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Schluss mit Frösteln

Ayurveda heizt ein

Stand: 22.11.2018 (22.11.2018)

Kalte Füße, klamme Finger und ein rotes Näschen? Dagegen kann man etwas tun. Ayurveda bringt den Körper in Balance - auch im ungemütlichen Winter. Hier kommen heiße Tipps für kalte Tage.

Ayurveda, das jahrtausendealte indische Heilsystem, sieht die Welt und den Menschen ganzheitlich. Mensch, Natur und Kosmos oder auch Körper, Geist und Seele sind in einer Einheit verbunden. Was auch immer der Mensch tut oder im Kosmos geschieht, es hat eine Rückwirkung auf das jeweils andere. Diese Tatsache spielt im ayurvedischen Medizinsystem eine zentrale Rolle. Im ayurvedischen Verständnis verfügt jeder Mensch über eine individuelle Zusammensetzung von drei Doshas, drei Typen von Konstitution. Das sind Vata, Pitta und Kapha. Sind diese drei im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund, widerstandskräftig und glücklich. Sind die Doshas gestört und eines nimmt überhand, dann folgen physische und psychische Beschwerden. Das können Krankheiten sein oder auch Unpässlichkeiten und einfaches Nicht-Wohlfühlen. Wie gerade jetzt in der trüben Jahreszeit ein diffuses Frösteln, kalte Füße und Hände oder durch Wind gerötete Gesichtshaut.

„Aus ayurvedischer Sicht ist der Herbst geprägt von Trockenheit, Leichtigkeit und Kälte. Wandel und Bewegung sind nun auch in der Natur allgegenwärtig“, erklärt die international anerkannte Ayurveda-Therapeutin Angela Jung. Der Körper braucht jetzt Stabilität, um dem wechselnden Wetter etwas entgegensetzen zu können. Ayurveda hätte sich nicht über all die Zeiten bewährt, wenn es nicht auch für solche Alltagsbeschwerden Hilfen zur Hand hätte, die jeden wieder in die Balance und ins Wohlbefinden zurückführen.

Gut zu wissen:

Wie erfahre ich, welcher Typ ich bin?

Auf der Seite von www.ayurveda-akademie.org finden Sie einen Test mit vielen Fragen zu Ihrem Aussehen und Verhalten. Meist kann man sich nicht 100-prozentig einem Typ zuordnen, sondern ist ein Mischtyp. Aber Sie bekommen einen Eindruck, was alles für die Feststellung der Konstitution von Bedeutung ist und zu welchem Typ Sie am ehesten neigen.

Für alle Doshas gilt: Um gut durch den Herbst zu kommen, empfehlen sich eher warme und nahrhafte Speisen wie Eintöpfe, Linsen- und Nudelgerichte sowie Aufläufe. Rohkost, Salate und trockene Speisen vor allem mit Hefe sollten jetzt lieber seltener auf dem Tisch stehen. Süß, sauer und salzig sind jetzt die bevorzugten Geschmacksrichtungen.

Folgende Gewürze tun im Herbst und Winter gut: Zimt, Fenchel, Anis, Muskat, Kümmel, Kardamom, Süßholz, Nelken, frischer Ingwer, Petersilie und Basilikum. Das individuelle Befinden rückt Ayurveda mit den passenden Gewürzen, mit Tees, die die Doshas ausgleichen und mit wärmenden Bädern ins Gleichgewicht, um den Winter mit Minusgraden, Böen und Regenschauern gemütlich zu überstehen.

Vata

Vata heißt übersetzt „Wind“ und wird allem, was mit Bewegung zu tun hat, zugeschrieben: Im Körper sind es der Atem, das Herz, die Verdauung, das Nervensystem und der Bewegungsapparat. Auch bei den menschlichen Eigenschaften steht Vata für einen flatterhaften Charakter, für einen umtriebigen, kreativen Geist. Bezogen auf das Winterhalbjahr könnte man sagen: Vata-Menschen frieren leicht und mummeln sich schon beim ersten Anzeichen von Kühle in Wolle, greifen zu Schal und Mütze.

Die Nahrung sollte beim zarten, fröstelnden Vata-Typ wärmend und nahrhaft sein. Gewürze wie Zimt, Nelke, Kardamom, Muskatnuss haben diese wärmende Energie. Sie passen beispielsweise ins Müsli. Auch Chili, schwarzer Pfeffer, braune Senfsaat und natürlich Ingwer heizen ein. Ayurveda-Therapeutin Angela Jung sagt: „Gewürze können ausgleichen. Sie sorgen für eine schnellere und bessere Verstoffwechselung der Nahrung.“ Das regt den Kreislauf an und wärmt. Es ist ja keine neue Erkenntnis, dass ein Becher heißer Tee den Körper belebt, wenn er aus der Kälte kommt. Aber schwarzer oder grüner Tee kann auch aufregen. Deshalb sind Gewürztees mit Zimt, Nelke, Kardamom oder Muskat effektiver. Der ayurvedische Tee „Chai“ (von Salus, im Reformhaus®) beinhaltet eine perfekte Kräuter-Gewürzmischung und wärmt wunderbar.

