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Das juckt mich nicht!

Hilfe bei Neurodermitis

Stand: 05.01.2018 (05.01.2018)

Schluss mit dem Teufelskreis aus Jucken und Kratzen! Wer die Hautkrankheit Neurodermitis besser versteht, kann Auslöser vermeiden und Entzündungen vorbeugen.

Es juckt, es brennt, es ist kaum auszuhalten. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der chronischen Hautkrankheit Neurodermitis, in Fachkreisen auch atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem genannt. Doch was genau ist das eigentlich?

Atopie bedeutet, dass die Haut überempfindlich und mit allergischen Reaktionen auf eigentlich harmlose Substanzen aus der Umwelt reagiert. Dies können zum Beispiel Pollen oder Nahrungsmittel sein. Darauf reagiert die Haut der Betroffenen mit der Freisetzung von Entzündungsstoffen. Es kommt zu starkem Juckreiz und entzündlichen Ekzemen. Grund dafür ist oft eine genetische Veranlagung.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei den betroffenen Menschen das Eiweiß Filaggrin nicht ausreichend oder gar nicht gebildet wird. Filaggrin ist wichtig, da es die Hornzellen fest miteinander verbindet und Feuchtigkeit speichert. Zusätzlich fehlen der Haut oft die Ceramide eins und drei in der Hornschicht, sodass die Hautbarriere geschwächt ist. Sie wird durchlässiger, empfindlicher und trockener.

Typische Symptome und Kennzeichen bei Neurodermitis

  • Starker Juckreiz
  • Extrem trockene und gerötete Haut
  • Nässende Ekzeme
  • Schuppige Haut
  • Entzündungen, vor allem an Armbeugen, Kniekehlen, im Hals- und Gesichtsbereich
  • Bei Babys kann Milchschorf ein erstes Anzeichen sein
  • Knötchen und Pusteln
  • Eingerissene Mundwinkel
  • Neigung zu Warzen und Herpes
  • Die Krankheit tritt in Schüben auf und ist nicht ansteckend
  • Oft leiden Betroffene außerdem an Heuschnupfen oder Asthma

Aber nicht nur die Gene sind schuld, auch äußerliche Faktoren wie zum Beispiel falsche Hautpflege oder Schadstoffe aus der Umwelt können eine Rolle spielen und Neurodermitis begünstigen oder verstärken. Erschreckend ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Menschen an der Krankheit leiden, insbesondere Kinder. In Deutschland sind schätzungsweise 15 Prozent aller Kinder im Grundschulalter betroffen. Damit ist Neurodermitis die häufigste chronische Hautkrankheit im Säuglings- und Kindesalter. Die gute Nachricht: Oft verbessert sich der Zustand der Haut mit zunehmendem Alter. Manchmal verschwinden die Symptome zum Beispiel in der Pubertät.

Circa ein bis drei Prozent der Erwachsenen leiden dennoch unter Neurodermitis. Und der Leidensdruck ist oftmals sehr groß, reicht von schlaflosen Nächten über Erschöpfung bis hin zum Gefühl von Ausgrenzung. Ganz wichtig: Lassen Sie sich von der Hautkrankheit nicht Ihren Lebensmut nehmen! Gestalten Sie Ihre Freizeit positiv mit lieben Menschen und schönen Hobbys, denn Glücksgefühle werden langfristig auch Ihrer Haut guttun!

Sofort-Hilfe bei Juckreiz

Tränken Sie eine Mullkompresse in kaltem Schwarztee und legen Sie sie auf die entzündete Stelle. Die in dem Tee enthaltenen Gerbstoffe wirken zusammenziehend und lassen Entzündungen schneller abheilen.

Tricksen Sie Ihr Gehirn aus,

indem Sie bei starkem Juckreiz ein sogenanntes Kratz-Klötzchen bearbeiten. Dies kann ein kleines, mit Fensterleder beklebtes Holzstück sein, an dem Sie bei Bedarf herumkratzen können. Durch das bekannte Bewegungsmuster lässt der Juckreiz tatsächlich etwas nach und Ihre Haut wird geschont.

Ist das nicht prima, was für ein Klima!

Haben Sie schon einmal übereine Kur nachgedacht? Es gibt eine ganze Reihe von stationären Rehabilitationsmaßnahmen in sogenannten Reizklimazonen, zum Beispiel an der Ostsee, Nordsee oder im Hochgebirge. Ein Aufenthalt in allergenarmer, kühler Luft aktiviert den Stoffwechsel, unterstützt das Immunsystem und kann den Hautzustand verbessern.

