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Pilze sollen bei Krebs helfen

Naturheilmittel

Stand: 12.07.2016

Pilzliebhaber wissen den Geschmack von Steinpilzen, Pfifferlingen und Co. zu schätzen und zaubern köstliche Gerichte. Dass in den Waldbewohnern besonders gesunde Inhaltsstoffe schlummern, ahnen aber die wenigsten.

In den oft unscheinbaren Pilzen soll eine breitgefächerte Heilkraft stecken. Sie ist in Asien schon seit Jahrtausenden bekannt und fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ein relativ junges Gebiet stellt dagegen ihr Einsatz in der Krebstherapie dar. Japan ist hier Vorreiter, wo die sogenannten Vitalpilze schon seit Längerem sehr erfolgreich angewendet werden, wie Studien belegen.

Zu den wichtigsten Pilzen, die in der Krebstherapie erfolgreich sind, gehören Maitake, Agaricus blazei murril, Shiitake, Reishi und Coriolus. Sie alle sollen antioxidativ und entgiftend wirken sowie sehr viele B- und D-Vitamine enthalten.

Weitaus bedeutsamer sind jedoch ihre Polysaccharide, die Mehrfachzucker. Warum, erklärt Dr. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr in Heidelberg: „Diese besitzen eine Abwehr stärkende Wirkung, indem sie verschiedene Zellen des Abwehrsystems stimulieren, so zum Beispiel natürliche Killerzellen oder Fresszellen.”

Pilze sollen Immunsystem ankurbeln


Je höher der Gehalt an Polysacchariden im Pilz, desto größer soll das Gesundheitspotenzial sein. So können Pilze zur Funktion des normalen Immunsystem beitragen und so gegen Krebszellen vorgehen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Pilze in der Krebstherapie vor:

Klapperschwamm soll Metastasenbildung verringern

Der Klapperschwamm, in Japan Maitake genannt, gilt als Basispilz in der Krebstherapie. Der Pilz verfügt über den höchsten Polysaccharidgehalt. Dazu zählen auch die wichtigen Beta-D-Glucane. Diese sind besonders auf die alles entscheidenden Abwehrzellen im Körper geeicht: die Fresszellen. Sie sollen Tumorzellen erkennen und vernichten können. Je mehr also davon im Körper zirkulieren, desto aussichtsreicher ist der Kampf gegen den bösartigen Tumor.

Der Maitake wirkt demnach sehr günstig auf den Krankheitsverlauf, bei ganz unterschiedlichen Krebsvarianten. „Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass der Pilz unter anderem bei Krebserkrankungen von Brust, Darm, Lunge, Magen und Leber sowie bei Leukämie die Metastasenbildung verringerte. In Japan ist der Maitake als Krebsmedikament zugelassen”, erklärt Dr. Irmey.

Agaricus blazei murril stoppt Tumorwachstum

Weniger bekannt, aber nicht weniger wirksam ist der Agaricus blazei murril, der Einfachheit halber ABM abgekürzt. Auch er enthält Beta-D-Glucane. Über ABM gibt es klinische Studien, die belegen, dass der Pilz das Tumorwachstum stoppt und sogar die Rückbildung von entartetem Gewebe begünstigt.

Darüber hinaus lassen sich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie reduzieren. Selbst in schweren Fällen erwies sich der ABM als hilfreich. Offenbar besitzt der Pilz eine Präventivwirkung. Beispielsweise sind in der Landbevölkerung des Bundesstaates São Paulo, Brasilien, der ursprünglichen Heimat des Pilzes, so gut wie keine Krebserkrankungen bekannt.

Shiitake soll Lebenszeit verlängern

Wer sich der asiatischen Küche verschrieben hat, kommt um einen Pilz nicht herum: den Shiitake. Er wird gern als König der Vitalpilze bezeichnet und kann durch seine Vielzahl an Polysacchariden ebenfalls zur Gesunderhaltung des Immunsystems beitragen. Das entscheidende Polysaccharid ist das Lentinan. Inzwischen ist es in Japan, China und den USA als begleitendes Krebsmedikament zugelassen. Bei Magenkrebs hilft Lentinan die Lebenszeit zu verlängern. Auch bei Patienten mit Lungen-, Eierstock-, Gebärmutter- und Brustkrebs sowie Leukämie zeigte sich nach der Einnahme von Lentinan eine deutliche Verbesserung des Blutbildes.

Coriolus wirkt tumorhemmend

Einen tumorhemmenden Effekt wird außerdem dem Coriolus zugeschrieben, einem Pilz, der auch in Deutschland wächst. Hier sind es die Polysaccharide PSP und PSK, aus denen Krebsmedikamente gewonnen und bei vielen Krebsarten eingesetzt werden.
Dazu Dr. Irmey: „In neueren Studien zeigen sich insbesondere positive Effekte auf Brust- und Prostatakrebserkrankungen, bei denen eine Abhängigkeit von hormonellen Einflüssen erkennbar ist.”

Pilze als Wegweiser fürs Immunsystem

Die Wirkungsmechanismen der Pilzsubstanzen, vor allem die der Polysaccharide, wurden in den letzten Jahren verstärkt unter die Lupe genommen. „Sie fungieren quasi als Wegweiser für das Immunsystem, indem sie einzelne entartete Zellen erkennbar machen und die Voraussetzung dafür schaffen, dass das Immunsystem schnell und zielgerichtet ihre Bekämpfung einleiten kann. Dies gilt im Speziellen für die Beta-Glucane. Studien zufolge haben sie großen Einfluss auf die Verhinderung der Entstehung von Krebs. Aber auch darauf, wie gut es dem Immunsystem gelingt, bei vorhandenen Tumoren das weitere Wachstum zu hemmen oder sogar die Rückbildung einzuleiten”, erklärt Dr. Irmey.

Doch wer denkt, es genügt, ab und zu ein Pilzgericht zu kochen, der irrt. Um eine entsprechende Wirkung zu erzielen, verwendet die Medizin Pilze als Nahrungsergänzungsmittel in hochkonzentrierter Form.

Die richtige Auswahl des Pilzes hängt immer von der Turmorart und dem aktuellen Beschwerdebild ab. Zu Präventionszwecken können Sie beispielsweise Shiitake und Hericium einsetzen.

Die Auswahl an wirksamen Vitalpilzen ist groß. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, dann wenden Sie sich am besten an einen erfahrenen Therapeuten.

Lesen Sie auch „Natürliche Mittel gegen den Krebs”, ein Interview mit György Irmey zum Thema Biologische Krebsabwehr

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