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Illustration: Laufen

Rezept: Tablettenfrei

Nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hand

Stand: 23.12.2019 (23.12.2019)

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker… Seit Jahrzehnten ein gut gemeinter Rat, der uns aber nicht davon abhält, immer mehr Medikamente zu schlucken. Es müsste vielmehr heißen: Zu Chancen und präventiven Möglichkeiten fragen Sie Ihren eigenen Körper. Denn das beste Rezept für Gesundheit steckt in uns selbst und nicht in einer Tablette!

Ob der Kopf oder Rücken schmerzt, der Blutdruck zu hoch ist oder das Einschlafen mal wieder schwerfällt: Für alles gibt es eine Lösung in Form von Pillen oder Tabletten, die uns nicht nur schnelle Linderung versprechen, sondern für viele den Inbegriff unseres medizinischen Fortschritts darstellen. Jährlich 800 Millionen verkaufte Packungen nicht verschreibungspflichtiger Medikamente sprechen eine deutliche Sprache. Das Fatale an dieser Entwicklung: Trotz der immer besser werdenden medizinischen Versorgung wird unsere Gesellschaft immer kränker! Das Problem dabei: Wir verlassen uns zunehmend auf die Wirkungen von Medikamenten, ohne dabei an unseren eigenen Lebensstil zu denken.

Hausgemachter Krankenstand

Denn wenn wir uns die Top 5 der heutigen Krankheiten anschauen, zeigt sich, dass diese überwiegend zu den sogenannten Lifestyle-Krankheiten gehören. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 oder Muskel-Skelett-Beschwerden sind vor allem hausgemachte Probleme, da all diese Erkrankungen sich sehr stark durch unseren Lebensstil beeinflussen lassen. Klar wird dies, wenn wir auf die größten Gesundheitsrisiken schauen: Dies sind allesamt Lebensstilfaktoren, die wir aktiv beeinflussen können:

Doch an welchen Schrauben können wir konkret drehen, um uns zu ersparen, irgendwann in der Tabletten-Falle zu landen?

Natürliche Schmerzmittel

Gerade beim Thema Schmerzlinderung lohnt es sich, einen Blick in die eigenen Kochtöpfe zu werfen, statt in die Pillendose. Die Natur bietet nämlich mit Kräutern, Gewürzen und den natürlichen Stoffen in Gemüse eine große Palette an Schmerzsenkern, die auch in wissenschaftlichen Studien ihre Wirkung bewiesen haben. Dabei sollten drei Portionen Gemüse und zwei Portionen zuckerarmes Obst, die Sie auch durch Gemüse ersetzen können, Ihre tägliche Basis bilden.

Zusätzlich wirken die Scharfstoffe und ätherischen Öle in Gewürzen positiv auf das Immunsystem. Zum Beispiel hat sich Kurkuma (drei bis fünf Gramm täglich) bei Arthrose und entzündlichen rheumatischen Erkrankungen bewährt. Die Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel in pflanzlichen Ölen wirken ebenfalls antientzündlich bei allen Gelenkerkrankungen. Das belegt eine Studie des Ohio State University College of Medicine: Täglich 2,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren ließen den Entzündungsmarker um bis zu zwölf Prozent sinken und den TNF (Tumornekrosefaktor) um bis zu 2,3 Prozent.

Dass körperliche Aktivität nicht nur Schmerzen in Form von Muskelkater beschert, sondern ein probates Mittel gegen chronische Schmerzen ist, fanden Wissenschaftler der Stanford University heraus. Sie dokumentierten dazu mehr als 14 Jahre lang die sportliche Aktivität und den Gesundheitszustand von fast 900 Probanden, die älter als 60 waren. Dabei stellten Sie fest, dass Menschen, die regelmäßig Sport treiben, viel weniger unter Schmerzen leiden als ihre inaktiven Altersgenossen.

