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Schnupfen? Ohne mich!

Immunsystem stärken

Stand: 05.10.2016 (05.10.2016)

Nun ist sie wieder da – die Schnupfensaison. Wundermittel gegen die lästigen Infekte gibt es leider noch nicht. Doch mit Bewegung und den Mitteln aus der Natur können wir unser Immunsystem fit machen.

Der Hals schmerzt, die Nase läuft, von entspannter Nachtruhe kann keine Rede sein, weil wir nur noch schlecht Luft bekommen. Oder durchhusten. Und am Tag können wir uns nicht mehr konzentrieren und fühlen uns einfach nur schlapp.

Trotz dieser typischen Beschwerden gleicht keine Erkältung der anderen. Prof. Ronald Eccles vom Common Cold Center im englischen Cardiff, dem führenden Institut zur Erforschung von Erkältungen: „Es gibt über 200 verschiedene Viren, die eine Erkältung hervorrufen. Deshalb sind sie auch unterschiedlich stark in der Wirkung.“ Mal liegt man richtig flach und mal sind die Symptome nur leicht ausgeprägt. Aber es kommt eben auch auf die körpereigene Abwehrstärke an. „Deshalb kann eine Erkältung einen Tag oder mehrere Wochen dauern“, so Eccles.

Was schützt uns vor den Erregern?

Fragt man den Forscher nach einem wirksamen Mittel, um sich vor Ansteckung zu schützen, so empfiehlt er gern mit britischem Schalk in den Augen: „Warme Socken, Mütze und Schal.“ Ohne Scherz – frieren wir, hat unser Körper genug damit zu tun, uns warm zu halten und zapft dafür Energie vom Immunsystem ab. Zudem verringert sich die Durchblutung der Nasenschleimhaut, das macht es für Eindringlinge einfacher. Es hilft also tatsächlich, sich vor Kälte zu schützen. Und in den Räumen ausreichend zu lüften, denn der Wechsel nach drinnen in die Heizungsluft stresst den Organismus und trocknet die Schleimhäute weiter aus.

Auch der Hauptübertragungsweg der Viren ist bekannt – über die Hände in die Schleimhäute. Erst fassen wir die Türklinke an, wo Erreger bis zu zehn Stunden überleben können, dann berühren wir uns im Gesicht. Denn wir alle tun das sehr, sehr oft am Tag. Durch Nase, Mund und sogar Augen gelangen die Schnupfenverursacher in den Körper.

Das Allheilmittel gegen Erkältungen ist noch nicht erfunden. Zu schnell variieren die Erreger ihre Vorgehensweise. Doch einig sind sich alle Experten darin, dass eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und Bewegung dem Immunsystem hilft und wir so vorbeugen können. Studien belegen etwa eine schützende Wirkung von Vitamin C bei Sportlern. Und zum Glück gibt es eine Reihe von erprobten Hausmitteln und natürliche Behandlungsmethoden, um die Symptome zu lindern, wenn es uns dann doch mal erwischt hat.

Schniiiieeef – und was hilft jetzt?

  • Ruhe und Entspannung finden: Dann haben die Selbstheilungskräfte freie Entfaltungsmöglichkeit. Ideal dafür ist ein heißes Bad mit Pfefferminz-, Eukalyptus- oder Latschenkiefernöl. So können auch noch die Schleimhäute aufatmen.   Wichtig: Bei Fieber besser darauf verzichten.
  • Die Nase befeuchten: Einfach mit einem Nasenspray mit Salzwasser (einen TL Salz in einem halben Liter warmen Wasser auflösen). Das spült die Erreger heraus und verbessert die Immunabwehr der Schleimhäute.
  • Sich einwickeln lassen: Bei Halsschmerzen wirkt ein Kartoffel- oder Quarkwickel lindernd.
  • Kräutertee trinken: Tee mit schleimlösenden Heilpflanzen wie Thymian, Efeu, Spitzwegerich helfen.
  • Gut für Hals und Bronchien: Gurgeln mit Salzwasser. Desinfiziert den Rachenraum, hilft bei Halsschmerzen.
  • Richtig schnäuzen – ohne Druck: Was passiert, wenn Menschen sich die Nase putzen? Das verfolgten Forscher im Computertomographen. Je heftiger geschnäuzt wurde, desto explosionsartiger wurde das Sekret in die Nasennebenhöhlen katapultiert – mitsamt den Viren. Besser ist es also, nur ganz sanft ins Taschentuch zu schnauben oder hochzuziehen. Und beim Niesen nie die Nase zuhalten.

