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Aufruhr im Bauch

Sanfte Hilfe gegen Magengrummeln

Stand: 14.10.2016 (14.11.2016)

Jetzt beginnt die Hochsaison für Magen- und Darmviren. Welche Beschwerden typisch sind, was sonst noch zu einem miserablen Bauchgefühl führt und wie Sie sich schützen können.

Nicht nur die Erkältungswelle rollt gerade an, auch die Magen- und Darmgrippe grassiert in der kalten Jahreszeit. Während ein Schnupfen in erster Linie lästig ist, kann eine sogenannte infektiöse Gastroenteritis heftig ausfallen. Mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehört die Magen- und Darminfektion zu den häufigsten Gründen für eine Krankschreibung im Job.

Dabei lösen Viren oder Bakterien Entzündungsprozesse im Verdauungsapparat aus. Je nachdem, wie aggressiv die Keime sind und wie fit unsere Abwehr ist, variieren auch die Symptome. Vom Bauchgrummeln über ein paar Stunden bis hin zu einer mehrwöchigen Erkrankung ist alles möglich. Meist übersteht man die Attacke der Erreger mit einer Auszeit von ein paar Tagen und ein wenig Schonung.

Der Ernstfall: Noroviren

Anders sieht es bei einer Infektion mit Noroviren aus. Eigentlich bezeichnen Mediziner damit eine Gruppe von verwandten Viren. Diese Erreger haben in den letzten Jahren eine steile Karriere hingelegt. Jeden Winter steigt die Anzahl der erkrankten Menschen. Von Oktober bis März verbreiten sich diese höchst aggressiven Viren rasant. Ihre besondere Vorliebe gilt Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Kantinen und Altersheimen.

Die langlebigen Keime verbreiten sich über Türgriffe in Toiletten, Treppengeländer und andere Gegenständen, die häufig angefasst werden. Aber auch Lebensmittel, besonders Gerichte aus Meerestieren, sind häufig Ursache für eine Ansteckung. Typische Symptome: plötzliche Krämpfe, die oft den ganzen Bauch umfassen, dann heftiges Erbrechen und Durchfall. Eine eigentlich gesunde Abwehrreaktion auf die feindlichen Eindringlinge – der Körper hat die Gefahr der Infektion erkannt und versucht, die aggressiven Viren schnell und umfassend wieder loszuwerden. Weil sich die Infektion so schnell ausbreitet und die Erkrankung für Ältere und Kinder riskant ist, ist eine Ansteckung immer ein Fall für den Arzt und sogar meldepflichtig.

Warum erwischt es den einen und den anderen nicht?

Studien zeigen, dass Menschen, die sich häufig, die Hände waschen, seltener an einer Virusinfektion im Magen und Verdauungstrakt erkranken. Grundsätzlich wird ein gesunder Darm mit allen Krankheitserregern besser fertig. Der häufigste Übertragungsweg von Bakterien ist anders als bei Viren. Eine Infektion mit Bakterien holt man sich in der Regel über Lebensmittel, die verdorben sind, oder über eine unsaubere Verarbeitung – besonders riskant sind rohes Fleisch, Eier oder Rohmilch. Aber auch im Tauwasser von Gefrierware tummeln sich häufig Keime. Im eigenen Haushalt kann man durch gründliches Säubern von Messern und Arbeitsfläche viel verhindern. 

Andere Ursachen erkennen

Alle Beschwerden, die im Oberbauch sitzen, haben häufig mit deftigen Gerichten und mangelnder Bewegung zu tun. Aufstoßen, Blähungen und Sodbrennen sind ebenfalls nicht typisch für eine Infektion. Alle wiederkehrenden und langanhaltenden Beschwerden im Verdauungsorgan haben andere Ursachen, wie beispielsweise Unverträglichkeiten sowie chronische Entzündungen im Darm.

Ein Bakterium, das häufig für Magenschmerzen verantwortlich ist, hat eine gewisse Berühmtheit erzielt – der Keim Helicobacter Pylori. Bevor er entdeckt wurde, galten Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre als typische Managerkrankheit, die durch Stress entsteht. Inzwischen weiß man, dass dieses wandelbare Bakterium dafür verantwortlich ist. Allerdings fühlt es sich besonders in einem gestörten Magenmilieu wohl, das wiederum auch durch Stress begünstigt wird.

Sanfte Mittel bei leichten Beschwerden

Bei allen Magen- und Darminfekten ist es wichtig, viel zu trinken. Das kann Mineralwasser oder Tee mit Kräutern sein. Lindernd wirken Kamille, Melisse, Fenchel oder Anis. Ein bewährtes Kraut bei Magengrummeln ist die Arzneipflanze des Jahres 2016: der echte Kümmel.

Fast jeder hat ihn im Gewürzregal stehen, als Samen oder pulverisiert rundet er zum Beispiel Kohlspeisen ab und lindert die blähende Wirkung des Gemüses. Wirksam ist das Kümmelöl, darin enthalten ist das sogenannte Carvon, das krampflösend ist, sowie Bakterien und Viren bekämpft. Schon Hildegard von Bingen wusste um diesen heilsamen Effekt und empfiehlt Kümmel bei schwer verdaulichen Speisen. Bewährt hat sich auch ein anderes Hausmittel: geriebene Äpfel besänftigen durch das darin enthaltene Pektin den Magen- und Darmbereich. 

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