Den Krankheiten davonlaufen

Vor allem ist Bewegung aber beste Vorsorge gegen einen der größten Krankheitsherde in unserem Körper: die akuten und chronischen Entzündungen! Eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln konnte dies wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen. Sie untersuchte Blutproben von jungen Sportlern und verglich sie mit Proben von jungen, gesunden, aber untrainierten Probanden. Die Analyse ergab, dass die Menge der entzündungshemmenden Immunzellen, der sogenannten regulatorischen T-Zellen, mit steigender körperlicher Fitness zunahm. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass dieser Boost des Immunsystems auch während moderater Bewegung wie dem Gehen oder Wandern von der ersten Sekunde an aktiviert wird. Ein Grund mehr also, sich in Zukunft nicht mehr auf den Versprechen der Pharmaindustrie auszuruhen, sondern unsere Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und die einzigartigen Selbstheilungskräfte zu nutzen, die kein Medikament dieser Welt ersetzen

Fünf Fragen an...

Prof. Froböse, nehmen Sie eigentlich Medikamente?
Prof. Ingo Froböse: Kein einziges und sie glauben gar nicht, wie häufig das ungläubiges
Staunen auslöst. Schließlich sei ich ja schon 63… Das Fatale: Die Statistik gibt den Staunenden Recht, in Deutschland nimmt ein über 60-Jähriger drei bis fünf Tabletten – pro Tag wohlgemerkt!

Ihr Buch heißt „Raus aus der Tablettenfalle“. Wie geraten denn Menschen überhaupt dort hinein?
Pharmazeutische Produkte sind so konzipiert, dass sie eine möglichst schnelle Reaktion auf das zeigen, wogegen sie eingenommen wurden. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn mit jedem eingenommenen Medikament gebe ich ein Stück Verantwortung für die eigene Gesundheit aus der Hand. Wieso sollte ich 30 Kilogramm abnehmen, um meinen Blutdruck zu senken, wenn ich täglich eine Tablette nehmen kann? Genau an diesem Punkt ist die Tablettenfalle zugeschnappt.

Also sehen Sie die medikamentöse Behandlung bestimmter Krankheiten nicht als zielführend?
Exakt! Denn bei dem Großteil der Beschwerden, die mit Tabletten bekämpft werden, handelt es sich um lebensstilbedingte Erkrankungen. Dort bekämpfen wir aber immer nur die Symptome einer Erkrankung und nicht die Ursache. Häufig ist es sogar so, dass mit einer Tablette die Ursache bekämpft wird und die nächste Tablette der Bekämpfung der Nebenwirkungen dient.

An welchen Schrauben können wir konkret drehen, um uns zu ersparen, irgendwann in der Tabletten-Falle zu landen?
Die größte Motivation liegt doch darin, die eigene Gesundheit selbst in der Hand zu haben. Und dabei muss man die Latte für einen gesunden Lebensstill gar nicht zu hoch legen: Allein die Verbannung industriell verarbeiteter Lebensmittel von unserem Speiseplan hat einen unglaublich positiven Einfluss auf unser gesamtes Immun- und Schmerzsystem. Dazu sollte jede Bewegungsmöglichkeit im Alltag genutzt werden, um unseren Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System auf Trab zu halten.

Und für alle, die bereits in die Falle geraten sind?
Wer zum Beispiel regelmäßig Medikamente gegen Schmerzen oder Schlafstörungen
nimmt, kann vor allem mit regelmäßigem Training den Teufelskreis aus Beschwerden und entsprechender Medikation durchbrechen. Denn Sport macht müde, entspannt, senkt den Pegel an Stresshormonen und reduziert damit die Schmerzwahrnehmung. Der Körper schüttet Endorphine aus, die ähnlich wie Opioide schmerzstillend wirken und die Stimmung heben.

Noch mehr Informationen in: Prof. Dr. Ingo Froböse, „Raus aus der Tablettenfalle” Das Erfolgsprogramm für ein Leben ohne Pillen & Co., Gräfe und Unzer, 17,99 Euro

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