Die Naturheilkunde hat die besten Mittel parat

Ein wertvoller Schatz an Erkältungsmitteln wächst in unserer unmittelbaren Umgebung – Heilpflanzen. Viele dieser Kräuter werden schon seit Jahrhunderten angewendet. Das bedeutet: Die Wirkstoffe sind sorgfältig erprobt. Auch die beste Art der Verabreichung hat sich so herauskristallisiert. Thymianextrakt als Tropfen oder Tee gegen Husten, Salbeilösung zum Gurgeln gegen Halsschmerzen oder ätherische Öle zum Inhalieren bei jeder Form von Atemwegsinfekten – so kommen die entzündungshemmenden Stoffe genau an den Ort des Geschehens. Und jede Familie hat eigene Hausmittel, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, wie Zwiebelsud für Bronchien oder kalte Umschläge bei Fieber. Nach und nach belegt die Forschung, wie nützlich diese Rezepte sind. Was uns schon als Kind geholfen hat, ist immer einen Versuch wert.

Ganzheitlich heilen – TCM und TTM

Neben unserem europäischen Heilwissen können wir auch verstärkt auf die Medizin aus anderen Kontinenten zugreifen. Etwa aus dem fernen Osten mit seiner jahrtausendealten Heilkunde. Die Traditionelle Chinesische sowie die Traditionelle Tibetische Medizin betrachten eine Erkältung immer im Zusammenhang mit dem gesamten Körper- und Energiesystem. Sind Infekte dauerhaft oder wiederkehrend, besteht beispielsweise der Verdacht, dass im Bereich der Sekrete schon länger etwas nicht mehr in Balance ist. Die Therapie variiert allerdings nach Erkrankungsverlauf und ist immer individuell.

Doch etwas können wir auf jeden Fall als Vorbeuge-Maßnahme übernehmen: Möglichst viel Ingwer-Tee am Tag trinken. Dafür eine frische Knolle kleinschneiden und mit heißem Wasser aufgießen. Ingwer wirkt antientzündlich und wer zwei bis drei Liter am Tag trinkt, beugt damit nicht nur vor, sondern sorgt auch dafür, dass sich verfestigter Schleim lösen kann.

Experten-Rat von Dr. Uwe Siedentopp, Ernährungswissenschaftler, Arzt für Naturheilverfahren und Dozent an der Akademie Gesundes Leben, Oberursel

„Stärken Sie Ihre Abwehr mit gesundem Obst und Gemüse – eine besonders gesunde Zwischenmahlzeit ist der Granatapfel: Die Bedeutung liegt insbesondere in dem sehr hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen, Zink, Magnesium und Kalium.“

Tipp: Zitronen wirken von innen und außen

  • Den Saft von mehreren Zitronen zu trinken beugt durch die hohe Dosis an Vitamin C einer Erkältung vor. Gut helfen aber auch folgende Produkte aus dem Reformhaus®: beispielsweise Acerola plus von Alsiroyal, Acerola Saft bio von Schoenenberger oder Bio Acerola Tabletten von Bakanasan.
  • Bei Halsschmerzen hilft ein Wickel aus Zitronenscheiben.

Experten-Rat von Dr. Heidi Braunewell, Biologin und Ernährungswissenschaftlerin und Dozentin an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel

„Trinken Sie schon zu Beginn der Erkältungssaison einen Spitzwegerich-Saft. Er verhindert das Eindringen der Viren.“

Erkältung oder mehr?

So erkennen Sie, worunter Sie leiden.

Echte Grippe (Influenza):

  • plötzlicher Beginn
  • Dauer mindestens 2 Wochen
  • hohes Fieber (ab 38,5 Grad)
  • starke Gliederschmerzen
  • rasche, sehr intensive Leistungsminderung

Erkältung / grippaler Infekt:

  • schleichender Beginn
  • Dauer auch kürzer als 2 Wochen
  • leichtes bis mäßiges Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit

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