Schon gewusst?

Das Wort Neurodermitis stammt aus dem Griechischen: Neuro steht für Nerven, Derma für Haut. Aber Vorsicht mit Vorurteilen! Dies bedeutet nicht, dass nur gestresste Menschen unter der Krankheit leiden und sie eine nervliche Ursache hat! Heutzutage weiß man, dass sowohl eine genetische Veranlagung als auch äußere Faktoren Auslöser sein können.

 

Neurodermitis und Ernährung

Die Traditionelle Chinesische Medizin empfiehlt zum Beispiel mehr warme, gekochte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und weniger kalte. Nudeln, Brot, Milchprodukte und scharfe Gewürze sind nicht so geeignet, verzehren Sie lieber Reis, Hirse und Dinkel. Als beliebte Gemüsearten bei Neurodermitis gelten: Brokkoli, Karotten und Rote Bete. Allerdings spricht jeder Mensch anders auf eine Ernährungsumstellung an. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut und meiden Sie Lebensmittel, die schwer im Magen liegen und zu Blähungen oder anderen Beschwerden führen.

Buchtipp: Die Autorin Katharina Ziegelbauer beleuchtet in ihrem Buch „Jucken ade: Richtig essen bei Neurodermitis“ die Krankheit aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin und stellt viele einfache Rezepte vor. Checklisten helfen, die persönlichen Hauptauslöser zu erkennen.  „Jucken ade: Richtig essen bei Neurodermitis“ von Katharina Ziegelbauer, Kneipp Verlag, 128 Seiten.

Achtung! Folgende Faktoren können einen Neurodermitis-Schub auslösen

  • Stress
  • Luftverschmutzung
  • Kleidung aus Wolle oder synthetischen Fasern
  • Schwitzen, Hitze, trockene Luft
  • Haustiere
  • Lebensmittelallergien
  • Aggressive Wasch- und Putzmittel
  • Hausstaub

Folgende Faktoren erleichtert den Alltag von NeurodermitikerInnen

  • Waschen Sie mit Bedacht Ihre Haut! Denn jeder Kontakt mit Wasser entzieht ihr Fett und Feuchtigkeit.
  • Benutzen Sie milde Reinigungsprodukte, die speziell für Neurodermitis entwickelt wurden.
  • Nicht zu heiß duschen oder baden! Dies würde der sowieso schon trockenen Haut noch mehr Feuchtigkeit entziehen. Ein rückfettendes Badeöl kann helfen, die Haut geschmeidig zu machen.
  • Duschen ist besser als Baden.
  • Tupfen Sie Ihre Haut sanft trocken, bitte nicht abrubbeln!
  • Cremen Sie Ihren Körper zweimal täglich mit feuchtigkeitsspendenden Lotionen ein.
  • Achten Sie auf saubere, kurzgeschnittene Fingernägel (besonders bei Kindern!).
  • Tragen Sie nachts bei starkem Juckreiz leichte Baumwollhandschuhe, um sich nicht zu verletzen.
  • Klopfen Sie auf die juckenden Stellen, statt zu kratzen.
  • Minimieren Sie persönliche Stressfaktoren.
  • Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Entspannungsphasen, z. B. durch Yoga oder Meditation.
  • Führen Sie ein Tagebuch. Schreiben Sie auf, wie es Ihnen geht, was Sie für Produkte benutzt oder für Nahrung gegessen haben, so können Sie besser nachvollziehen, was evtl. einen Schub ausgelöst haben könnte.

Drei Fragen an unsere Expertin

Guylaine Le Loarer ist Leiterin Forschung und Entwicklung der Börlind GmbH

 

 

ReformhausKurier: Frau Le Loarer, woran erkenne ich Neurodermitis?

Guylaine Le Loarer: Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die meist in Schüben auftritt. Neben der sehr trockenen Haut erkennt man sie an dem starken Juckreiz. Aber auch Rötung, Schuppung und auch Nässen kann sie kennzeichnen. Die Anzeichen für Neurodermitis sind altersabhängig. So sind bei Kindern häufig die Wangen und der Halsbereich betroffen, wo Krusten und Nässen zu sehen ist.

