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Paar putzt gemeinsam Zähne

Gesunde Zähne

Auf die Pflege kommt es an

Stand: 16.12.2019

Ständig müde, immer wieder erkältet oder Darmprobleme? Alles das kann mit den Zähnen zu tun haben.

Die Zahnmedizin befindet sich in der Krise!“ Mit einem aufrüttelnden Appell wendete sich vor einem halben Jahr der australische Forscher Prof. Richard G. Watt über einen Artikel im angesehenen Fachmagazin „Lancet“ an die Politik. Grund: Weltweit verbessert sich die Zahngesundheit der Bevölkerung kaum. Davon sind auch Industrienationen wie Deutschland betroffen. Ein Beispiel: Jeder zweite junge Erwachsene zwischen 35 und 44 Jahren leidet unter einer Parodontose. Prof. Stefan Listl vom Universitätsklinikum Heidelberg: „Erkrankungen der Zähne gehören zu den häufigsten nicht übertragbaren Krankheiten überhaupt.“ Dabei ließe sich der Großteil der Krankheiten verhindern.

Das Problem sehen die ForscherInnen in einer Kluft zwischen der Zahn- und Allgemeinmedizin. Außerdem müsste der Schwerpunkt der Behandlung weniger auf der Therapie als auf der Prävention liegen. Und die WissenschaftlerInnen fordern, dass Druck auf die Industrie ausgeübt wird. Denn etwa stark zuckerhaltige Getränke gehören zu den Hauptverursachern von Munderkrankungen.

Die Zahnmedizin sollte ganzheitlich sein

Sind die Zähne krank, hat das Folgen für den ganzen Körper, denn Entzündungen im Mund können den ganzen Körper schädigen. Das Immunsystem bekämpft die Bakterien und sorgt für eine stärkere Durchblutung. Dadurch gelangen aber auch Krankheitserreger in das Herz-Kreislauf-System. Sie verbreiten sich rasant in Organen wie Lunge, Herz, Nieren oder schädigen die Darmgesundheit. Auch Diabetes und sogar Demenz werden durch die schwelenden Entzündungen gefördert.

Christine Albinger-Voigt, Zahnärztin und Mitglied bei der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin: „Gesund beginnt im Mund. Das Zahnfleisch und die Schleimhaut der Zunge, der Zustand der Muskulatur und der Zähne spiegelt den ganzen Menschen wider.“ Deshalb ist für sie der erste Schritt, den Patienten genau anzusehen und ihm zuzuhören, um dann weitere Untersuchungen folgen zu lassen. Dazu gehören Strommessungen, um Wechselwirkungen bei verschiedenen Materialien beim Zahnersatz zu entdecken, Speichelanalysen, um im Mund freigesetzte Giftstoffe zu finden, Bluttests, um Entzündungsmarker und eventuelle Vitamindefizite aufzuspüren. Wesentliches Element ist auch die Anleitung für eine individuelle Prophylaxe. Das Einbeziehen von Pflanzenheilkunde, die Rolle der Ernährung und eventuell Hypnosetechniken bei Angstpatienten sind weitere Ansätze.

Größte Gefahr – Entzündungsprozesse im Mund

Parodontitis betrifft immer mehr Menschen und genau diese Entzündungen im Mund schädigen den ganzen Körper. Wie kommt es dazu? „Parodontitis ist ein multifaktorielles Geschehen“, erläutert die Ganzheitszahnärztin. „Neben guter Mundpflege und gesunder Mundflora spielt die Ernährung eine extrem große Rolle.“ Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffen eine Zahnentzündung deutlich verbessern kann.

Auf der anderen Seite ist Zucker der Hauptübeltäter. Denn die ungünstigen Bakterien lieben es süß. Dabei ist der Nachtisch nach dem Mittagessen nicht das Problem. Der Speichel neutralisiert nach einer gewissen Zeit die Mundflora. Das funktioniert aber nicht, wenn man zwischendurch immer wieder zum Schokoriegel greift oder gesüßte Getränke zu sich nimmt.