Das wärmt auch: Vata sollte sich einmal in der Woche ein Vollbad gönnen. Angela Jung rät: „Probieren Sie ein Bad mit genau den Gewürztees, die sie von innen durchwärmen. Hängen Sie je nach Wannengröße einfach ein oder mehrere Teebeutel ins Wasser.“ Wohltuend kann auch eine Trockenmassage vor dem Duschen mit einem Seidenhandschuh sein. Sie dauert 3 bis 5 Minuten. So geht’s: Am linken Knöchel anfangen und die Gelenke wie auch Knie und Schultern in kreisenden Bewegungen massieren. Die Gliedmaßen dazwischen, also Beine und Arme, lang ausstreichen. Dann rechte Seite. Zum Schluss den Po in kreisenden Bewegungen kräftig von der Körpermitte weg massieren. Gesicht und Busen aussparen. Diese Lymphmassage regt den Kreislauf an und gibt schon mal einen schönen Wärmeschub, bevor man das Haus verlässt.

Jedem seine Mischung

Alle, denen es zu umständlich ist, viele Gewürze im Haus zu haben oder überlegen zu müssen, was passt, können auf Gewürzmischungen zurückgreifen. Die Ayurveda- Expertin Angela Jung hat ayurvedische Gewürzmischungen für jeden Typ zusammengestellt.

Die Vata-Mischung kann harmonisieren, der Pitta-Mix soll kühlen mit Kurkuma, Süßholz, Vanille, Kardamom und Hibiskus. Die Kapha-Mischung feuert an z. B. mit Peperoni, Chili, Muskat und Rosmarin. Sie passen zu Pastagerichten, Gemüsepfannen, Reis-, Risotto-Gerichten und beinhalten genau das, was jedes Dosha benötigt (im Reformhaus®: „Vata Masala“, „Pitta Masala“, „Kapha Masala“, „Tri-Dosha Masala“, Gewürzmühle Brecht)

Pitta

Pitta steht für das Element Feuer und heißt übersetzt Galle. Pitta steht für die Wandlung von der körperlichen in die geistige Ebene. Körperliche Funktionen wie Stoffwechsel und Verdauung sowie Intelligenz und geistige Fähigkeiten werden Pitta zugeschrieben. Frieren? Eher nicht, denn die innere Hitze hält Pitta-Menschen warm. Daunenjacke ziehen sie nur beim Winterspaziergang im tiefen Wald an. Pitta-Menschen tragen die Wärme eigentlich in sich und müssen deshalb nicht von außen nachhelfen. Passende Gewürze sind Kurkuma, Vanille, Süßholzwurzel, Pfefferminze, Ingwer, Zimt, Kardamom, Koriander. Bei Tees tun süßere und fruchtige Varianten wie Jasmin, Hibiskus (im Reformhaus® z. B. „Malva Tee“ von Salus), Rosenblüte und Lavendel gut.

Das wärmt auch: „Ab und an einen Saunagang“, empfiehlt Angela Jung. „Pitta liebt die Herausforderung. Drei Aufgüsse hintereinander bei 90 Grad steht Pitta im Gegensatz zu Vata nur über seinen übertriebenen Ehrgeiz durch.“

Kapha

Kapha ist Stabilität, Ruhe, Ausdauer, Immunkraft. Die Elemente Wasser und Erde verbinden sich in Kapha. Körperlich ist Kapha schleimbildend, also für die Befeuchtung der Schleimhäute in den Atemwegen und im Magen-Darm-Trakt sowie für die Schmierung der Gelenke zuständig. Bezogen auf den Charakter steht Kapha für Zuverlässigkeit, Beständigkeit, Pragmatismus, Solidität. Und im Winter? Geht der Kapha-Typ am liebsten gar nicht raus und macht es sich auf dem Sofa gemütlich.

 Der geerdete Kapha-Typ muss etwas angefeuert werden, um auf Trab zu kommen. Die Eigenschaften von Kapha sind kalt und feucht. Scharfe Gewürze wie Chili, Peperoni, Ingwer, Muskat ebenso wie mediterrane wie Rosmarin sollten seine Nahrung ergänzen. Da der Kapha-Typ sich leicht erkälten kann, sollte er regelmäßig Ingwertee zur Ankurbelung des Kreislaufs und als Vorbeugung trinken. Außerdem sind Tees mit Bitterstoffen gut: Orange, Grüntee, Holunderblütentee.

Das wärmt auch: Dem ruhigen Kapha-Dosha tun Saunagänge mit mehreren Aufgüssen gut. Und: Spaziergänge, damit er auf Trab kommt. Aber bitte immer schön eingemummelt.

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