Wenn die Diagnose Neurodermitis feststeht, wie kann ich einen erneuten Schub am besten verhindern?

Es gibt mehrere Faktoren, die einen Neurodermitis-Schub begünstigen, wie zum Beispiel Seife, kratzende Faserstoffe, Hitze, Kälte, Baden im Schwimmbad und so weiter. Hier empfiehlt es sich, Tagebuch zu führen, um so die begünstigenden Faktoren nach Möglichkeit zu vermeiden. Eine an Neurodermitis erkrankte Haut weist eine gestörte Hautflora auf. Dadurch können sich die krankmachenden Keime ansiedeln. Daher sollten zur Hautpflege spezielle Produkte verwendet werden, die den Bedürfnissen der an Neurodermitis erkrankten Haut gerecht werden. So gilt es hier einen Mangel an Fett und natürlichen Feuchthaltefaktoren zu verhindern. Reizende Inhaltsstoffe sollte man unbedingt vermeiden.

Haben Sie einen Tipp, was Betroffene gegen akuten Juckreiz tun können?

Auf keinen Fall kratzen, da damit der Haut nur noch mehr Schäden zugefügt werden. Hautberuhigende, entzündungshemmende Produkte wie zum Beispiel das Akut-Spray von DADOSENS können Linderung verschaffen.

SOS! Diese Produkte aus dem Reformhaus® können Ihnen bei Neurodermitis helfen

Hübner

Die „Nachtkerzen-Öl, Kapseln“ enthalten Linolensäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, und unterstützen so die Gesundheit der Haut von innen

Alsiroyal

Hilfe von innen: „Nachtkerzenöl Kapseln“ mit Vitamin A zur Erhaltung gesunder Haut.

DADO SENS

Die „ProBalance Akut Creme“ beziehungsweise das Spray wirkt mit Süßholzwurzelextrakt und Zink Rötungen entgegen, kann Juckreiz und Brennen mildern. Ceramide, Panthenol und Aloe vera schützen vor schädlichen Umwelteinflüssen und beugen Überreaktionen der Haut vor. Das „Hypersensitive Make-up“ mit Johannisbeerenöl, Sonnenblumenölkonzentrat und Ballonrebenextrakt beruhigt und beugt Entzündungen vor.

Primavera

Massieren Sie das „Nachtkerzenöl bio“ nach dem Waschen in die noch feuchte Haut. Es wirkt reizlindernd und stärkend.

ARYA LAYA

Die „Hyper Sens Pflegeserie“ für Allergiker regeneriert die Haut mit Schwarzkümmelöl und mindert die Folgen allergischer Hauterscheinungen.

Bakanasan

Die „derma-dilin Creme“ spendet Feuchtigkeit und unterstützt den natürlichen Schutzmantel der Haut mit Nachtkerzenöl und Ectoin.

Dr. Hauschka Med

Die Systempflege mit ihrer Rezeptur aus Heilpflanzen und natürlichen Ölen bietet neurodermitischer Haut in jeder Phase die passende Pflege. Die Mittagsblume ist eine Überlebenskünstlerin bei Trockenheit und gibt der Haut Feuchtigkeit zurück (als Gesichtscreme, Pflege Lotion oder Intensiv Creme erhältlich). Bei akutem Juckreiz wirkt der Wurzelextrakt aus der Blutwurz in der Akut Creme Potentilla entzündungshemmend und beruhigend.

Heliotrop

Der Sensitive Reinigungsschaum stärkt die Vitalität der Haut und schützt vor Feuchtigkeitsverlust mit Aloe vera, Schisandrabeeren- und Baumwollsamenextrakt.

Bergland Pharma

Das kalt gepresste „Bio-Nachtkerzen-Öl“ enthält besonders viel Gamma-Linolensäure und stabilisiert die Feuchtigkeitsaufnahme bei sehr trockener und juckender Haut. Bio-Oliven-Öl und natürliches Vitamin E pflegen die empfindliche Haut. Die in der „Silbercreme“ enthaltenen Silber-Mikropartikel beruhigen und regenerieren gerrötete, juckende Haut.

Seminartipp: Naturkosmetikberater/in

Einwöchige Intensivausbildung

Die wichtigsten Marken und Besonderheiten im Kosmetikstudio erleben, Hintergründe erfahren, Firmenphilosophien vergleichen und konkret in der Beratung anwenden.

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