Nicht immer schützt eine richtige Ernährung und eine gründliche Putzroutine vor einer Zahnfleischentzündung, hormonelle Veränderungen wie bei den Wechseljahren, Zahnersatz, Stoffwechselerkrankungen oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten verschlechtern ebenfalls die Abwehrkraft der Mundschleimhaut.

Tägliche Zahnpflege: Darauf kommt es an

Zähneputzen können wir im Halbschlaf. Und genauso automatisiert laufen die Bewegungen meist ab. Mit dem Nachteil, dass bestimmte Stellen im Mund nicht richtig gereinigt werden. Dann bilden sich dort Plaques oder Zahnstein, sowie bakterielle Zahnbeläge, der Zahnfleischrand lockert sich und eine Zahntasche entsteht.

Ein Profi kann schnell erkennen, wo die Defizite bei der Reinigung liegen, Schäden entfernen und Tipps geben, um die Reinigung zu verbessern. Denn der Großteil des schädlichen und äußerst resistenten Biofilms sitzt im Zahnfleischsaum, also zwischen Zahn und Zahnfleisch. Die meisten putzen aber vor allem die Kauflächen und die Seiten. Noch eine Grauzone beim Putzen ist der Zahnzwischenraum. Da kommt man mit der normalen Zahnbürste schon gar nicht hin. Mit passenden Interdentalbürsten sollte zwischen den Zähnen einmal am Tag gereinigt werden. Zahnärztin Albinger-Voigt ist noch wichtig: „Eine antiseptische Spüllösung ersetzt nicht das Putzen und sollte nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden, um die Mundflora zu schützen.“

Fremdkörper im Mund – Zahnfüllungen, Krone & Co.

Selten sind die Glücklichen, die ein gesundes, vollständiges Gebiss ohne Karies-Folgen vorweisen können. Doch viele Materialien, die Löcher stopfen und einen oder mehrere Zähne ersetzen, sind nicht ohne Risiko. Seit Mitte 2018 schränkt die EU die Verwendung von Amalgam aufgrund des giftigen Quecksilberanteils massiv ein. So sollen Schwangere und Kinder keine Amalgam-Füllungen mehr bekommen, ein generelles Verbot wird angestrebt.

Aber auch andere Zahnfüllungen sind umstritten. So können Klebstoffe und aus Kunststoffen freigesetzte Monomere bei sogenannten Kompositen schädlich wirken. Biokompatible Zahnfüllungen können eine Alternative sein. Hinzu kommen Probleme, die durch verschiedene Metalle im Mund entstehen können, zum Beispiel bei Amalgam und Gold.

Christine Albinger-Voigt: „Dann kann es zum Batterie-Effekt kommen, durch die Speichelzusammensetzung kann ein störender Stromfluss entstehen, der auf das Nervensystem wirkt. Selbst das sehr unangenehme Zungenbrennen kann dadurch ausgelöst werden. Lokale Auswirkungen durch paladiumhaltige Legierungen an den Kronen können zu chronischen Zahnentzündungen führen.“

Mal locker lassen

Unter Stress leiden schon die Kleinsten: Muskelverspannungen im Kopf-, Gesicht- und Nackenbereich treten bei 80 Prozent der Bevölkerung auf. „Vom Schulkind bis zum Rentner, immer mehr Patienten mit einer CMD („craniomandibulären Dysfunktion“, eine Funktionsstörung zwischen Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen, die Redaktion), kommen in die Praxis,“ berichtet die Zahnärztin, „ein verspannter Muskel blockiert die Blutversorgung zum Kopf und behindert die Beseitigung von Abfallstoffen. Das führt zu den verschiedensten Symptomen und ist schwer zu diagnostizieren.“

