außerdem fördert Bluthochdruck Arteriosklerose, also die Verkalkung der Blutgefäße.

Die Ursachen für eine Arterienverkalkung, also das Nachlassen der Elastizität der Gefäße und das Ausbilden von Verhärtungen, sind vielfältig. Die Folgen auch: Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose, Bluthochdruck und Gedächtnisstörungen. Nichts hilft dem Herz-Kreislauf-System so sehr wie regelmäßige Bewegung. Fast genauso wichtig ist es, eine innere Balance zu finden. Vielversprechend ist bei den nichtmedikamentösen Behandlungen die Hypnotherapie. Mit einer CD (zum Beispiel Dr. Britta Hölzel. Die große Achtsamkeits-Box) geht das auch von zu Hause aus.

Der Magen-Darm-Trakt

Die Darmgesundheit ist das ganze Leben über entscheidend für eine gute Lebensqualität, das Risiko an Darmkrebs zu erkranken steigt ab dem 55. Jahr. Achtzig Prozent der Immunabwehr sitzt in der Darmflora. Die wichtigsten Helfer für die Darmgesundheit sind Bakterien, natürlich nur bestimmte. Sie finden sich in Milchkulturen, aber auch in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut. Übrigens: Magensäureblocker, die viele gegen Sodbrennen einnehmen, störendie Funktionen der Verdauung und fördern eine Fehlbesiedlung des Dünndarms. Besser ist es, Fenchel- oder Kümmelsamen nach dem Essen zu zerkauen. Oder wiederkehrenden Problemen mit Heilerde abzuhelfen. Im Alter wird der Darmträger. In Schwung bringt ihn eine ballaststoffreiche Ernährung. Lein- oder Flohsamenmit viel Flüssigkeit eingenommen beugt den Beschwerden vor.

Stoffwechsel

Generell verlangsamt sich der Stoffwechsel im Alter, das Gewicht steigt. Wer nicht gegensteuert, erhöht das Risiko für Diabetes, Lebererkrankungen und Fettstoffwechselstörungen.

Jeder hat einen ganz individuellen Stoffwechsel oder Metabolismus. Beeinflussen können wir am besten den Energiestoffwechsel. In den Zellen sind für die Steuerung des Energiehaushaltes die Mitochondrien zuständig und werden deshalb oft auch Kraftwerke der Zellen genannt. Inzwischen weiß man, dass sie ein dynamisches Netzwerk bilden. Leider lässt auch ihre Effektivität im Laufe des Lebens nach. Sind zu viele geschädigt, führt das zu Entzündungsprozessen und einer gestörten Immunabwehr.

Viele Krankheiten mit unklarer Ursache scheinen im Zusammenhang mit dem fehlgesteuerten Energiestoffwechsel der Zellen zu stehen: etwa Autoimmunkrankheiten, Rheuma, chronisches Müdigkeitssyndrom, Allergien. Was hilft? Nicht zu viele Kalorien zu sich zu nehmen, da bei der Verstoffwechslung in den Zellen auch schädliche Sauerstoffradikale freigesetzt werden. Weniger Nahrung, weniger schädliche Nebenprodukte. Klingt leider etwas freudlos. Ein Tipp: Bei der Umwandlung von guten Fetten in Energie fällt weniger oxidativer Abfall an. Essen, wie es ab Seite 51 empfohlen wird, es hilft den Mitchondrien bei ihrer Arbeit.

Noch ein Tipp: Schilddrüsenerkrankungen steigern oder senken den Energiestoffwechsel, bei plötzlicher Gewichtszunahme oder -abnahme lohnt es, die Schilddrüsenhormone testen zu lassen.

Gedächtnis

Die Angst vor Demenz ist groß, aber das Risiko erhöht sich erst im hohen Alter - die meisten Demenzkranken sind 85 Jahre alt und älter. Unter 65 erkranken weniger als zwei Prozent, unter 75 Jahren vier Prozent aller Betroffenen. Viel häufiger lässt die Gedächtnisleistung aus Gründen wie Schlafmangel oder Durchblutungsstörungen nach.