Dr. Marga Schmelzer-Lorek, Zahnärztin aus Berlin ist den dadurch entstehenden Kiefergelenkentzündungen auf der Spur. In ihrer ganzheitlichen Behandlung nutzt sie auch kinesiologische Muskeltests, um herausfinden, welche Therapieoptionen für ihre Patienten sinnvoll sind. Ziel ist es auch, natürliche entzündungshemmende Mittel zu finden. „Gute Erfahrungen habe ich mit Ginseng gemacht, etwa bei Entzündungen im Zahnfleisch, Kiefergelenkproblemen und auch bei Implantat-Beschwerden.“ Sie empfiehlt speziell den Roten koreanischen Ginseng und ergänzt es bei manchen Patienten mit Kurkuma. (Im Reformhaus® zum Beispiel Koreanischer Reiner Roter Ginseng, Pulverextrakt-Kapseln, KGV)

Alles spielt zusammen

Um die Zähne gesund zu erhalten, ist ein gesunder Lebensstil die beste Voraussetzung. Dazu gehört eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung mit wenigen Mahlzeiten. Christine Albinger-Voigt ergänzt: „Dabei ausreichend Kauen, das ist ganz wichtig für die Mundgesundheit.“ Neben dem regelmäßigen Zähneputzen, ist zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll. Und, wer den Verdacht hat, dass etwas nicht stimmt, sollte nicht aufgeben, bei den Ärzten nachzufragen.

Die Putzkolonne

Zahnpflege aus dem Reformhaus®

  • Schonende Zahnpasta: „Silicea Zahnpasta“ von Hübner putzt gründlich und ist speziell für die Pflege empfindlicher Zähne und Zahnhälse geeignet. Mit Pfefferminze gibt es einen Extra-Frischekick. Die pfefferminzöl- und mentholfreie Variante ist besonders bei Behandlungen mit homöopathischen Heilmitteln zu empfehlen.
  • Frischer Atem gewünscht? Wertvolle ätherische Öle aus Salbei, Fenchel und Nelken wirken Mundgeruch entgegen. In der „Salbei Zahnpasta“ von Hübner steckt die Kraft von Heilpflanzen, sie erfrischt nicht nur, sondern hilft auch, das Wachstum von Erregern zu hemmen, die Karies und Parodontose erzeugen.
  • Schon entzündet? Dann verbessert Schwarzkümmel-Öl nachweislich eine Zahnfleischentzündung. Getestet wurde das „Schwarzkümmel Zahnfleischpflege-Gel“ von Hübner. Zur perfekten Ergänzung: Schwarzkümmelöl Zahnpasta von Hübner. Curcuma-Extrakt und Xylitol helfen durch die antibakterielle Wirkung, kariesverursachende Bakterien zu vernichten und schützen so vor Plaquebildung.
  • Honig im Mund: Mit der nachweislich antibakteriellen Wirkung von Manuka-Honig aus Neuseeland lassen sich Zahnfleisch und Zähne schützen. In der „Manuka & Propolis Zahncreme“ von Manuka Health ergänzen sich Manuka Honig MGO 400+, Propolis und Manuka-Öl. Die Zahncreme eignet sich aufgrund der natürlichen Inhaltsstoffe auch für irritiertes und empfindliches Zahnfleisch.
  • Schnupfen vorbeugen: Kurz sprayen und sich vor Entzündungen jeder Art schützen. Das „Propolis Mundspray“ von Bakanasan stimuliert die Schleimhaut in Mund und Rachen und baut so einen Schutzwall auf. Beugt also Entzündungen und Erkältungen vor. Eine ähnliche Schutzwirkung hat auch das „Propolis Mundgel“ von Bakanasan, zusätzlich pflegt es das Zahnfleisch, spröde Lippen und rissige Mundwinkel.

Gut zu wissen

In der „Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin“ (GZM) haben sich Zahnmediziner mit einem besonderen Ansatz zusammengeschlossen. Sie engagieren sich für eine systemische Zahnmedizin, die eine zunehmend wichtige Rolle bei Diagnose und Therapie von Störungen und Krankheiten im gesamten Körper spielen soll. Alle Mitglieder verfügen über eine umfangreiche Zusatzausbildung mit einem naturheilkundlichen Schwerpunkt. Gibt es auch einen Arzt in Ihrer Nähe? Schauen Sie nach: Mitgliedersuche auf gzm.org

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