Ganz unabhängig von der Erkrankung Demenz, die Gehirnfunktionen altern wie auch der Rest des Körpers. Typischerweise lässt das Kurzzeitgedächtnis zuerst nach, während das Langzeitgedächtnis bis ins hohe Alter intakt bleibt. Eine ungewöhnliche Strategie, die für soziale Kommunikation, Kreativität und Gedächtnistraining sorgt: Computerspiele ausprobieren. Wer wenig darüber weiß, fragt vielleicht einen Computerspielfan im Familien- oder Bekanntenkreis. Oder Sie schauen sich im Internet selbst einmal um. Die Spiele selbst bieten ganz unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten. Besonders sinnvoll sind Anwendungen, die mit Bewegung verbunden sind - es muss ja nicht Pokémon Go sein.

Neue Studien zeigen, dass Computerspiele neuronale Verbindungen aufbauen und damit Gehirnfunktionen verbessern. Die sogenannten Silver Gamers sind eindeutig ein neuer Trend. Natürlich gibt es auch Smartphone Apps, die sich direkt auf Gedächtnistraining und Lernaufgaben spezialisiert haben. Hauptsache, es macht Spaß,denn spielerisch lernt man am besten.

Haut

Ganz klar - der Alterungsprozess der Haut wird vor allem durch UV-Strahlung beim Sonnenbaden beschleunigt. Damit steigt auch das Risiko für Hautkrebs.

Ist das jetzt die zweite Pubertät? Verwundert bemerken viele Frauen im Alter ab 50 Jahren plötzlich Pickel. Hormonelle Schwankungen können die Ursache sein. Typisch: Die Unreinheiten tauchen meist an den Wangen auf. Schlimmer ist, dass jetzt die sonnenvernarrte Generation in die Jahre kommt. In den 60er- und 70er Jahren war Hautkrebs schlicht kein Thema. Spätestens wenn Keratosen auftauchen, sollte man den Dermatologen aufsuchen. Keratosen sind hornartige, schuppige Stellen, die gern an den sogenannten exponierten Bereichen auftauchen. Im Gesicht zum Beispiel auf der die Stirn oder der Nase.

Brust bei der Frau

Viele Frauen haben Angst vor Brustkrebs. Leider nicht ganz unberechtigt, es ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und das Risiko steigt nach den Wechseljahren. Haben Sie schon gehört, dass BHs gar nicht gut sind für die Festigkeit des Brustgewebes, sondern ganz im Gegenteil? Schon erstaunlich, dass erst 2013 ein französischer Wissenschaftler mal überprüft hat, ob die Stütze des Busens eigentlich sinnvoll ist. Neue Empfehlung: öfter mal ohne, zumindest, wenn man zu Hause ist. Das stärkt die Muskulatur sowie das Gewebe und verhindert Dehnungsstreifen. Übrigens führen schlecht sitzende BHs gar nicht so selten zu einer Brustkorbenge, die zu Atemproblemen führt.

Prostata beim Mann

Beim Mann vergrößert sich die Prostata, das führt zu Beschwerden beim Wasserlassen. Und es steigt das Krebsrisiko. Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern über 50. Durch Standard-Checks wird er wesentlich früher erkannt als noch vor ein paar Jahrzehnten. Das führte auch schon zu kritischen Fragen, denn er ist ein langsam wachsender Krebs. Wäre manch Betroffener, bevor der Tumor zu ernsthaften Problemen führt, an anderen Gesundheitsproblemen gestorben? Hätte man ihm die Ängste und einen Eingriff ersparen sollen? Andererseits sind die Heilungschancen in einem Frühstadium sehr viel besser. Letztendlich muss das jeder selbst entscheiden. Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt die Deutsche Krebsgesellschaft:

  • Versuchen Sie, Normalgewicht zu erreichenbzw. zu halten.
  • Seien Sie körperlich aktiv. Ernähren Sie sichgesund, nehmen Sie vor allem viel pflanzlicheProdukte zu sich und reduzieren Sie IhrenFleischkonsum.

Tipp: Eine vorbeugende Wirkung hat der rotePflanzenstoff Lycopin, der vor allem in Tomaten,Wassermelonen und Erdbeeren vorkommt.

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